Fr., 27.12.2019

An der Eggeschule in Peckelsheim hat sich eine neue Initiative gebildet Mit „FairBus“ gegen Verkehrsprobleme

Rund um die Eggeschule gibt es wie auch an dereren Bildungseinrichtungen Probleme mit der Schülerbeförderung. Klagen gab es über die Busverbindungen und die vielen Elterntaxis. Das Projekt „FairBus“ soll das ändern.

Rund um die Eggeschule gibt es wie auch an dereren Bildungseinrichtungen Probleme mit der Schülerbeförderung. Klagen gab es über die Busverbindungen und die vielen Elterntaxis. Das Projekt „FairBus“ soll das ändern. Foto: Daniel Lüns

Von Jürgen Vahle

Peckelsheim (WB). Solange Schüler mit Bussen zur Schule oder nach Hause gefahren werden, gibt es Probleme. Oft kurz nach den Ferien treten sie auf, wenn die Absprachen noch nicht richtig sitzen. Manchmal gibt es auch längere Zeit Ärger. So auch an der Eggeschule in Peckelsheim. Doch dort haben Eltern, Schule und Busunternehmen eine Institution etabliert, die den Ärger über die Schülerbeförderung verhindern soll: den „FairBus“.

Wie an vielen Orten gab es in Peckelsheim immer wieder Klagen über den Schülerbusverkehr. Montags, mittwochs und donnerstags seien die Busse nachmittags manchmal so voll, dass die Kinder kaum noch hineinpassten, um in die umliegenden Orte gebracht zu werden. Manchmal warteten Kinder viel zu lang, bis ihr Bus endlich ankam. Hinzu sei eine gewisse Disziplinlosigkeit gekommen: Schüler hätten Busse genommen und Plätze besetzt, die eigentlich für jüngere Kinder gedacht gewesen seien. Im Bus hätten sich die Mädchen und Jungen auch nicht immer wie Engel verhalten. Auf der anderen Seite wurde den Fahrern vorgeworfen, zu schnittig in die Haltestellen einzubiegen und bei den Routen gerne auch einmal andere Strecken zu wählen.

Solange Schüler mit Bussen zur Schule oder nach Hause gefahren werden, gibt es Probleme. Oft kurz nach den Ferien treten sie auf, wenn die Absprachen noch nicht richtig sitzen. Manchmal gibt es auch längere Zeit Ärger. So auch an der Eggeschule in Peckelsheim. Doch dort haben Eltern, Schule und Busunternehmen eine Institution etabliert, die den Ärger über die Schülerbeförderung verhindern soll: den „FairBus“. Foto: Jürgen Vahle

All diese Vorwürfe und Probleme wollte der Elternrat der Eggeschule nicht länger akzeptieren. Um das Problem zu umreißen, wurde zunächst eine schriftliche Befragung der Eltern vorgenommen. 340 Familien wurden um eine Stellungnahme gebeten, 25 antworteten. „Die Resonanz war nicht sehr gut, hat uns aber eine Grundlage für Gespräche gegeben“, berichtet Susanne Engemann aus Altenheerse, die ein Kind an der Eggeschule hat und die in den Elternrat gewählt worden ist.

Eltern wurden befragt

Nächster Schritt: ein runder Tisch, den sie gemeinsam mit dem Team der Schulpflegschaft und den beiden Elternratsvertreten Dietrich Schade aus Eissen und Norbert Schümann aus Ikenhausen einberief. „Von Beginn an hieß unser Projekt ‚Fair-Bus‘, wir wollten keine Vorwürfe wiederholen, sondern die Probleme benennen und lösen“, berichtet Norbert Schümann.

Und so saßen neben zahlreichen Eltern und den Schülervertretern auch Anita Poschmann (allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters), Stefan Gördemann (Schulamtsleiter), Dirk Hänsgen (Busunternehmen Go On), Tobias Krefeld (Reifers Reisen), Schulleiter Martin Sälzer sowie Vertreter der Polizei mit am Tisch.

Pragmatische Lösungen gefunden

Schnell sei im Gespräch klar geworden, dass sich die Gründung des „FairBus“-Systems gelohnt habe, berichten die Eltern. Zum einen sei deutlich benannt worden, wie die rechtliche Situation aussieht und dass eben nicht jedes Kind im Bus ein Anrecht auf einen Sitzplatz habe. Auf der anderen Seite habe es schnell pragmatische Lösungen gegeben. So sei ein zusätzlicher 25-Sitze-Bus eingesetzt worden, der nachmittags auf der besonders überfüllten Linie nach Willebadessen fährt.

Einige Probleme bleiben aber weiterhin ungelöst

Am 30. Januar sind die Eltern der Schulpflegschaft eingeladen, um an der Gestaltung der neuen Fahrpläne mitzuarbeiten. Außerdem sollen die Kinder der 5. Klasse in Zukunft in den Genuss einer so genannten Busschule kommen, in der ihnen gezeigt wird, wie und warum sie sich im Bus auf eine bestimmte Art zu benehmen haben – zum Beispiel den Ranzen abzusetzen, damit mehr Schüler im Bus Platz finden und niemand verletzt wird. Eltern erhalten das Angebot, kostenlos als Busbegleiter mitzufahren. Zudem gab es das Versprechen, dass klare Fahrrouten gewählt werden. Die Zahl der zu befördernden Schüler soll besser zwischen Schule und Busunternehmen abgesprochen werden. Auf der Strecke sollen zudem in Zukunft neuere Busse eingesetzt werden, in denen mehr Schüler Platz finden.

Einige Probleme bleiben aber weiterhin ungelöst: Lange Fahrzeiten und späte Abfahrtzeiten nach der Schule werden wohl vorerst bleiben, weil aus Kostengründen Kinder verschiedener Ort in einem Bus gefahren werden. Die Optimierung der Fahrpläne soll jedoch in Zukunft eine Verbesserung bringen. Auch die Gefahr durch die Elterntaxis rund um die Eggeschule ist noch nicht gebannt worden. Aktuell wird hierzu durch die Beteiligten des runden Tisches ein Mobilitäts-Workshop vorbereitet.

Gute Möglichkeit für andere Kommunen

Dennoch: Die Elternpflegschaft ist mit dem Ergebnis zufrieden und glaubt, dass der „FairBus“ auch für andere Kommunen eine gute Möglichkeit sei, Probleme dieser Art zu lösen. „Meist ist es doch so, dass es nur Probleme in der Kommunikation zwischen Schule, Eltern und Busunternehmen gibt“, macht Norbert Schümann deutlich.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7154378?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851059%2F