Wrexen sagt Session 2020/2021 ab – Karneval im Altkreis steht noch auf der Kippe
Aschermittwoch in Endlosschleife?

Willebadessen/Warburg (WB). Kann Karneval in Corona-Zeiten unter Auflagen überhaupt stattfinden? Das haben die Führungsspitzen der Karnevalsvereine im Kreis Höxter am Sonntag bei einer Versammlung in Ovenhausen kontrovers diskutiert. Eine endgültige Entscheidung soll bei einer weiteren Sitzung am 15. November in Steinheim getroffen werden. Auch für Narren aus dem Altkreis gibt es also noch ein Fünkchen Hoffnung.

Montag, 07.09.2020, 03:00 Uhr
Der Karneval im Altkreis Warburg – hier ein Archivbild vom Umzug in Willebadessen – steht auf der Kippe. Noch gibt es zwar ein kleines Fünkchen Hoffnung für die Narren aus dem Warburger Land, doch aktuell sind die Aussichten schlecht. Foto: Christian Geschke
Der Karneval im Altkreis Warburg – hier ein Archivbild vom Umzug in Willebadessen – steht auf der Kippe. Noch gibt es zwar ein kleines Fünkchen Hoffnung für die Narren aus dem Warburger Land, doch aktuell sind die Aussichten schlecht.

Willebadessen

Besonders hart würde eine Absage die Willebadessener Karnevals-Freunde (WKF) treffen, für die Karneval dann schon im zweiten Jahr infolge ausfallen würde. Ihr Umzug musste im Februar wegen eines Sturms abgesagt werden und sollte eigentlich im Mai nachgeholt werden, was wegen der Pandemie nicht möglich war.

Die nach wie vor geltenden Kontaktbeschränkungen haben bereits dazu geführt, dass die beliebte Galasitzung der WKF im November ausfallen muss. Denn noch stehe nicht fest, wie viele Gäste bei der Gala überhaupt in die Stadthalle dürften, der Kostenapparat bliebe aber der selbe. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sind aber zu dem Entschluss gekommen, dass der Galaabend unter diesen Umständen nicht gefeiert werden kann. Die Stimmung, die Karneval ausmacht, kann unter den gegebenen Bedingungen nicht entstehen. Karneval besteht aus Emotionen, Nähe, gemeinsamem Singen. All das ist nicht möglich“, bedauert Vorstandsmitglied Uwe Cebul.

Ein Spar-Karneval mit angezogener Handbremse mache keinen Sinn, so Cebul. Hinzu kämen auch noch organisatorische Probleme, beispielsweise hätten die Tanzgarden erst vor Kurzem ihr Indoor-Training wieder aufnehmen dürfen, so dass nicht sicher wäre, ob der Trainingsrückstand überhaupt aufgeholt werden könne.

Peckelsheim

In NRW dürfen zunächst bis zum 31. Oktober keine Großveranstaltungen stattfinden. „Wir müssen abwarten, welche neuen Regelungen dann gelten und werden dann entscheiden, ob und wie Karneval gefeiert werden kann und darf“, sagt Uwe Jonietz, Präsident des Peckelsheimer Karnevalsverein Pickel-Jauh. Seiner Meinung nach sei unter diesen Umständen kein richtiger Karneval möglich. Es gehe um die Gesundheit der Menschen und darum, Neuinfektionen zu vermeiden, die erneute Schließungen der Schulen nach sich ziehen würden.

Ein Straßenkarneval mit Tausenden Besuchern und Teilnehmern sei kaum zu regeln. Aber auch ein Büttenabend mit 800 Leuten würde nicht funktionieren. „Wo soll man die Grenze ziehen, wenn nur 300 Menschen in die Schützenhalle dürfen? Wer bekommt eine Karte und wer nicht? Und ist ein Bühnenprogramm aus diesen Eintrittsgeldern überhaupt zu finanzieren?“, fragt Jonietz. Fragen, die derzeit nicht seriös beantwortet werden könnten.

Ossendorf

Erst wenn Bund und Länder die neuen Corona-Schutzverordnungen bekannt geben, werde auch der Vorstand der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß-Ossendorf eine endgültige Entscheidung darüber treffen, ob Karnevalsveranstaltungen des Vereins abgesagt werden. „Die Wahrscheinlichkeit dafür ist leider relativ hoch“, bedauert Präsident Ansgar Engemann.

Wrexen

Bereits am 31. August hat der Vorstand der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Wrexen die Entscheidung gefällt, dass 2021 keine Karnevalsveranstaltungen stattfinden werden. „Es war keineswegs eine leichte Entscheidung, denn Karneval begleitet uns das ganze Jahr über. Wir stecken jede Menge Herzblut hinein und das bei vielen von uns schon seit Kindertagen an. Ein Jahr ohne Karneval? Eigentlich undenkbar, aber da uns der Verein so sehr am Herzen liegt, bleibt uns nichts anderes übrig, als verantwortungsvoll zu handeln und die kommende Session auszusetzen“, teil der Vorstand mit. Die Verantwortlichen wollen nicht Gefahr laufen, den Verein in Zeiten der Planungsunsicherheit finanziell zu ruinieren. Es sei zudem nicht zu verantworten, dass sich Gäste bei Veranstaltungen der Karnevalsgesellschaft anstecken und Wrexen damit zum neuen Corona-Hotspot werde.

Wie sollte man Karneval während einer Pandemie feiern? Ohne Schunkeln, ohne Singen, ohne Tanzen, mit ganz viel Abstand, mit ungutem Gefühl? „Das wäre kein Karneval, so wie wir ihn kennen und lieben, darum setzen wir nächstes Jahr aus und hoffen, dass wir 2022 wieder ausgelassen und wie gewohnt feiern können“, so der Vorstand. Nun hätten die Mitglieder mehr Zeit, sich Auftritte, Kostüme und Wagen für 2022 zu überlegen. Wenn es die Umstände erlauben, wollen die Wrexener am 21. August 2021 als Ersatz für die Absage eine „Karneval im Sommer“-Party im Steinberg feiern.

Volkmarsen

Noch keine abschließende Entscheidung getroffen hat die Volkmarser Karnevalsgesellschaft 1937. „Wir haben eine Versammlung für Ende September geplant, auf der wir unseren Beschluss bekannt geben werden“, teilt Präsident Christian Diste mit. Nach der Amokfahrt am Rosenmontag im Februar dieses Jahres sollte der Karnevalsumzug eigentlich ein Neuanfang mit neuem Sicherheitskonzept sein. Sollte entschieden werden, den Umzug abzusagen, wollen sich die Volkmarsener Karnevalisten Alternativen für ihre Festveranstaltungen einfallen lassen.

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