Mo., 30.12.2019

Alle Vorstellungen der Theater AG „Vorhang auf“ ausverkauft – Premiere begeistert Klostergeist durchkreuzt teuflischen Plan

Gelungene Premiere: Mit ihrer Komödie „ „Heribert, der Klosterfraunarzissengeist“ haben die Darsteller der Theater-AG „Vorhang auf“ das Publikum in der Sekundarschule in Peckelsheim begeistert. Alle Aufführungen sind ausverkauft.

Gelungene Premiere: Mit ihrer Komödie „ „Heribert, der Klosterfraunarzissengeist“ haben die Darsteller der Theater-AG „Vorhang auf“ das Publikum in der Sekundarschule in Peckelsheim begeistert. Alle Aufführungen sind ausverkauft. Foto: Verena Schäfers-Michels

Peckelsheim (WB/vsm). Hinter Klostermauern spielte am vergangenen Freitag die Premiere des neuen Stücks der Theater-AG „Vorhang auf“ in der Aula der Sekundarschule Peckelsheim. Mit der Komödie „Heribert, der Klosterfraunarzissengeist“ in drei Akten kitzelte das Team wieder einmal sämtliche Lachmuskeln seiner Zuschauer. Mit jeweils 340 verkauften Karten pro Vorstellung waren die drei Aufführungen des Stücks schnell ausverkauft.

Zur Begrüßung führten die Regisseurinnen Sabine Gröppel und Elisabeth Schorr-Schaaf in das Thema ein und erinnerten auch an jemanden, der in diesem Jahr in der Runde von „Vorhang auf“ eine Lücke hinterlassen hat. „Der Mann mit dem Glöckchen fehlt“, sagte Sabine Gröppel und meinte damit Klaus-Dieter Lenz, Gründungsmitglied und langjähriger Regisseur der Theatergruppe, der bis zu seinem Tod im September stets hinter der Bühne aktiv war und die Pausen zwischen den Akten mit einem Glöckchen einläutete. Ein Foto von Lenz neben der Bühne erinnerte an das Urgestein.

Zwei neue Gesichter verstärken in dieser 21. Saison die Schauspielerriege. Marlies Reuter, die bisher im Hintergrund eine helfende Hand war, gab gekonnt ihr Debüt als Oberin Gottfrieda, die gute Seele des Ursulinenklosters, das sich im Mittelalter einen Namen als Geburtsstätte des Klosterfraunarzissengeistes gemacht hatte.

Einen Kirschlikör mit dem titelgebenden Namen hatte die Feindestillerie Geistreich aus Willebadessen eigens für das Stück kreiert. In kleinen Fläschchen war der Likör in den Pausen an der Theke zu erstehen.

Worum geht es im Stück?

Alte Gemäuer ohne Hausgeist kann es doch nicht geben. Trotzdem sind die drei Ursulinen Gottfrieda (Marlies Reuter), Appolonia (Diana Temme) und Pankrazia (Ilga Michels) bass erstaunt, als sie Klostergeist Heribert (Sven Krain) begegnen. Im Mittelalter hatte er in ihrem Kloster als Franziskanerbruder höchst erfolgreich und verbotenerweise Narzissengeist gebraut, was ihn schließlich Kopf und Kragen kostete. Nachdem er Jahrhundertelang unsichtbar blieb, ist er nun zurückgekommen, um den Schwestern beizustehen, denn ihnen soll ihr Heim entrissen und dieses in eine Casinomeile umfunktioniert werden.

Auch den Nonnen soll in heutiger Zeit das Schnapsbrauen zum Verhängnis werden. Bürgermeister Egon Dünkel (Paul Arens) weiß um die fehlende Konzession und nutzt die Chance, den Vertrag für die an das Kloster verpachteten Ländereien zu kündigen, und Domkapitular Hansemann (Hubertus Kaufmann) will das Gebäude im Glauben, es werde zu einem Waisenhaus umgebaut, an die Gräfin Elvira von Suppenhahn (Mareike Dilli) und ihren zwielichtigen Partner Bruno Schnappes (Jonas Kaufmann) verkaufen. Ein Waisenhaus wäre schließlich viel gottesfürchtiger als der Sündenpfuhl dreier ältlicher Nonnen, die dem Laster des Alkohols verfallen sind. Denn der Geistliche ist sicher: „Der Teufel hat den Schnaps gebrannt, um uns zu verderben!“

Uriges Nonnentrio und ein gewitzter Gärtner

Unterstützt wird das urige Nonnentrio von dem gewitzten Gärtner Karlchen Krötz (Christoph Köneke) und dem gutmütigen Pastor Moritz (Daniel Rebmann), der auch mal fünfe gerade sein lässt. In einer Doppelrolle als hellseherische Kräuterfrau Babett und erboste Bürgermeistergattin brillierte Tanja Rebmann. Spaß an Slapstick-Einlagen hatte Sven Krain als Narzissengeist Heribert. Er ging voll in seiner Rolle als spitzfindiger und schamloser Geist auf und spielte sich sofort in die Herzen der Zuschauer. Insgesamt besticht das Stück durch seine kauzigen Rollen, die ideal besetzt wurden von der schwerhörigen Braumeisterin (Diana Temme), über die Schurken (Paul Arens, Mareike Dilli und Jonas Kaufmann) bis zum fehlgeleiteten Domkapitular (Hubertus Kaufmann).

Einen höchst amüsanten Start in das neue Jahr werden die Besucher der letzten Vorstellung am Freitag, 3. Januar, ab 19.30 Uhr in der Aula der Sekundarschule genießen.

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