Fr., 22.11.2019

Kleine Lösung kommt: Info-Tafeln am Denkmal sollen bis Februar 2020 stehen Alte Eisenbahn wird sichtbar

Am Wanderparkplatz Alte Eisenbahn sollen die erste Info-Tafel und zwei Stahl-Stelen die Besucher empfangen. Die Umsetzung der ­kleinen Lösung haben (von links) Nils Wolpert (LWL), Fritz Jürgens (CAU), Dr. Matthias Preißler (Stadt Lichtenau), Hans Hermann Bluhm (Stadt Willebadessen) und Birgit Griese-Lödige (Naturpark Eggegebirge/Teutoburger Wald) vor Ort erklärt.

Am Wanderparkplatz Alte Eisenbahn sollen die erste Info-Tafel und zwei Stahl-Stelen die Besucher empfangen. Die Umsetzung der ­kleinen Lösung haben (von links) Nils Wolpert (LWL), Fritz Jürgens (CAU), Dr. Matthias Preißler (Stadt Lichtenau), Hans Hermann Bluhm (Stadt Willebadessen) und Birgit Griese-Lödige (Naturpark Eggegebirge/Teutoburger Wald) vor Ort erklärt. Foto: Daniel Lüns

Von Daniel Lüns

Willebadessen/Lichtenau (WB). Die Alte Eisenbahn zwischen Willebadessen und Lichtenau wird sichtbar. Die Archäologen von LWL und Christian-Al­brechts-Universität Kiel (CAU), Vertreter der Städte Willebadessen und Lichtenau und des Naturparks Eggegebirge/Teutoburger Wald erklären nun, wie das Denkmal erlebbar gemacht wird.

Fünf Tafeln, sechs Stelen

Das geschieht auf Grundlage der kleinen Lösung: Rund um die Alte Eisenbahn werden künftig fünf Info-Tafeln stehen. Auf ihnen wird die Geschichte der ehemaligen Großbaustelle erfahrbar. Sechs jeweils 1,80 Meter hohe Stahlschnitte, welche die Arbeiter der damaligen Zeit zeigen, sollen die Tafeln ergänzen.

Eine Stele wird am Bahnhof in Willebadessen aufgestellt. Dort wird auch eine Info-Tafel errichtet. Auf ihr wird zu lesen sein, wie die Eisenbahn nach Willebadessen kam – und warum Lichtenau keinen Bahnhof bekam. Die Tafel soll auch darauf hinweisen, wo die ehemalige Großbaustelle zwischen Willebadessen und Lichtenau im Wald liegt und dass dort noch viel mehr zu erfahren ist.

Einführung am Wanderparkplatz

Am Wanderparkplatz Alte Eisenbahn werden dann zwei Stahl-Stelen und eine Info-Tafel die Besucher willkommen heißen. Dort ist es eine allgemeine Einführung zu lesen. Weiter geht es auf dem Fußweg, der vom Parkplatz aus nach Nordwesten führt. Nach wenigen Metern weist dort eine Info-Tafel samt Stele auf das ehemalige Wächterhaus hin. Wanderer erfahren mehr über die etwa 600 Arbeiter, die vor 170 Jahren im Eggegebirge tätig wären.

Weiter geht es in nordwestlicher Richtung. Auf Höhe eines ehemaligen Richtstollens wird eine Stele stehen. Auf einer Info-Tafel wird die Technik der damaligen Zeit, insbesondere die Vermessung der Baustelle, erklärt. Die letzte Info-Tafel und eine weitere Stele steht schließlich am westlichen Einschnitt der Alten Eisenbahn. Dort wird die Legende behandelt, dass Wassereinbrüche zum Ende der Arbeiten geführt hätten. Bis Ende Februar 2020 sollen die Stelen und Tafeln stehen. Zudem soll der Wanderparkplatz Alte Eisenbahn erneuert werden.

Variante wird doch größer

Wie berichtet wird die geplante große Lösung nicht umgesetzt. Sie sah vor, dass auch am östlichen Einschnitt Info-Tafeln und Stelen aufgestellt werden. Das sollte an den Ausgrabungsorten der Schenke und der Schmiede geschehen. So sollte ein Themen-Wanderweg entstehen. Da sich die Beteiligten nicht mit dem Eigentümer des Areals, Konstantin Freiherr von Wrede, einigen konnten, setzen sie nun die kleine Lösung um.

Eine abgespeckte Variante, die jedoch größer wird, als anfangs gedacht. Der Fußpfad, der vom Wanderparkplatz zum West-Einschnitt führt, liegt ebenfalls auf dem Gelände von Konstantin Freiherr von Wrede. Daher wollten die Beteiligten dort nichts aufstellen. Nun ist aber klar: Das Areal, dass nördlich an den Weg grenzt, gehört der Stadt Willebadessen. Daher werden die Tafeln und Stelen nicht auf den Weg gestellt, sondern direkt daneben.

Buch zur Alten Eisenbahn

Damit sind Fritz Jürgens (CAU) und Nils Wolpert (LWL) sehr zufrieden. Als Archäologen von 2016 bis 2018 vor Ort arbeiteten, waren die Forscher als Grabungsleiter im Einsatz. Seitdem setzen sie sich dafür ein, die Alte Eisenbahn erfahrbar zu machen. »Wir hätten lieber die große Lösung gehabt«, sagt Jürgens. »Aber nun können wir alles unterbringen, was wir vermitteln wollten.« Wolpert ergänzt: »Wir sind froh, dass wir etwas hinterlassen können.«

Neben dem Gestalten von Tafeln und Stelen wirken sie auch an einem Flyer mit . Zudem setzen sie der Alten Eisenbahn textlich ein Denkmal: Die Ergebnisse der jahrelangen Forschung und die Geschichte des Areals werden die Forscher in einem Buch zusammenfassen. Es wird in der LWL-Schriftreihe »Montanarchäologie in Westfalen« erscheinen. Eine Veröffentlichung des Buches ist bis Ende 2020 geplant.

Denkmal wird beworben

Über diese Entwicklung freuen sich auch Dr. Matthias Preißler (Stadtmarketing Stadt Lichtenau) und Birgit Griese-Lödige (Naturpark Eggegebirge/Teutoburger Wald). Sie sehen die Alte Eisenbahn als Ergänzung ihres touristischen Angebotes – und wollen das Denkmal bewerben.

»Wir erstellen gerade neue Erlebniskarten, da wird die Alte Eisenbahn drinstehen. Uns liegt diese Ecke am Herzen«, sagt Griese-Lödige. »Das hier passt gut in das Konzept, das wir auch fahren«, ergänzt Preißler. »Die Stadt Lichtenau und die Stadt Willebadessen wachsen in Sachen Tourismus immer weiter zusammen«, sagt Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm.

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