Rentner renovieren Grabkreuz des Willebadessener Komponisten
Erinnerung an Pianisten August Gockel belebt

Warburg (WB/ben). Zum Gedenken an einen heimischen Klaviervirtuosen haben die engagierten Rentner aus Willebadessen, die seit fünf Jahren gemeinsam etwas für ihren Ort tun, nun ein Grabkreuz auf dem Willebadessener Friedhof saniert und wieder aufgestellt.

Mittwoch, 02.10.2019, 12:00 Uhr
Bei der Präsentation des Grabkreuzes zum Gedenken an den heimischen Komponisten August Gockel (von links): Herbert Arens, Herbert Ernst, Veit Baranek, Werner Niewels, Sponsor Meinolf Gockel, Josef Diekmann, Werner Böhmer und Michael Hoppe. Foto: Ralf Benner
Bei der Präsentation des Grabkreuzes zum Gedenken an den heimischen Komponisten August Gockel (von links): Herbert Arens, Herbert Ernst, Veit Baranek, Werner Niewels, Sponsor Meinolf Gockel, Josef Diekmann, Werner Böhmer und Michael Hoppe. Foto: Ralf Benner

Das schwarze Kreuz aus Gussstahl steht auf einem Sandsteinsockel etwas am Rande des Gottesackers. »Hier ruht August Gockel, Pianist«, ist in vergoldeten Buchstaben auf dem Kreuz zu lesen.

Erinnerung an das Leben des Willebadessener Komponisten

Eine Informationstafel erinnert an das Leben des Willebadessener Komponisten August Gockel (1826-1861). »Er soll nicht vergessen werden; es lohnt sich, dem Leben und Werk des heimischen Künstlers nachzugehen und die Erinnerung an ihn neu zu beleben«, sagt Initiator Herbert Arens.

Davon konnte Arens nicht nur seine Mitstreiter in der Rentnertruppe überzeugen, sondern auch Meinolf Gockel, Geschäftsführer des gleichnamigen Fachmarktes für Stahl sowie Handwerks- und Industriebedarf in Warburg. Gockel finanzierte die Sanierung des Kreuzes seines »Namensvetters«.

Rentner leisten 150 Arbeitsstunden

Etwa 150 Arbeitsstunden hat die Rentnergruppe benötigt, um das Kreuz, den Sockel und den Platz rund um die Gedenkstätte auszubessern und zu verschönern.

Der alte Grabstein war am Rande des Friedhofes zum 100. Todestag des Pianisten August Gockel aufgestellt worden. Dessen sterbliche Überreste ruhen auf dem ehemaligen, jetzt nicht mehr vorhandenen Stadtfriedhof Willebadessens.

QR-Code auf Informationstafel folgt

Ein QR-Code auf der Informationstafel, welche die Rentner noch an der Gedenkstätte anbringen wollen, führt Musikfreunde und Interessierte etwa zur Internetseite der Vitus-Gemeinde Willebadessen, wo dem heimischen Künstler ausführlich gedacht wird (www.vitus-gemeinde.de).

Nach Angaben der Vitus-Gemeinde ist August Gockel am 17. Oktober 1826 in Willebadessen als Sohn des Jagdhüters Carl Gockel und seiner Frau Elisabeth (geb. Legge) geboren worden.

Schon früh trat sein außergewöhnliches musikalisches Talent zutage. Als 17-Jähriger wurde er am 29. Oktober 1843 als Schüler am Konservatorium Leipzig aufgenommen, wo er seine musikalischen Fähigkeiten vervollkommnen sollte. Am 12. Juli 1847 verließ er das Konservatorium und war zunächst als Organist und Konzertspieler tätig.

1853 entschloss August Gockel sich zu einer Konzertreise nach Amerika, wo er in verschiedenen Städten, unter anderem New York und Philadelphia, seine eigenen Kompositionen mit Erfolg vortrug.

Sein Werk umfasst mehr als 40 Kompositionen, die heute weitestgehend in Vergessenheit geraten sind.

1855 ist August Gockel Klavierlehrer in New York. Es scheint ihn dann aber wieder in die alte Heimat zurückgezogen zu haben, vielleicht war auch seine Gesundheit erschüttert. Dort ist er am 9. August 1861, erst 34 Jahre alt, unverheiratet gestorben und am 12. August bestattet worden.

Über Leben, Wirken und Werk des Komponisten und Pianisten hat auch Dr. Karl Meisohle ein Buch geschrieben. Dieses ist heute nicht mehr im Handel erhältlich. Meinolf Gockel hat diese Biographie über seinen Namensvetter kopieren und binden lassen. Bei der Präsentation des frisch sanierten Grabkreuzes bekam jeder Rentner ein Exemplar überreicht

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