Nach Monaten des Corona-Stillstandes: Mikus Reisen aus Peckelsheim auf Tour
Die Reisebusse fahren wieder

Peckelsheim (WB). Die Tour nach Nordfriesland wurde etwas Besonderes. Um zwei Wochen musste sie verschoben werden, im 50-Personen-Bus fuhren nur 19 Gäste mit. Die trugen beim Ein- und Aussteigen Masken und desinfizierten sich die Hände. Es war die erste Fahrt von Mikus Reisen nach der Corona-Pause.

Dienstag, 14.07.2020, 07:00 Uhr
Mikus Reisen aus Peckelsheim ist nach Monaten des Corona-Stillstandes wieder unterwegs. Darüber freuen sich Ralf und Sonja Schultz. Am Firmengelände am Lützer Park mussten die Reisebusse in den vergangenen Monaten eine Pause einlegen. Foto: Daniel Lüns
Mikus Reisen aus Peckelsheim ist nach Monaten des Corona-Stillstandes wieder unterwegs. Darüber freuen sich Ralf und Sonja Schultz. Am Firmengelände am Lützer Park mussten die Reisebusse in den vergangenen Monaten eine Pause einlegen. Foto: Daniel Lüns

Wie viele Busunternehmen aus der Region wurde auch Mikus Reisen hart von der Krise getroffen. Zur Grünen Woche in Berlin fuhr der Bus aus Peckelsheim noch, kurz darauf folgte die Zwangspause: 20 Fahrten fielen aus. Sardinien, Südtirol, Spanien und Portugal – diese und weitere Ziele wurden nicht angesteuert. Am 14. März etwa sollte es eigentlich an die Slowenische Riviera gehen.

„Österreich war da noch offen. In Slowenien hatten aber schon erste Hotels geschlossen“, erinnern sich Ralf und Sonja Schultz. „Ob wir zurückgekommen wären, wäre fraglich gewesen. Die meisten Gäste wollten da auch nicht mehr fahren. Sie wollten keine 14 Tage im Hotel in Quarantäne sitzen. Wir haben die Fahrten abgesagt.“ Dann sei der Reisebusverkehr zum Lockdown-Start Mitte März kurzerhand verboten worden.

Durchstarten mit Nordfriesland-Tour

Erst Mitte Juni konnte Mikus Reisen mit der Tour nach Nordfriesland wieder durchstarten. Ein schönes, aber auch komisches Gefühl. „Wir waren auf der Fähre nach Sylt der erste Bus“, erinnert sich Ralf Schultz. Platz genommen wurde nur auf fest zugewiesenen Sitzen. Bis zu zwei befreundete Ehepaare durften eine Gruppe bilden, zwischen den Fahrgästen blieb immer eine Reihe frei. Abends musste der Bus stets desinfiziert werden.

Gewinne lassen sich so nicht machen, erklärt der Inhaber: „Wir arbeiten zurzeit nur kostendeckend. Wir wollen zeigen, dass wir da sind.“ Durch die Krise sei der Betrieb bisher vor allem gekommen, weil er relativ klein sei. Zum Fuhrpark gehören zwei Busse. Am Standort Peckelsheim ist noch ein Aushilfsfahrer beschäftigt, am Standort Gehrden arbeitet eine 450-Euro-Kraft. Sonja Schultz arbeitet ebenfalls auf 450-Euro-Basis mit, sie selbst hat einen anderen Hauptberuf.

Aufwendiges Geschäft

„Das ist gut, wenn man noch eine zweite Einnahmequelle hat“, sagt Ralf Schultz. „Viele haben als zweites Standbein den Linienverkehr. Wir nicht. Reine Reisebetreiber sind selten.“ Dabei sei der Reiseverkehr ein sehr aufwendiges Geschäft. Umweltauflagen machten der Branche zu schaffen, in manche Stadt käme man nur noch mit Euro-6-Bussen. „Zudem brauchen wir in fast jedem europäischen Land eine andere Steuer-Identnummer“, sagt Sonja Schultz.

Dennoch fährt Mikus Reisen wieder. Auch Beziehungen zu Partnern und Hotels sollen so gestärkt werden – und zu den langjährigen Stammkunden. Viele von ihnen sind 50 Jahre oder älter und gehören damit zur Corona-Risikogruppe. „Es ist eine schwierige Zeit“, erklärt Schultz. Denn viele, die sonst regelmäßig fahren würden, blieben nun zu Hause.

Lücke im Terminplan

Großeltern hätten auf die Enkel aufgepasst, weil Schulen und Kindergärten dicht waren. Manche müssten sich nun um die Ernte kümmern. Anderen werde von ihren Kindern davon abgeraten, jetzt zu reisen. Und viele Kunden reisten nun privat. „Wir möchten ja fahren. Aber es sind nicht genug Gäste“, sagt er. Manche Sommer-Tour komme deswegen nicht zustande. Bis Ende August klaffe im Terminplan eine Lücke.

Nun schaut die Firma auf den Herbst und arbeitet zudem am Geschäft für 2021. Die Arbeiten am neuen Katalog wurden vorgezogen. Der wurde zudem um Fahrten in Deutschland erweitert. Auch die Internetseite mikus-busreisen-owl.de wird nun verstärkt gepflegt. „So eine Krise hat es noch nie gegeben. Aber man muss nach vorne blicken“, sagen beide.

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