Honigbienen bieten die Rapsfelder die erste Tracht des Jahres
Sehr frühe Rapsblüte

Höxter (WB). Gerade in diesen herausfordernden Zeiten der Corona-Pandemie erfreuen sich viele Menschen umso mehr an dem schönen Wetter und der Natur. Viele waren Ostern unterwegs. Eine weithin leuchtend-gelbe Augenweide sind wieder die heimischen Rapsfelder.

Dienstag, 14.04.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 14:40 Uhr
Als Selbst- und Fremdbefruchter kann die Rapsblüte sich selbst und benachbarte Blüten befruchten. Durch den Flug von Insekten wie hier auf dem Foto von Honigbienen oder auch Wildbienen, Schmetterlingen und Fliegen ist der Ertrag nachweislich deutlich höher. Das Foto zeigt ein Rapsfeld unterhalb des Brunsberges in Höxter bei Godelheim und Gut Maygadessen. Foto: Michael Robrecht
Als Selbst- und Fremdbefruchter kann die Rapsblüte sich selbst und benachbarte Blüten befruchten. Durch den Flug von Insekten wie hier auf dem Foto von Honigbienen oder auch Wildbienen, Schmetterlingen und Fliegen ist der Ertrag nachweislich deutlich höher. Das Foto zeigt ein Rapsfeld unterhalb des Brunsberges in Höxter bei Godelheim und Gut Maygadessen. Foto: Michael Robrecht

Zeitiger als in anderen Jahren zeigen sie derzeit einen gelben Schimmer. „Aufgrund des milden Winters und der wärmeren Temperaturen sind schon Blüten zu sehen“, sagt Antonius Tillmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter.

Die Bestände auf den Feldern im Kreis sehen gut aus.

Antonius Tillmann

Bereits seit Anfang Februar habe die Vegetation eingesetzt. „Die Bestände auf den Feldern im Kreis sehen gut aus“, berichtet Tillmann. Klein und unauffällig haben die Rapsbestände den ganzen Winter hindurch auf dem Acker ausgesehen. Mit den wärmeren Temperaturen wachsen die Pflanzen in die Höhe und zeigen ihre Blüten. Sie erfreuen alljährlich Menschen und viele Kleinlebewesen. „Den Honigbienen bieten die Rapsfelder die erste Tracht des Jahres“, erläutert Tillmann und erzählt: „Von einem Hektar können sie bis 40 Kilogramm hellen, sämigen Rapshonig erzeugen.

„Raps ist eine sehr zuverlässige Honigtracht und bei unseren hiesigen Imkern beliebt“, sagt der Vorsitzende „Nebenbei befruchten die Bienen die Blüten.“ Die Arbeit der nützlichen Tiere sei von den Bauern geschätzt. Als Selbst- und Fremdbefruchter könne die Rapsblüte zwar sich selbst und auch benachbarte Blüten befruchten, aber bei Insektenbeflug durch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlingen und Fliegen sei der Fruchtansatz und Ertrag deutlich höher. „Vorteile also in mehrfacher Hinsicht“, betont Tillmann.

Körner haben hohen Ölgehalt

Die Blüten verwandeln sich bis zum Juli in Schoten mit kleinen, zwei Millimeter dicken Körnern, die einen sehr hohen Ölgehalt haben. Nach der Ernte im Juli werden die Körner gepresst. Das gewonnene Öl kann zum einen als Speiseöl oder Kraftstoff in Form von Biodiesel verwendet werden. Als Speiseöl steht Rapsöl nach Angaben der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) nach wie vor in der Beliebtheit auf Platz eins, weit vor Sonnenblumen- und Olivenöl. Ernährungsphysiologen empfehlen Rapsöl wegen seines sehr günstigen Fettsäuremusters. Rapsöl zeichnet sich mit einem hohen Gehalt an wertvollen Omega-3-Fettsäuren aus und trägt dazu bei, einen normalen Blutcholesterinspiegel aufrechtzuerhalten.

Zwei Varianten im Handel

Rapsöl wird in zwei Varianten im Handel angeboten: als geschmacksneutrales, raffiniertes oder als nussig-schmeckendes, kaltgepresstes Rapsöl. Seine heimische Herkunft und seine Vielseitigkeit sowohl beim Kochen, Braten und Backen als auch für die kalte Küche zur Herstellung von Dressings, Marinaden und Dips machen Rapsöl so beliebt. Neben seinem Geschmack ist es sein wichtiger Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung.

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