Heine Damenmoden aus Willebadessen trotzt Corona – Erste Aufträge liegen vor
Produktion auf Mundmasken umgestellt

Willebadessen (WB). Arbeitsbekleidung, Teile von Flugzeugsitzen, Innenausstattung für Caravans, Mode – das stellt die Firma Heine Damenmoden aus Willebadessen normalerweise her. Inmitten der Corona-Krise hat Geschäftsführerin Elke Heine die Produktion umgestellt. Die Mitarbeiter fertigen jetzt Mundmasken. Erste Aufträge liegen vor.

Montag, 20.04.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 20.04.2020, 15:24 Uhr
Die ersten 150 Masken überreichte Geschäftsführerin Elke Heine (links) im Beisein von Bürgermeister Hans Hermann Bluhm (rechts) als Spende an die beiden Seniorenheime im Ort. Am Wohnpark von „Zeit für Pflege“ nahm Sebastian Böttger die Masken an. Foto:
Die ersten 150 Masken überreichte Geschäftsführerin Elke Heine (links) im Beisein von Bürgermeister Hans Hermann Bluhm (rechts) als Spende an die beiden Seniorenheime im Ort. Am Wohnpark von „Zeit für Pflege“ nahm Sebastian Böttger die Masken an.

Zustande gekommen ist das durch einen Aufruf aus dem Regierungsbezirk Detmold, erklärt sie. Gesucht wurde medizinische Schutzkleidung – und Firmen, die sie herstellen. Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter wandte sich schließlich über Bürgermeister Hans Hermann Bluhm an die Firma Heine Damenmoden. Die Geschäftsführerin musste jedoch absagen, „da wir die medizinischen Standards und Zertifizierungsvoraussetzungen nicht erfüllen“, erklärt Heine.

„Stattdessen kam mir die Idee, die Produktion umzustellen und Mund- und Nasenmasken herzustellen.“ Die Behelfsmasken sollen für den Alltagsgebrauch sein. Sie bestehen aus Baumwolle und sind wiederverwendbar. Der erste Auftrag ließ nicht lange auf sich warten. Er kam von einer Steuerkanzlei aus Berlin. Weitere Aufträge folgten. „Wer mit älteren Menschen zu tun hat oder Kundenverkehr hat, der bestellt“, erklärt Heine. Die kleinste Bestellung bisher umfasste 50 Masken, die größte 500 Masken.

Bisher etwa 800 Masken hergestellt

Seitdem schneiden, nähen und packen die neun Mitarbeiter am Gänsebruch Maske um Maske. Die ersten 150 Stück spendete Heine im Beisein von Bürgermeister Hans Hermann Bluhm an die beiden Seniorenheime im Ort. Insgesamt wurden bisher etwa 800 Masken hergestellt. „Das sind noch nicht viele. Aber ich musste mich auch erst einmal dem Markt anpassen. Selbst in dieser Zeit geht man mit so einer Entscheidung ja auch ein unternehmerisches Risiko ein“, erklärt Elke Heine.

Mittlerweile macht die Produktion des Artikels etwa 99 Prozent der Produktion aus. Das Umschwenken auf den neuen Artikel war kein Problem, erklärt Heine: „In der Produktion waren wir schon vor der Krise sehr vielseitig.“ Mit www.heine-behelfsmasken.de hat das Unternehmen für das neue Produkt sogar einen eigenen Internetauftritt erstellt.

Betriebsferien abgesagt

Für die Fertigung der Mund- und Nasen-Masken hat die Geschäftsführerin sogar die Betriebsferien abgesagt. „Normalerweise wären wir seit Dienstag im Urlaub. Aber auch wir wollen in Zeiten von Corona unseren Betrag leisten“, erklärt Heine. Daher laufen die Nähmaschinen weiter. Das größte Problem sei, auf Dauer an geeignetes Material heranzukommen. „Noch haben wir genug.“

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