Sa., 09.11.2019

Alte Eisenbahn: Wanderweg scheint gescheitert – Stadt, LWL, Uni Kiel und Naturpark setzen auf kleine Lösung Zug ist wohl endgültig abgefahren

Der westliche Einschnitt steht mittlerweile unter Wasser, der geplante Bahntrassenverlauf lässt sich aber bis heute nachvollziehen. 2016 waren dort Forschungstaucher im Einsatz.

Der westliche Einschnitt steht mittlerweile unter Wasser, der geplante Bahntrassenverlauf lässt sich aber bis heute nachvollziehen. 2016 waren dort Forschungstaucher im Einsatz. Foto: C. Howe

Willebadessen (WB/dal). Ein Themen-Wanderweg an der Alten Eisenbahn zwischen Willebadessen und Lichtenau wird wohl nicht realisiert . Da sich die Mitarbeiter der Stadt Willebadessen, des LWL, der Christian-Albrechts-Universität Kiel (CAU) und des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge nicht mit dem Eigentümer des Areals, Konstantin Freiherr von Wrede, einigen konnten, setzen sie nun die kleine Lösung um.

Dabei sollen am Bahnhof und am Wanderparkplatz Info-Tafeln aufgestellt werden, nicht aber am Denkmal. Auf Nachfrage sagt von Wrede, dass er nach wie vor offen für Gespräche sei. Die durch die Stadt Willebadessen vorgelegten Verträge, durch die die Stadt vor Ort die Unterhalts- und Verkehrssicherungspflichten übernimmt, möchte er aber nicht unterzeichnen, solange nicht für die Stadt durch einen externen Berater ein Tourismuskonzept erstellt wird.

Dies habe er häufig betont, sei aber in Stadt, Verwaltung und Politik auf Desinteresse gestoßen. Generell gebe es in der Eggestadt »wenig bis gar keine Sympathie für Entwicklungskonzepte oder Ideen, die Willebadessen voran bringen«. Die mit Abstand größten Investitionen in Events und Touristik im Ort seien durch ihn erfolgt, dazu gehöre etwa der Umbau des Ackerstalls. »Ich habe das Schloss nur zurückgeholt, weil es als Ganzes viel mehr wert ist als die Summe seiner Teile. Der Wald und die Alte Eisenbahn gehören dazu. Die Alte Eisenbahn war für mich auch immer Teil eines Konzeptes für den Tourismus.«

Von Wrede beklagt Desinteresse in Stadt, Verwaltung und Politik

Ohne so ein Konzept, das auch eine Verbindung zwischen dem Tourismus an der Alten Eisenbahn und dem in der Eggestadt vorsehe, ergibt die geplante Umsetzung eines Themen-Wanderweges für ihn keinen Sinn. »Ich bin davon überzeugt, dass Willebadessen als Touristik-Ort eine große Zukunft hat, aber nur, wenn wir die Attraktionen, die wir am Ort haben, professionell und mit der Liebe zum Detail entwickeln und sie einem interessierten Touristikpublikum nahebringen«, sagt von Wrede.

Indes wird nun mit Hochdruck daran gearbeitet, das Fördergeld auszugeben, dass für die Info-Tafeln und die Stahl-Silhouetten bewilligt wurde. »Die Mittel stehen bis Ende des Jahres zur Verfügung. Bis dahin brauchen wir auch die Rechnungen«, erklärt Fritz Jürgens, der bei der CAU arbeitet, an der Alten Eisenbahn einer der Grabungsleiter war und sich mit um den 13.000-Euro-Förderantrag gekümmert hatte, die Eile.

Wem gehört der Fußpfad zum West-Einschnitt?

Daher würden für die Stelen gerade Kostenvoranschläge eingeholt. Der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge übernehme das. Zudem werde geprüft, ob die Tafeln und Stelen nicht doch etwas näher an das Denkmal herangebracht werden könnten.

Der Fußpfad, der vom Wanderparkplatz zum West-Einschnitt führt, liege nämlich womöglich nicht auf Privatbesitz, sondern auf dem Grund der Stadt Willebadessen. ­»Das klären wir gerade. Falls ja, könnten wir auch dort etwas aufstellen.« Die Texte für die Info-Tafeln seien fertig, ebenso die Abbildungen. Das Setzen eines Info-Flyers habe nun begonnen.

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