Vierbeinige Landschaftspfleger: Tiere halten den Pflanzenbewuchs im Zaum
Ziegen pflegen den Hüssenberg

Willebadessen (WB). 14 Ziegen zähmen den Pflanzenbewuchs am Hüssenberg in Willebadessen-Eissen. Seit 2016 wurde der Hüssenberg, der im Verfahrensgebiet der Bodenordnung Großen­eder-Börde liegt, nicht mehr bewirtschaftet. Dem wird nun mit den Pinzgauer Ziegen als Landschaftspflegern entgegengewirkt.

Mittwoch, 29.07.2020, 16:23 Uhr aktualisiert: 29.07.2020, 16:26 Uhr
Pächter Harald Nutt und Sohn Matthäus kümmern sich um die Landschaftspfleger, die Pinzgauer Ziegen. Die Tiere stammen aus Österreich. Sie haben in ihrer neuen Heimat am Hüssenberg schon ordentliche Fressarbeit geleistet. Foto: Astrid E. Hoffmann
Pächter Harald Nutt und Sohn Matthäus kümmern sich um die Landschaftspfleger, die Pinzgauer Ziegen. Die Tiere stammen aus Österreich. Sie haben in ihrer neuen Heimat am Hüssenberg schon ordentliche Fressarbeit geleistet. Foto: Astrid E. Hoffmann

Rainer Runte als Vertreter der Bezirksregierung Detmold, Sven Mindermann von der Landschaftsstation, die Ortsbürgermeisterin von Eissen, Petra Ludwig-Engemann, der Bürgermeister der Stadt Willebadessen, Hans Hermann Bluhm, der Vorsitzender der Flurbereinigung Großeneder-Börde, Franz Engemann, Markus Blaschek vom Bauverwaltungsamt sowie die Pächterfamilie Harald, Fritz und Matthäus Nutt stellten dieses Projekt nun offiziell vor.

Sie hatten im Vorfeld diese Lösung für die vulkanische Erhebung bei Eissen, dem kleinen Bruder des Desenbergs, erarbeitet. „Der ehemalige Ortsvorsteher von Eissen, Fritz Nutt, sagte zu mir, wenn man nichts macht, wächst der Hüssenberg zu“, erklärte Willebadessens Stadtoberhaupt Hans Hermann Bluhm beim Ortstermin. „Ich freue mich, das im Rahmen des Bodenordnungsverfahrens nun Naturschutz und anderes in Einklang gebracht wurden.“

Bodenflächen getauscht

Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten Bodenflächen getauscht werden. Denn für die Ziegenbeweidung musste Land dazu genommen und ein Zaun mit Weidezaungerät gesetzt werden. Dies erklärte der Vorsitzende der Flurbereinigung Großeneder-Börde, Franz Engemann. Die Kosten für den Zaun mit Tor in Höhe von 20.000 Euro wurden aus dem Flurbereinigungstopf finanziert, das Weidezaungerät zahlte die Stadt Willebadessen, berichtete Planungsdezernent Rainer Runte vom Dezernat 33.

„Die Flächen mussten zusammengelegt werden, damit sich alles vernünftig bewirtschaften lässt“, bestätigte Runte. Einige Gehölze werden noch ausgelichtet werden müssen, darauf wies Sven Mindermann vom Landschaftsverband hin, dann aber kann durch die Fressarbeit der Ziegen eine Trockenrasenfauna auf der etwa drei Hektar großen Fläche entstehen.

Schild mit Verhaltensregeln

„Die Ziegen fressen die Blätter der Pflanzen und hemmen damit deren Wuchs“, erklärt der Fachmann. Da es sich mit dem Hüssenberg um eine öffentlich begehbare Fläche handelt, können auch Probleme auftreten. Das Zauntor etwa fällt allein ins Schloss, ist aber nicht abgeschlossen. „Es gehört viel Disziplin dazu, Naturschutz, Weidetiere und Öffentlichkeit unter einen Hut zu bekommen.“ Ein Schild mit Verhaltensregeln im Umgang mit den Ziegen wird seitens der Stadt Willebadessen noch angebracht.

Die Landwirtsfamilie Nutt, die am Fuße des Berges ihren Hof bewirtschaftet, ist nun Pächter des Areals. Den Winter werden die Ziegen im Stall verbringen. Für die Anschaffung der Tiere zahlte Harald Nutt 1500 Euro, 500 Euro übernahm die Stadt Willebadessen. Die Pacht ist für Harald Nutt unentgeltlich, aber er trägt die Kosten für die Verpflegung der Ziegen. Sein Vater Fritz Nutt sowie Sohn Matthäus und weitere Familienmitglieder kümmern sich um die Wasserversorgung und haben immer ein Auge auf die Tiere.

Hüssenberg-Fest kann stattfinden

Für die eingefleischten Hüssenberg-Festbesucher hat Ortsbürgermeisterin Petra Engemann-Ludwig eine gute Nachricht: Das Fest wird weiterhin stattfinden können – wenn es die Corona-Pandemie denn erlaubt.

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