Stromspeicher und Fotovoltaikanlage für Willebadessener Verwaltung
Rathaus für Krisenfall gerüstet

Willebadessen-Peckelsheim (WB). Hitze, Starkregen, Sturm: Gefühlt gibt es immer mehr Extremwetterereignisse. Was passiert, wenn durch eine Krise der Strom ausfällt? Telefon, Tablet, Computer, all das wäre rasch nutzlos. Schlimm für den Einzelnen, gravierend für eine Stadtverwaltung. Die Willebadessener wollen sich dagegen wappnen – und rüsten das Rathaus in Peckelsheim für den Krisenfall.

Montag, 30.03.2020, 09:00 Uhr
Thomas Meyer von der Firma „Eichsfeld Solar“ aus Thüringen installiert eine der 125 Solarzellen auf dem Dach des Willebadessener Rathauses. Die 40-KW-Anlage soll künftig die Stadtverwaltung mit Strom versorgen. Foto: Daniel Lüns
Thomas Meyer von der Firma „Eichsfeld Solar“ aus Thüringen installiert eine der 125 Solarzellen auf dem Dach des Willebadessener Rathauses. Die 40-KW-Anlage soll künftig die Stadtverwaltung mit Strom versorgen. Foto: Daniel Lüns

38.000 Kilowattstunden pro Jahr

Den Anfang machen 125 Fotovoltaikzellen, die auf dem Dach der Stadtverwaltung installiert wurden. 40 KW liefert die Anlage. Zum Vergleich: Für ein Einfamilienhaus reicht, je nach Bedarf, eine fünf bis zehn KW starke Anlage. Etwa 38.000 Kilowattstunden sollen die neuen Module pro Jahr an Strom liefern. Mehr als genug für den Eigenbedarf, erklärt Ansgar Grawe vom Technischen Bauamt: „Das Rathaus verbraucht etwa 20.000 Kilowattstunden pro Jahr.“

Ansgar Grawe vom Technischen Bauamt der Stadt Willebadessen hat die Maßnahmen geplant.

Ansgar Grawe vom Technischen Bauamt der Stadt Willebadessen hat die Maßnahmen geplant. Foto: Daniel Lüns

Grawe hatte die Idee, das Rathaus in Sachen Stromversorgung krisenfest zu machen. „Ich denke da nur an das Schneechaos im Münsterland im Jahr 2005 zurück. Da war tagelang der Strom ausgefallen“, sagt er. In manchen Orten hatten Helfer von Bundeswehr, THW und Feuerwehr sogar eine provisorische Stromversorgung einrichten müssen. Die Wiederholung so einer Krise – gerade in puncto Schneefall – sei zwar unwahrscheinlich, aber möglich. „Und wenn das passiert, sind wir autark.“

Batteriespeicher installiert

So könnte die Verwaltung im Ernstfall weiter das Tagesgeschäft erledigen. Auch ein Krisenstab könnte im Rathaus arbeiten. Einsätze oder Hilfsaktionen könnten vor Ort koordiniert werden. Und zwar auch dann, wenn gerade keine Sonne scheint. Denn mit dem Strom aus den Solarzellen werden künftig auch Batteriespeicher versorgt. Die stecken in Wechselrichtern, die im April eingebaut werden sollen.

Sie sollen die Rathausversorgung im Notfall sicherstellen. „Die Anlage erkennt, wenn die Netzfrequenz von 50 Hertz wegfällt. Dann schaltet sie in Sekunden auf Notstrom um“, erklärt Grawe. „Wenn wir das Personal im Rathaus zurückfahren, dann können wir etwa zwei Tage nur mit dem Strom aus den Batterien arbeiten.“ Die Wechselrichter könnten zudem ohne die Grundspannung aus dem Netz arbeiten.

Diesel-Generator als Reserve

Im besten Fall, also bei Sonnenschein, könne sich das Rathaus daher immer weiter versorgen. Sollte das nicht klappen, etwa durch bewölkten Himmel oder wenn die Batterien leer sind, steht zusätzlich ein Notstromgenerator bereit. Das 30 KW starke Aggregat ist mobil und schnell verlegbar. Es stammt von der Kläranlage.

„Dort war es nicht mehr ausreichend. Daher musste es ersetzt werden“, sagt Grawe. Die Eggestadt habe den Diesel-Generator aber nicht abgegeben, sondern eingelagert. Seitdem wartet er an der ehemaligen Hüssenbergschule auf seinen Einsatz. „Wir versuchen, uns flexibel aufzustellen und für einen Krisenfall gewappnet zu sein.“

Etwa 90.000 Euro kostet das Umrüsten des Willebadessener Rathauses. Die Eggestadt trägt etwa 25.000 Euro der Kosten. Das Projekt wird mitgetragen durch die Kommunale Energie aus der Mitte GmbH, einer Tochter des Energieversorgers EAM. Über das Programm „Progres.NRW“ bekommt die Stadtverwaltung 50 Prozent Zuschuss für die Batteriespeicher.

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