Freude in Brenkhausen – großer Einsatz von Ole Meier wird belohnt
Bus hält wieder in der Dorfmitte

Höxter-Brenkhausen (WB). Ole Meier ist am Ziel: Der Gymnasiast hat 226 Unterschriften gesammelt und vermeldet nun den Durchbruch: Die Bushaltestelle in der Dorfmitte von Brenkhausen soll von der Linie „Hx4“ ab Montag, 20. April, wieder stündlich angefahren werden. Die Petition „Busstopp” ist auf breite Unterstützung der Bürger gestoßen.

Freitag, 27.03.2020, 19:25 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 20:26 Uhr
Es ist geschafft: Die Bushaltestelle Dorfmitte wird im Schelpedorf Brenkhausen bald wieder stark frequentiert sein. Der große Einsatz und die Zivilcourage von Gymnasiast Ole Meier (17) haben sich gelohnt. Foto: Jürgen Drüke
Es ist geschafft: Die Bushaltestelle Dorfmitte wird im Schelpedorf Brenkhausen bald wieder stark frequentiert sein. Der große Einsatz und die Zivilcourage von Gymnasiast Ole Meier (17) haben sich gelohnt. Foto: Jürgen Drüke

Einsatz hat sich gelohnt

„Der Einsatz hat sich gelohnt. Dafür habe ich auch schon sehr viel Lob bekommen“, berichtet der Zehntklässler des König-Wilhelm-Gymnasiums stolz. Als der engagierte Jugendliche die Nachricht von der zuständigen BVO (Busverkehr Ostwestfalen GmbH) bekam, lagen zwei Monate Einsatz für die gute Sache hinter ihm. „Es war insbesondere für die älteren Menschen, die auf den Bus angewiesen sind, eine gute Nachricht. Der Fußweg vom Unterdorf zur nächsten Bushaltestelle am Krieger­ehrenmal im Oberdorf beträgt einen halben Kilometer“, sagt Meier. Für viele Seniorinnen und Senioren sei das nur sehr schwer zu schaffen. Die Schüler des Unterdorfes würden sich zudem riesig darüber freuen, dass die BVO, die unter dem Angebotsnamen DB Ostwestfalen-Lippe-Bus agiert und Buslinien im Regional- und Stadtverkehr im Gebiet des „TeutoOWL“ sowie der Verkehrsgemeinschaft Paderborn-Höxter betreibt, eingelenkt habe. „Letztlich bin ich mit den Unterschriften bis zur Chefetage in Paderborn vorgedrungen und habe Gehör gefunden.“ Der Chef habe nachvollzogen, dass der Busstopp in der Mitte des Ortes, der 1300 Einwohner zählt, für viele Menschen wichtig sei: „Der zuständige Mann war beeindruckt“, sagt Meier. Vor vier Monaten war der Jugendliche bei der BVO noch auf taube Ohren gestoßen: „Ich habe fünfmal angerufen. Niemand fühlte sich zuständig. Sie wollten mich nicht hören.“ Dafür sei das Unternehmen „Busstopp in der Dorfmitte“ von allen Bürgerinnen und Bürgern Brenkhausens mitgetragen worden. Mehr Unterstützung hätte sich der Gymnasiast allerdings von den heimischen Kommunalpolitikern gewünscht: „Es haben zwar einige Ortsausschussmitglieder die Petition unterschrieben, mehr haben sie allerdings auch nicht getan. Sie hätten das Thema aufgreifen, es auf die Tagesordnung des Ortsausschusses setzen und sich kümmern können“, zeigt sich der Schüler von den Parteivorständen und Ausschüssen enttäuscht. Man müsse sich nicht wundern, wenn insbesondere bei jungen Menschen das Interesse an der Politik abnehme. Immerhin hätten sich die Bürger für Höxter (BfH) nach einem Bericht im WESTFALEN-BLATT, der am 16. Januar erschienen ist, nach dem Stand der Dinge erkundigt.

Erfolg ist Motivation

Für seine Zivilcourage hat sich Ole Meier bei Schülern und Lehrern des König-Wilhelm-Gymnasiums großes Lob eingeheimst. „Das motiviert sehr“, kann er sich durchaus vorstellen, im ehrenamtlichen oder später im kommunalpolitischen Bereich tätig zu werden. „Es ist doch super, wenn du dich einsetzt und anderen Menschen helfen kannst. Es ist einfach ein großes Glück.“

Ole Meier, dessen Lieblingsfächer Englisch, Geschichte und Erkunde sind, will später einmal Pilot werden: „Das ist mein großer Wunsch.“ Trotzdem will er sich für die heimische Region einsetzen. Und aktuell: „In Zeiten von Corona habe ich viel Zeit. Nur Hausaufgaben lasten mich nicht aus. Mit Freunden kann ich mich in diesen Tagen auch nicht treffen. Gut, dass die Menschen die Abstände einhalten“, hebt der Schüler hervor. Nun freut er sich auf den Tag,  an dem der Bus wieder stündlich in der Dorfmitte von Brenkhausen anhalten wird.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Ole Meier ist mit bestem Beispiel vorangegangen. Von wegen, die Jugend von heute setzt sich nicht mehr ein, denkt nur noch an sich und mit Politik hat sie schon gar nichts am Hut. Der 17-jährige Gymnasiast hat sich nicht davon beeindrucken lassen, dass sein Anliegen bei der zuständigen Stelle lange auf taube Ohren gestoßen war. Der Jugendliche sammelte Unterschriften, für ihn gab es kein Halten mehr. Ole Meier macht Mut. Wer sich einsetzt und kämpft wird belohnt. In der Dorfmitte von Brenkhausen stoppt der Bus nun stündlich.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7346891?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851059%2F
Tönnies übernimmt 6000 Werkvertragsarbeiter
Mitarbeiter in der Zerlegung des Tönnies-Stammwerks in Rheda-Wiedenbrück. Foto:
Nachrichten-Ticker