Salon „HaarX-Friseur“ bedankt sich bei Mitarbeitern des Höxteraner Krankenhauses
Kostenlose Haarschnitte nach der Krise

Höxter  (WB). „Die Gesundheit steht an erster Stelle. So kann die Ausbreitung des Corona-Virus gestoppt und eingedämmt werden“, ist Natalie Zezios überzeugt. Die Chefin des Friseursalons „HaarX-Friseur” in der Westerbachstraße in Höxter zeigt für die weitreichenden Verbote der NRW-Landesregierung sowie der Bundesregierung Verständnis. „Bleiben Sie zu Hause“, appelliert sie zudem an die Bürgerinnen und Bürger.

Dienstag, 24.03.2020, 06:04 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 22:16 Uhr
Natalie Zezios, Chefin im „HaarX-Friseur“, steht hinter den Verboten. Die Friseurmeisterin bietet für die Zeit nach der Krise allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des St.-Ansgar-Krankenhauses als Dankeschön jeweils einen kostenlosen Haarschnitt an. Foto: Jürgen Drüke
Natalie Zezios, Chefin im „HaarX-Friseur“, steht hinter den Verboten. Die Friseurmeisterin bietet für die Zeit nach der Krise allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des St.-Ansgar-Krankenhauses als Dankeschön jeweils einen kostenlosen Haarschnitt an. Foto: Jürgen Drüke

Verständnis für Maßnahmen

Friseure, Massagesalons und Tattoo-Studios werden mindestens bis zum 19. April geschlossen bleiben müssen. „Personal und Kunden sind den Gefahren der Ansteckung ausgesetzt. Ein Mindestabstand von 1,5 Metern kann beim Haareschneiden nicht eingehalten werden. Die Schließungen sind richtig“, betont Zezios. Zahlreiche Kunden riefen gestern bei ihr an. Die Friseurmeisterin notierte bereits Termine für die Zeit danach – in der Hoffnung, dass es nach den Osterferien am 19. April wieder los geht. Dabei war Natalie Zezios zunächst nur von zwei Wochen bis zum 6. April ausgegangen, doch in NRW wurden die Vereinbarungen von Bund und Ländern um weitere zwei Wochen ausgeweitet. „Auch diese schwerwiegende Krise wird ein Ende haben. Und dann werden wir alle noch gestärkter sein und Lösungen finden. Wir kommen wieder, ganz bestimmt“, macht die Kreisstädterin Mut und appelliert: “Wir müssen jetzt alle zusammenhalten, im Interesse derer, die besonders gefährdet sind.“ Das Team des HaarX-Friseurs in Höxter sitze bereits in den Startlöchern und würde sich auf das Wiedersehen freuen. „Bleiben Sie gesund“, steht an der Eingangstür des Salons.

Gestärkt aus der Krise

Natalie Zezios hat sich für die Zeit nach der Corona-Krise bereits etwas ganz Besonderes einfallen lassen: „Alle Mitarbeiter des Höxteraner St.-Ansgar-Krankenhauses erhalten von uns einen Haarschnitt gratis, wenn wir den Betrieb wieder aufnehmen.“ Den Ärzten und Pflegekräften könne in dieser schweren Zeit nicht genügend Anerkennung gezollt werden. Natalie Zezios, die vor einem Jahr an Krebs erkrankt war, betont: „Es geht darum, dass das Coronavirus nicht die chronisch Kranken und älteren Menschen erreicht. Die einschneidenden Verbote sind richtig.“

Auch die Betreiber von Massagesalons und Tattoo-Studios haben seit gestern Morgen geschlossen: „Wir haben unsere Kunden bereits vor zehn Tagen auf Einschränkungen und Regeln hingewiesen, die es einzuhalten galt. Die Gefahr der Infizierung mit dem Virus ist in einem Tattoo­studio groß“, weiß Deni Matic, Besitzerin des Tattoostudios „Farbbunker“ in Höxter. Das Stechen von Tattoos sei in dieser Zeit nicht angesagt.

Restaurants verkaufen nur außer Haus

Auch Restaurants und Kantinen müssen schließen. Erlaubt ist der Verkauf an Imbissständen unter Einhaltung der Abstände. Die Kunden müssen, wie vorgeschrieben, das Essen mitnehmen. „Unsere Imbissstände an den Realmärkten in Brakel und Detmold sind aktuell von 11 bis 19 Uhr sowie auf dem Marktplatz in Höxter von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Die Teams arbeiten in festen Besetzungen, wir wechseln jetzt aufgrund der Ansteckungsgefahr nicht durch“, betont Chef Christof Hecker von den Hecker-Imbissbetrieben und Fleischereien.

„Wir decken nur noch für das Frühstück ein. Mitarbeiter auswertiger Firmen erhalten bei uns ihre erste Mahlzeit am Tag. Die Mindestabstände werden eingehalten, an jedem Tisch dürfen nicht mehr als zwei Personen sitzen“, berichtet Geschäftsführerin Ute Sievers, die mit ihrem Ehemann Rainer das Hotel Stadt Höxter in der Uferstraße betreibt. Das Restaurant des Hotels sei bereits vor dem Verbot geschlossen worden. „Küchenpersonal und Servicekräfte bauen freie Tage ab oder befinden sich im Urlaub. Wir werden von der Kurzzeitarbeit Gebrauch machen“, hofft Sievers darauf, dass das Coronavirus ganz schnell eingedämmt wird. „Die Buchungen sind rapide eingebrochen. Wenn mir noch vor zwei Wochen jemand gesagt hätte, dass es so schlimm kommen würde, hätte ich ihm das nicht abgenommen.“ Das Hotel bleibe vorerst noch offen. „Die Gastronomie ist in Deutschland ein großer Wirtschaftsfaktor. Sicherlich hat sie deshalb jegliche Unterstützung verdient“, sagt Ute Sievers. Die Sievers halten durch und setzen auf die Vernunft der Menschen: „Bleibt zuhause, damit wir bald alle wieder rausgehen können.“

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