Hallenbad bleibt geschlossen – Wirtschaftlicher Betrieb kaum möglich
Lüftung nicht Corona-tauglich

Peckelsheim (WB). Das Becken ist mit Wasser gefüllt, die Raumluft ist warm, eigentlich könnte der Schwimmbetrieb im Hallenbad jeden Moment losgehen. Eigentlich. Wäre da nicht das Coronavirus. „Das Hallenbad wird leider weiterhin geschlossen bleiben“, sagt Sven Krain, der Vorsitzende des Betreibervereins „Freunde des Hallenbades Peckelsheim“ (FHP).

Donnerstag, 03.09.2020, 04:00 Uhr
Wegen der Corona-Pandemie wird das Hallenbad Peckelsheim weiterhin geschlossen bleiben, bedauern Sven Krain und Sandra Zengerling vom Betreiberverein. Negative Auswirkungen hat die Schließung besonders für das Anfängerschwimmen der DLRG. Foto: S. Schonheim
Wegen der Corona-Pandemie wird das Hallenbad Peckelsheim weiterhin geschlossen bleiben, bedauern Sven Krain und Sandra Zengerling vom Betreiberverein. Negative Auswirkungen hat die Schließung besonders für das Anfängerschwimmen der DLRG. Foto: S. Schonheim

Die Verantwortung, dass sich ein Badegast mit dem Virus anstecken könnte, können und wollen die Ehrenamtlichen nicht übernehmen. „Es gibt zwar kein Verbot, aber das Gesundheitsamt des Kreises Höxter hat uns empfohlen, das Bad nicht zu öffnen“, erklärt Sandra Zengerling als stellvertretende FHP-Vorsitzende. Grund für diese Empfehlung ist die Lüftungsanlage im Hallenbad. „Sie bläst“, sagt Sven Krain, „immer wieder ‚alte‘ Luft ins Bad. Das ist nicht corona-tauglich und auch nicht mal eben zu ändern.“

Personalkosten würden Verein gefährden

Und auch wenn es eine andere Umluftanlage geben würde, wäre ein wirtschaftlicher Betrieb des Bades in Corona-Zeiten kaum möglich. „Zwölf Personen dürften lediglich gleichzeitig im Hallenbad sein“, sagt der Vorsitzende des Betreibervereins. „Durch die hohen Kosten für das Personal würde es unseren Verein am Ende des Jahres nicht mehr geben“, ergänzt Sandra Zengerling.

Die Saison, die in Peckelsheim normalerweise mit den Osterferien beginnt und bis kurz vor Weihnachten dauert, konnte durch die Corona-Pandemie in diesem Frühjahr erst gar nicht starten. Und ob es im Jahr 2021 besser aussieht, ist auch noch ungewiss.

„Wir sind dennoch in einer relativ komfortablen Situation. Die Stadt macht kein Minus, da es keine festangestellten Schwimmmeister gibt. Der Betreiberverein übernimmt die Aufsicht, zumeist über angestellte DLRG-Mitglieder, Studenten oder auch Schüler“, erklärt Sven Krain.

Keine hohen Betriebskosten

Da die Wärme aus der Biogasanlage sowieso anfalle, gebe es auch keine hohen Betriebskosten, nur die üblichen Unterhaltungskosten. Die Zwangspause im Bad habe auch keine Auswirkungen, weder positive noch negative, auf den Betreiberverein.

Aber für die Schwimmer – insbesondere die Kinder und Jugendlichen der DLRG Peckelsheim – hat die Schließung Auswirkungen. „Wir können unsere Hauptaufgabe, Kindern das sichere Schwimmen beizubringen, momentan nicht erfüllen“, bedauert Sven Krain, der auch Vorsitzender der DLRG ist.

Mit Sorge blickt Zengerling, technische Leiterin bei der örtlichen DLRG im Bereich Schwimmen, auf die Warteliste für das Anfängerschwimmen: „100 Kinder stehen derzeit auf der Liste.“ Die Wartezeit auf einen Platz beim Anfängerschwimmen sei auch ohne Corona bereits lang. „Wer sein Kind mit dreieinhalb Jahren zu uns bringen möchte, muss es bereits direkt nach der Geburt angemeldet haben“, macht sie deutlich.

Anfängerschwimmen bereitet Sorgen

30 bis 40 Mädchen und Jungen werden pro Jahr beim DLRG-Anfängerschwimmen aufgenommen. Wenn sich sonst samstags beim Anfängerschwimmen 40 bis 50 Kinder im Wasser tummeln, herrscht jetzt Stillstand. Das werde sich auch nach der Corona-Pandemie auswirken. „Damit wir diesen ‚Stau‘ nach Corona aufarbeiten können, müssen wir über ein anderes System nachdenken, vielleicht zusätzliche Tage für Anfänger oder Kurse – etwa über die VHS – anbieten“, sagt Zengerling.

Insbesondere für Kinder, die kurz vor der Seepferdchen-Prüfung standen oder kurz zuvor erst ihr Abzeichen abgelegt hatten, sei die Zwangspause besonders folgenschwer. „Sie können das Erlernte nicht weiter trainieren und müssen vielleicht irgendwann wieder von vorne beginnen“, befürchtet Zengerling.

Denn auch im privaten Bereich seien die Möglichkeiten, zum Schwimmen zu gehen, stark eingeschränkt. „Und das Schulschwimmen“, sagt DLRG-Vorsitzender Sven Krain, „findet ja auch nicht statt.“ Erst ab dem Bronzeabzeichen sei ein Kind ein sicherer Schwimmer.

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