Willebadessener Kandidaten zum Problem der Leerstände
Wie belebt man die Ortskerne?

Willebadessen (WB). Welche politischen Ziele verfolgen die Bürgermeisterkandidaten im Altkreis Warburg? Wie wollen sie die Probleme in den Kommunen anpacken und lösen? Das WESTFALEN-BLATT stellt den Kandidaten in Warburg, Borgentreich und Willebadessen jeweils die gleiche Frage und veröffentlichen deren Antworten in einem Text. Heute geht es in Willebadessen um die Frage: Wie belebt man die Ortskerne?

Mittwoch, 12.08.2020, 23:46 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 23:50 Uhr
Ortskerne – wie der in Peckelsheim – drohen zu veröden. Was kann die Politik hier unternehmen? Foto: DSG
Ortskerne – wie der in Peckelsheim – drohen zu veröden. Was kann die Politik hier unternehmen? Foto: DSG

Norbert Hofnagel (CDU): Grundsätzlich bietet die Stadt ein äußerst lebenswertes, landschaftlich attraktives Wohnumfeld mit einer starken Nachbarschaft, das aktuell bereits eine „Wiederbelebung” erfährt. Dies können wir anhand der deutlich gestiegenen Kernsanierungs- und Neubauprojekte im privaten Wohnumfeld und der hohen Rückkehrerzahl belegen. Hier müssen wir neben der Ausweisung neuer Bauflächen ein Augenmerk auf die Attraktivierung vorhandener Leerstände setzen.

Speziell in Willebadessen und Peckelsheim gibt es im Kernbereich der beiden Orte durch das „Haus- und Hofflächenprogramm” der Stadt schon jetzt Fördermöglichkeiten. Ich möchte die Eigentümer gewinnen und Anreize schaffen, den Pflege- und Unterhaltungszustand im nachbarschaftlichen Umfeld aufzuwerten. Hier könnten darüber hinaus in Zukunft ebenfalls Flächen frei werden. Durch Abriss können neue Baugrundstücke entstehen.

Der Einzelhandel ist im ländlichen Raum generell rückläufig, dies ist vielfach durch das geänderte Konsumverhalten verursacht. Wir müssen als Kommune versuchen, die Angebote vor Ort zu halten und zu stärken. Die Stadt Willebadessen ist vor allem im Bereich Lebensmittelversorgung durch Rewe, Edeka und Aldi gut aufgestellt. Am Beispiel Aldi Willebadessen kann man sehen, wie es durch die kluge und beharrliche Politik der CDU-Fraktion gelungen ist, den Discounter nach Willebadessen zurückzuholen.

 

Mario Schmidt (SPD): Leerstände müssen beseitigt werden, um die Attraktivität der Ortskerne steigern zu können. Die Stadt sollte deutlich engagierter als in der Vergangenheit alles daransetzen, baufällige Gebäude wieder sinnvoll zu nutzen. Dabei ist in jedem Fall die individuell bestmögliche Lösung anzustreben. Unter Umständen könnte das Abriss und damit Bereitstellung von neuem Baugrund bedeuten, es kann aber auch eine Neunutzung sein. Gerade in den Ortskernen macht es Sinn, offensiv verschiedene Geschäftsideen zu bewerben und zu unterstützen.

Im Bereich einer konzeptionellen Wirtschaftsförderung mit personeller Zuständigkeit auf der Seite der Verwaltung gibt es noch viel Luft nach oben. Gerade in den großen Orten des Stadtgebiets ist es unübersehbar, welche Bedarfe vorhanden sind. In Peckelsheim stehen im Ortskern Gebäude leer, hier fehlen gastronomische Angebote. In Willebadessen gibt es bezugsfertige Geschäftsräume und weitere Leerstände (Lange Straße, Zur Vituskapelle), die für den Einzelhandel genutzt werden können (z. B. Bäckerei, Drogerie, Lebensmittel).

Der Fremdenverkehr muss mit einem neuen Tourismuskonzept gefördert, modernisiert und weiterentwickelt werden. Das wird viele Synergieeffekte mit sich bringen, auch eine deutlich erhöhte Nachfrage im Einzelhandel und in der Gastronomie. Hier sind städtebauliche und touristische Konzepte zu beachten. Ein ortsbezogener Maßnahmenkatalog sollte mit dem jeweiligen wieder einzuführenden Bezirksausschuss erarbeitet werden.

Bei solchen Planungen müssen alle Akteure beteiligt werden, damit diese Maßnahmen dauerhaft Wirkung zeigen.

Ein weiterer Ansatz ist, die digitale Kompetenz unserer Bürger zu stärken. Hier möchte ich mich in Zukunft verstärkt für beispielsweise Schulungen digitaler Dorfpaten einsetzen, um Interessierten den Zugang zu ermöglichen.

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