Rote Warnstufe wird für Willebadessen zurückgenommen
Weniger Nitrat im Wasser

Willebadessen (WB). Sind im Willebadessener Grundwasser zu viele Nitrate? Das zeigt „Elwas“ an, das Fachinformationssystem für die Wasserwirtschaftsverwaltung in NRW. Dort ist der Grundwasserkörper, der in Willebadessen den größten Flächenanteil einnimmt, rot markiert. In der Sitzung des Betriebsausschusses gab Betriebsleiterin Anita Poschmann nun Entwarnung. Das Wasser sei in Ordnung – nicht aber Datengrundlage, die zu dieser Klassifizierung führte.

Donnerstag, 23.04.2020, 09:58 Uhr aktualisiert: 23.04.2020, 10:00 Uhr
Das Grundwasser in Willebadessen ist weniger stark belastet als geglaubt. Foto:dpa
Das Grundwasser in Willebadessen ist weniger stark belastet als geglaubt.

Wie bei einer Ampel ist die rote Markierung kein gutes Zeichen, sagte Poschmann. Die Grundlage dafür sei aber eine Messstelle, die gar nicht in Willebadessen liege – sondern in Vörden. Dort sei zurzeit ein Nitratwert von 52 Milligramm pro Liter gemessen worden. Dieser werde nun für den ganzen Grundwasserkörper zugrunde gelegt. „Für den gesamten Einzugsbereich des Grundwasserkörpers ist also keinerlei Binnendifferenzierung vorgenommen worden“, sagte Poschmann.

„Latente Steigerung“

Weitere Daten oder Messwerte seien nicht ausgewertet worden. Bisher gelte ein Gebiet als nitratbelastet, wenn ein Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten werde. Zwar stelle das Wasserwerk der Stadt Willebadessen bei den Tiefenbrunnen in Peckelsheim, Niesen, Löwen und gelegentlich auch in Helmern eine latente Steigerung fest. Aber die Nitratwerte des Willebadessener Wassers seien „noch weit entfernt vom Grenzwert“, betonte Poschmann.

Durch die rote Markierung sehe die Düngeverordnung derzeit deutliche Einschränkungen in Bezug auf die Düngepraxis vor. Demnach könnte 20 Prozent weniger Masse ausgebracht werden. Die Einschränkung im Bereich des Wasserkörpers beziehe sich auf etwa 30 Prozent der Fläche des Kreises Höxter. Der Teilbereich des Grundwasserkörpers, der auf die Stadt Willebadessen entfallende, könne jedoch aus der genannten Wertung herausgenommen werden, „mit der Folge, dass die einschränkende Düngepraxis obsolet würde“, erklärte Anita Poschmann.

50 Milligramm pro Liter als Grenzwert

Denn mit der Änderung der Düngeverordnung solle die Definition, dass für ein Gebiet der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter gilt, aufgelockert werden. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) sollen aktuelle Daten als Grundlage der Bewertung genutzt werden. So könnten Teilbereiche des Grundwassers, die geringer belastet sind, aus den Regelungen herausgenommen werden.

„Nach Rücksprache mit der Unteren Wasserbehörde des Kreises Höxter nimmt die jetzt geplante Änderung der Düngeverordnung die ohnehin schon anvisierte ‚grüne‘ Kennzeichnung des Grundwasserkörpers für Teilgebiete des Kreises vorweg, die innerhalb des dritten Bewirtschaftungsplans der EU-Wasserrahmenrichtlinie vollzogen werden soll“, sagte Poschmann. Auch dort habe man mittlerweile die Notwendigkeit einer Differenzierung erkannt und werde die rote Kennzeichnung bei Willebadessen zurücknehmen.

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