Di., 09.07.2019

Großer Pastoraler Raum soll entstehen – bislang keine Bewerbungen auf Leitungsstelle Gesucht wird ein neuer Chef

Nicht nur an dem Kirchengebäude in Borgentreich wird derzeit gearbeitet. Der gesamte Pastoralverbund Borgentreicher Land steht vor Veränderungen. Er soll 2020 mit dem Pastoralverbund Willebadessen-Peckelsheim fusionieren. Doch bislang hat sich noch kein Priester für die Leitung dieses neu zu gründenden Pastoralen Raumes mit rund 11.640 Katholiken beworben.

Nicht nur an dem Kirchengebäude in Borgentreich wird derzeit gearbeitet. Der gesamte Pastoralverbund Borgentreicher Land steht vor Veränderungen. Er soll 2020 mit dem Pastoralverbund Willebadessen-Peckelsheim fusionieren. Doch bislang hat sich noch kein Priester für die Leitung dieses neu zu gründenden Pastoralen Raumes mit rund 11.640 Katholiken beworben. Foto: Timo Gemmeke

Von Silvia Schonheim

Borgentreich/Willebadessen (WB). Die beiden Pastoralverbünde Borgentreicher Land und Willebadessen-Peckelsheim sollen 2020 zu einem großen Pastoralen Raum verschmelzen. Einen Leiter dieses großen Verbundes von 20 Kirchengemeinden mit rund 11.640 Katholiken gibt es aber noch nicht.

»Die Stelle ist zurzeit ausgeschrieben. Priester können sich darauf bewerben«, sagt Thomas Throenle. Eingegangen sei bislang aber noch keine Bewerbung, wie der stellvertretende Pressesprecher des Erzbistums Paderborn auf Nachfrage erklärt.

Lütkefend und Lange »wollen nicht«

Derzeit leitet Werner Lütkefend (64) als Pfarrer den Pastoralverbund Borgentreicher Land mit zehn Kirchengemeinden und 6542 Katholiken (2017). Hubert Lange (56) leitet als Pfarradministrator den Pastoralverbund Willebadessen-Peckelsheim mit ebenfalls zehn Kirchengemeinden und 5099 Mitgliedern (2017).

Nach Auskunft von Thomas Throenle sei bereits jetzt klar, dass weder Lütkefend noch Lange die Leitung übernehmen werden. »Beide wollen nicht. Sie werden aber weiterhin im neuen Pastoralen Raum arbeiten.«

Erzbistum sieht keinen Handlungsdruck

Der stellvertretende Pressesprecher betont, dass es aber einen verantwortlichen Pfarrer für einen solchen großen Zusammenschluss geben müsse. Gerüchte, dass es Überlegungen gebe, den neuen Pastoralen Raum ohne feste Leitung an den Start gehen zu lassen, dementiert Throenle: »Wir haben die Stelle ja ausgeschrieben.«

Handlungsdruck sehe er momentan noch nicht: »Wir warten jetzt erst einmal ab, ob noch Bewerbungen eingehen. Falls nicht«, so Throenle weiter, »wäre der nächste Schritt, gezielt auf Priester im Erzbistum zuzugehen und ihnen die Leitung anzubieten.«

Sitz des Leiters soll in Peckelsheim sein

Während schon feststeht, dass der Sitz des neuen Leiters in Peckelsheim sein wird, ist noch nicht genau klar, wann der neue Pastorale Raum überhaupt an den Start gehen wird. Denn auch diese Frage hängt davon ab, wann die Leitung besetzt werden kann. Wie Monsignore Andreas Kurte, Personalchef des Erzbistums, angekündigt hat, werde der neue Pastorale Raum erst errichtet, wenn die Leitungsfrage geklärt sei.

Wenn dann ein neuer Leiter des Pastoralen Raumes gefunden sei, werde es aber keinen Geistlichen mehr geben. Vikar Douglas Peter Cheruvathoor, derzeit im Pastoralverbund Borgentreicher Land im Einsatz, werde auf Wunsch seines Bischofs Anfang Januar 2020 nach Indien zurückkehren. »Diese Priesterstelle wird nicht neu besetzt«, erklärt der stellvertretende Pressesprecher des Erzbistums.

Stelle der Gemeindereferentin bleibt unbesetzt

Ebenfalls nicht neu besetzt wird die Stelle der Gemeindereferentin Ursula Bußmann im Pastoralverbund Willebadessen-Peckelsheim, wie Thomas Throenle erklärt. Bußmann tritt zum 1. August 2019 ihre neue Stelle als Gemeindereferentin in Beverungen an. Ihre Aufgaben sollen in Zukunft die verbleibenden Mitglieder der Pastoralen Teams übernehmen.

Pfarrer Werner Lütkefend hat die Leitung des neuen Pastoralen Raumes abgelehnt: »Der Bereich ist riesig. Ich möchte Seelsorger bleiben, nicht nur Verwalter.« Ähnlich argumentiert Hubert Lange. Werner Lütkefend betont aber, dass er einen neuen Leiter durchaus unterstützen wolle. Beide hätten großen Respekt vor demjenigen, der sich diese Aufgabe zutraut.

Lütkefend wird am 1. Oktober zurücktreten

Lütkefend tritt zum 1. Oktober von der Pfarrstelle zurück. »Nur mit diesem Schritt kann die neue Stelle des Leiters für den Pastoralen Raumes ausgeschrieben werden«, erläutert der 64-Jährige. So lange die Stelle des neuen Leiters nicht besetzt ist, ändert sich für Lütkefend und seine Gemeindemitglieder nichts – auch wenn er sich ab 1. Oktober Pfarradministrator in Leitungsfunktion nennt.

»Wenn dann ein neuer Leiter für den Pastoralen Raum kommen sollte, werde ich als Pastor arbeiten. Ich bin seit 20 Jahren in Borgentreich. Ich habe mir versichern lassen, dass ich weiterhin in Borgentreich wohnen und arbeiten kann.« Das sei ihm sehr wichtig.

Weniger Gemeindemitglieder, weniger Personal

Pastor Hubert Lange musste für die Stellenausschreibung nicht zurücktreten, weil er kein Pfarrer ist, sondern als Pfarradministrator in Leitungsfunktion tätig ist.

Auch wenn bislang noch unklar ist, wann, wie und ob der Pastorale Raum überhaupt entsteht, eines ist gewiss: Die beiden Pastoralverbünde müssen bei sinkenden Gemeindemitgliederzahlen in Zukunft auch mit weniger Personal auskommen. Werner Lütkefend: »Wenn sich die Gemeindereferentin Ursula Bußmann und Vikar Douglas verabschieden und kein neuer Leiter gefunden wird, gehen eindreiviertel Stellen verloren.«

»Kreis Höxter nicht besonders attraktiv.«

Lütkefend hofft, dass die Stelle des Leiters des Pastoralen Raumes besetzt werden kann: »Dann ist angedacht, nach der Errichtung des Pastoralen Raumes einen Verwaltungsleiter einzustellen, der den Pfarrer unterstützt und Ansprechpartner für die Kirchenvorstände ist.« In diesem Fall solle das Pfarrhaus in Peckelsheim zu einem Verwaltungszentrum umgebaut werden.

Große Hoffnung, dass die Leitung des Pastoralen Raumes besetzt werden kann, hat Pfarrer Lütkefend aus Borgentreich allerdings nicht: »Es gibt mehrere große Pastorale Räume, die niemand übernehmen möchte.« Die Erfahrung zeige, so Hubert Lange aus Willebadessen, dass »der ländlich gelegene Kreis Höxter nicht besonders attraktiv ist.«

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