Auch NRW-Saunabetreiber freuen sich über die Erlaubnis zu öffnen
Wellness in und für Hotels

Bielefeld/Bad Driburg/Willebadessen (WB). Wellness – das ist Gesundheitspflege mit Wohlgefühl. Doch Wohlfühlen ist in der Corona-Pandemie für Hotellerie und Gastronomie zum Fremdwort geworden. Annabelle Gräfin von Oeynhausen-Sierstorpff, Chefin des „Gräflicher Park Health & Balance Resort” in Bad Driburg, hat dringend auf Erleichterungen gewartet. Folglich werden, da es nun gesetzlich in NRW möglich ist, gleich am Montag der gesamte Wellness- inklusive der Saunbereiche öffnen – unter Beachtung der Hygienevorschriften.

Samstag, 13.06.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 13.06.2020, 15:48 Uhr
Öffentliche Saunen und Wellness-Bereiche dürfen in Nordrhein-Westfalen ab Montag wieder öffnen. Foto: vabali spa/obs
Öffentliche Saunen und Wellness-Bereiche dürfen in Nordrhein-Westfalen ab Montag wieder öffnen. Foto: vabali spa/obs

Unternehmen sagten Hotelbuchungen ab

„Unsere Kundschaft wartet darauf“, sagt die Gräfin. Und auf die Privatkundschaft sei das Hotel in diesem Jahr besonders angewiesen, da bis Ende 2020 alle Konferenzen,

Annabelle Gräfin von Oeynhausen-Sierstorpff

Annabelle Gräfin von Oeynhausen-Sierstorpff Foto: Frank Spiegel

Produktpräsentationen und anderen Firmenveranstaltungen – immerhin 25 Prozent vom Umsatz – abgesagt seien. Weiter geschlossen ist der „Pferdestall“, eines der beiden Restaurants. Ein Grund ist der Gräfin zufolge, dass im anderen Restaurant wegen der Auflagen viel mehr Personal benötigt werde.

Von den 1500 Beschäftigten der gräflichen Unternehmensgruppe arbeiten 200 im Hotel-, Park- und Wellnessbereich. Kritisch sieht sie die Lage in den Kliniken. Hier hätte die Politik flexibler auf die Nichtbelegung von Intensivbetten, die für eventuelle Corona-Patienten freizuhalten waren, reagieren müssen.

„Situation in Hotels auf dem Land vergleichsweise gut“

Auch Joachim Avenarius, Inhaber des Hotels Jägerhof in Willebadessen und Vizepräsident des Dehoga-Bezirksverbandes OWL, sieht in der Öffnung der

Joachim Avenarius

Joachim Avenarius Foto: Daniel Lüns

Wellnessbereiche einen wichtigen Schritt zur Normalisierung . Schwierig sei vor allem noch die Lage der Hotels in Städten und vieler Restaurants. Manche Kunden würden von den Auflagen abgeschreckt. Von einem stark anziehenden Deutschland-Tourismus werde die Region Teutoburger Wald eher weniger profitieren, da OWL „nicht die typische Region für Familien mit schulpflichtigen Kindern ist“.

Probleme in Städten bestätigt auch Dehoga-Bezirkschef Andreas Büscher (Bielefeld). Wo Umsatz fehle, schaffe auch die Mehrwertsteuersenkung kaum Ausgleich.

32 Millionen „mehr oder weniger regelmäßig“ in der Sauna

Etwa 32 Millionen Bundesbürger gehen „mehr oder weniger regelmäßig“ in eine Sauna. Das ergab eine Studie des Branchenverbandes Sauna-Bund, der seinen Sitz in Bielefeld hat, für die Zeit vor Corona. Seit Mitte März sind alle öffentlichen Saunen zwangsläufig geschlossen. Auch wenn sie ab Montag in NRW unter Auflagen öffnen, ist Hans-Jürgen Gensow vom Sauna-Bund skeptisch: „Der Betrieb wird in vielen Fällen anfangs kaum rentabel sein.”

Mindesttemperatur bis auf weiteres 80 Grad

Zu den Auflagen, die NRW an die Öffnung einer Sauna stellt, gehören Maskenpflicht in bestimmten Bereichen und ein Mindestabstand von 1,50 Meter in der Sauna. Hinzu kommt eine Mindesttemperatur von 80 Grad. Nicht verboten und damit erlaubt sind, anders als in einigen anderen Bundesländern, Aufguss und Wedeln. Dampfbäder müsse noch geschlossen bleiben.

NRW ist bundesweit keineswegs Vorreiter. In Sachsen-Anhalt dürfen Saunen Gensow zufolge seit 28. Mai wieder öffnen. Geschlossen bleiben müssen sie derzeit noch Bayern, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Berlin.

Der Verein Sauna-Bund, 1949 in Düsseldorf gegründet und seit den 60er Jahren in Bielefeld, zählt 750 Mitgliedsunternehmen. Bislang seien sie fast alle von einer Insolvenz verschont geblieben, sagt Gensow. Insgesamt zählt die Branche in Deutschland 2150 öffentliche Saunen, nicht eingerechnet 5400 Einrichtungen in Hotels, 4500 in Fitnessstudios sowie 1,5 Millionen private Saunen.

Deutsche Aufgussmeisterschaft in Herford auf 2021 verschoben

2020 sollte das Finale der deutschen Aufgussmeisterschaften im H 2 O in Herford stattfinden. Wegen der Pandemie wurde der Wettbewerb auf 2021 verschoben.

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