Corona-Krise trifft auch die Verkehrsbranche im Warburger Land hart
Auftragsbücher leer gefegt

Borgentreich (WB). Ohne Nummernschilder stehen die Reisebusse der Firma „Rose-Reisen“ in der Halle in Lütgeneder. „Wir haben unsere drei Reisebusse abgemeldet“, sagt Inhaberin Judith Rose-Willmes. „Ich rechne damit, dass das Reisesegment in diesem Jahr komplett wegbricht.“

Freitag, 27.03.2020, 07:00 Uhr
Judith Rose-Willmes, Inhaberin von Rose-Reisen, ist in großer Sorge. Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass ihre Auftragsbücher praktisch leer sind. Nur der Liniendienst bringt derzeit noch ein wenig Umsatz. Foto: Silvia Schonheim
Judith Rose-Willmes, Inhaberin von Rose-Reisen, ist in großer Sorge. Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass ihre Auftragsbücher praktisch leer sind. Nur der Liniendienst bringt derzeit noch ein wenig Umsatz. Foto: Silvia Schonheim

Innerhalb von einer Woche sei der Auftragskalender leer gewesen. „Vereine, Gruppen und Schulklassen haben ihre Busreisen aufgrund der Pandemie storniert“, berichtet die 33-jährige Geschäftsführerin des Unternehmens mit Sitz in Großeneder. Schulen in allen Bundesländern würden Busfahrten bis zu den Sommerferien absagen. „Bei all den Stornierungen versuchen wir, zumindest die Fixkosten, die ein Bus pro Tag verursacht – das sind rund 120 Euro –, geltend zu machen“, erklärt Judith Rose-Willmes. Sie versichert ihren Kunden aber auch, dass es für jede Stornierung eine Lösung gibt.

Kurzarbeit zum 1. April

Den Antrag auf Kurzarbeit zum 1. April habe sie an diesem Montag losgeschickt. Bei „Rose-Reisen“ sind 20 fest angestellte Busfahrer und 20 Mini-Jobber von der Corona-Krise betroffen. „Die Mini-Jobber sind zuhause und haben leider kein Recht auf Kurzarbeiter-Geld. Für die anderen Fahrer finden wir individuelle Lösungen“, verspricht sie. „Wir haben gute Leute, die wir auch halten wollen“, betont die 33-jährige Unternehmerin. Sie wisse aber auch, wie schwierig es gerade für Alleinverdiener sei, mit nur 60 Prozent des Lohns eine Familie zu ernähren.

Nur noch Krankenfahrten

Zum Schutz der Mitarbeiter und der Fahrgäste hat das Warburger Unternehmen Lütkevedder aufgrund des sich ausbreitenden Coronavirus seinen Betrieb eingestellt – voraussichtlich bis zum 19. April. „Vorbestellte Krankenfahrten, Serienfahrten sowie Dialysefahrten werden weiterhin durchgeführt“, sagt der Chef Hermann-Josef Lütkevedder. „Wir arbeiten mit einer Notbesetzung. Zwei Mitarbeiter übernehmen diese Fahrten“, erklärt er.

Knapp 80 Fahrer des lokalen Beförderungsdienstleisters müssten indes zuhause bleiben. „Alle Fahrten zu Behindertenwerkstätten, Schulen oder Kindergärten fallen ja weg“, sagt Lütkevedder. Betroffen seien Teilzeit- und Vollzeitkräfte genauso wie Mini-Jobber. „Ziel all unserer Anstrengungen ist es“, sagt eine Personalsachbearbeiterin des Unternehmens, „dass am Ende der Krise möglichst alle Mitarbeiter weiterhin beschäftigt werden können.“

...

 

„Unser Unternehmen rettet zurzeit, dass wir mehrere Standbeine haben“, sagt Judith Rose-Willmes. Während neben den Reisen auch die werktäglichen Fahrten zu Werkstätten und Förderschulen komplett weggefallen seien, laufe der öffentliche Nahverkehr ja derzeit im Ferienfahrplan weiter. „Das hilft uns weiter. Wir hoffen“, so die 33-Jährige, „dass das so bleibt.“

Fahrgäste verhalten sich vorbildlich

Die Fahrgäste, die den öffentlichen Nahverkehr nutzen, würden sich vorbildlich verhalten, berichtet Judith Rose-Willmes. „Die Tür beim Busfahrer bleibt geschlossen. Die Fahrgäste steigen hinten ein und halten untereinander Abstand. Der Fahrschein muss nicht vorgezeigt werden“, berichtet die Geschäftsführerin von „Rose-Reisen“. Durch diese Regelungen würde für die Busfahrer kein Risiko bestehen. Judith Rose-Willmes: „Busfahrer und Fahrgäste kommen gar nicht in Kontakt. Diese Regelung dient dem Schutz beider Parteien.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7343042?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851059%2F
Arzt soll Patientinnen in Klinik vergewaltigt haben
Eventuell stehen die mutmaßlichen Taten im Zusammenhang mit Untersuchungen in einem MRT wie diesem. Foto: Huang
Nachrichten-Ticker