Arbeiterwohlfahrt im Kreis Höxter legt Jahresbericht vor – Partner lassen ungewollt Schwangere häufig im Stich
Beratungsbedarf bleibt hoch

Kreis Höxter (WB). Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt hat eine Bilanz seiner Arbeit des vergangenen Jahres gezogen. „Betrachtet man das vergangene Jahr im Vergleich zu 2018, lässt sich feststellen, dass die Beratungszahlen sowohl in der allgemeinen Schwangerschaftsberatung als auch in der Konfliktberatung gleichbleibend hoch sind“, heißt es darin.

Dienstag, 26.05.2020, 09:00 Uhr
Das Team der Beratungsstelle (von links): Silke Niggemann-Boffer, Isabell Schröder, Cornelia Göhmann-Dobrott, Beate Knievel-Boraucke, Mareike Stöver. Foto: AWO Höxter
Das Team der Beratungsstelle (von links): Silke Niggemann-Boffer, Isabell Schröder, Cornelia Göhmann-Dobrott, Beate Knievel-Boraucke, Mareike Stöver. Foto: AWO Höxter

2018 suchten 426 Personen bei der Arbeiterwohlfahrt Rat, 2019 waren es 430. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1402 Beratungsgespräche geführt. „Das sind im Schnitt drei Gespräche pro Klientin“, sagt AWO-Geschäftsführer Wolfgang Kuckuk.

Die meisten Frauen und Familien suchten die Beratungsstelle nach wie vor aufgrund einer Schwangerschaft und der sich damit veränderten Lebenssituation auf. Aber auch die Zeit nach der Geburt eines Kindes brachte für viele den Impuls, sich bei der AWO zu melden. „Viele Familien befinden sich in finanziell sehr angespannten Lebenssituationen, die sich durch die Geburt eines Kindes oftmals noch verschärfen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes, der Beratungsstellen in Höxter, Bad Driburg, Steinheim und Beverungen unterhält.

Frauen allein bei Beratungen

Im Bereich der Konfliktberatung sei auffallend, dass die meisten Frauen diese Beratung nach wie vor allein wahrnehmen. „Dies zeigt, dass bei dem größten Anteil der Frauen, die sich in dieser Notlage befinden, die Unterstützung des Partners nicht gegeben ist“, resümieren die Berater. Insgesamt wurden im Jahr 2019 mit 63 Frauen 69 Konfliktberatungen geführt, im Jahr zuvor waren es 66 Gespräche für 61 Frauen.

Besondere Anerkennung und Dank möchte die AWO dem Kreis Höxter aussprechen: Der seit 2010 bestehende Familienplanungsfonds wurde im Jahr 2019 vom Kreis von 8000 Euro auf 12.000 Euro erhöht. Von dieser Summe erhält die AWO 6000 Euro. „Mit Hilfe dieser Unterstützung konnten wir 40 Frauen, die nur über ein geringes Einkommen verfügen, einen Zuschuss zur besseren Finanzierung ihres Verhütungsmittels gewähren“, berichtet Kuckuk. „Wir danken auch dem Frauennetzwerk Zonta, welches uns 2019 ebenfalls eine großzügige Spende für den Familienplanungsfonds hat zukommen lassen.“

Die Nachfrage nach den Workshops „Körper, Liebe, Doktorspiele“ und „Kinder stärken – gegen sexuelle Gewalt an Kindern“ sei 2019 massiv gestiegen. Die Arbeiterwohlfahrt mit Sitz in Bad Driburg konnte viele Elternabende und Erzieher-Workshops anbieten. „Dies zeigt, dass diese Thematik auch aufgrund der großen medialen Präsenz bei Eltern und Fachkräften wieder stärker im Fokus steht“, sagt Kuckuk.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7423226?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851059%2F
Touristen müssen bis 2. November raus aus Schleswig-Holstein
Hinweis auf die Maskenpflicht in Timmendorfer in Schleswig-Holstein Strand.
Nachrichten-Ticker