Wolf oder Hund? – Ergebnisse der DNA-Proben stehen aus
Schafe auf Weide verletzt

Willebadessen (WB). Fünf Schafe sind Mitte Mai auf einer Weide in Willebadessen-Eissen verletzt worden. Ob die Tiere in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai von einem wildernden Hund oder einem Wolf angegriffen worden sind, steht bislang noch nicht fest.

Dienstag, 16.06.2020, 21:30 Uhr
Ob ein Wolf die Schafe in Willebadessen-Eissen angegriffen hat, ist noch nicht klar. Foto: dpa
Ob ein Wolf die Schafe in Willebadessen-Eissen angegriffen hat, ist noch nicht klar. Foto: dpa

„Der Schäfer hat am Morgen des 16. Mai die schwer verletzten Tiere entdeckt und den Tierarzt verständigt. Dieser hatte aufgrund der massiven Verletzungen die Vermutung, dass es sich um einen Wolfsangriff gehandelt haben könnte“, berichtet Friederike Wolff, Wolfsberaterin im Kreis Höxter.

DNA-Proben genommen

„Bei einem Vor-Ort-Termin habe ich die Verletzungen der Tiere mit Fotos dokumentiert und bei jedem verwundeten Schaf DNA-Proben genommen“, erklärt sie. Diese hat die Wolfsberaterin dann an das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LaNUV) geschickt. Ergebnisse der Analyse liegen noch nicht vor.

Friederike Wolff: „Ob es ein Wolf oder Hund war, kann ich nicht einschätzen. Das ist auch nicht meine Aufgabe. Leider kann es auch manchmal sein, dass ich bei der DNA-Probennahme keinen Speichel erwischt habe. In einem solchen Fall gibt es gar kein Ergebnis.“

Die etwa 80 Schafe zählende Herde des Nebenerwerb-Schäfers sei ausreichend mit einem Zaun geschützt gewesen: „Der Elektro-Zaun war 1,10 Meter hoch. Das ist ein verstärkter Grundschutz. Ein 90er-Zaun reicht als Grundschutz aus“, erklärt die Wolfsberaterin. Vor Ort sei ein Pfahl des Zaunes nach Innen gebogen gewesen. Eventuell sei das angreifende Tier an dieser Stelle über den Zaun gekommen. Von den fünf verletzten Schafen sei leider ein Tier ein paar Tage später noch gestorben.

Zwei Wolf-Sichtungen gemeldet

Weitere ähnliche Vorfälle in der Region sind der Wolfsberaterin in diesem Zeitraum nicht bekannt. Es seien ihr aber zwei Wolf-Sichtungen gemeldet worden: „Fotos von den Tieren gibt es aber nicht.“ Deshalb sei es unklar, ob es sich bei den gemeldeten Sichtungen tatsächlich um einen Wolf gehandelt haben könnte.

Die letzte belegte Sichtung eines Wolfes im Kreis Höxter gab es im April 2019 in Willebadessen. Das Tier wurde von einer Wildkamera auf einer Waldlichtung fotografiert. Friederike Wolff: „Den ersten Wolfsriss in NRW und den bislang einzigen im Kreis Höxter gab es im November 2009 in Manrode.“

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