Schwerlastverkehr in Willebadessen: Verwaltung kauft eigenes Gerät
Stadt wird Fahrzeuge zählen

Willebadessen (WB). Es wird keine leichte Angelegenheit, den Durchgangsverkehr im Stadtteil Willebadessen zu beruhigen. Das erklärte Bürgermeister Hans Hermann Bluhm am Donnerstagabend in der Ratssitzung. Wie berichtet hatte Ortsbürgermeister Uwe Cebul im Namen des Ortsbeirates den Rat darum gebeten, konkrete Maßnahmen zu beschließen.

Samstag, 12.09.2020, 05:58 Uhr aktualisiert: 12.09.2020, 06:02 Uhr
Wie viele und welche Fahrzeuge fahren durch Willebadessen? Das möchte die Stadtverwaltung herausfinden. Foto: Daniel Lüns
Wie viele und welche Fahrzeuge fahren durch Willebadessen? Das möchte die Stadtverwaltung herausfinden. Foto: Daniel Lüns

Kein Verkehr aussperrbar

Bluhm erklärte, mit Straßen.NRW über das Thema gesprochen zu haben. Der Landesbetrieb ist im besagten Bereich der Straßenbaulastträger – und habe diverse Vorschläge des Ortsbeirates abgewiesen. So sei es zum Beispiel nicht möglich, bestimmte Verkehrsarten von der Durchfahrt auszuschließen.

Auch ein zeitlich begrenzter Ausschluss sei auf Landesstraßen nicht möglich. Das gehe nur, wenn die Straße herabgestuft werde, zum Beispiel zu einer Kreisstraße. Darüber aber entscheide nicht die Stadt Willebadessen, sondern übergeordnete Instanzen. Unter anderem würde sich der Regionalrat mit der Herabstufung befassen müssen, sagte Bluhm.

„Man muss dranbleiben“

Auch der Vorschlag des Ortsbeirates, Schikanen aufzustellen und so das Tempo der Fahrzeuge zu senken, sei durch Straßen.NRW abgelehnt worden. Als Straßenbaulastträger sei der Landesbetrieb dazu verpflichtet, die Landesstraße für alle Teilnehmer offen zu halten.

Dennoch wolle sich die Stadtverwaltung des Themas annehmen. „Um eine Lösung hinzubekommen muss man dranbleiben – und eigene Zahlen haben“, erklärte der Bürgermeister. Das sei wichtig, um in diesem Prozess stets gute Argumente zu haben.

Künftig selber zählen

Die letzte Verkehrszählung, die Straßen.NRW vor Ort ausrichtete, sei allerdings schon fünf Jahre her. Damals seien vor Ort 3387 Fahrzeuge pro Tag gezählt worden, davon 188 Fahrzeuge, die zum Schwerlastverkehr zählen. Diese Zahlen dürften sich mittlerweile überholt haben. „Eigentlich war durch Straßen.NRW in diesem Jahr eine Zählung vorgesehen. Aber die ist noch nicht erfolgt“, erklärte Bluhm.

Der Bürgermeister schlug den Ratsmitgliedern daher vor, dass Willebadessen selbst tätig werde. So könne die Stadt ein eigenes Zahlgerät kaufen, welches nicht nur die Anzahl der Fahrzeuge zählen sondern auch ihre Länge erfassen würde. So könnten Autos und Lastwagen getrennt erfasst.

Stadt kauft Spezialgerät

Die Idee fand parteiübergreifend breite Zustimmung. Markus Hagemann (CDU) etwa betonte aber, dass dieses Gerät solarbetrieben und daher unabhängig sein müsse. Zudem müsse es mobil sein und überall im Stadtgebiet eingesetzt werden können, ergänzte Petra Engemann-Ludwig (CDU). Guido Gell (SPD) merkte an, dass auch Bürger vor Ort bereits Fahrzeuge zählten.

Für etwa 3000 Euro sei so ein Zahlgerät zu bekommen, erklärte Hans Hermann Bluhm. Der Rat beauftragte die Stadtverwaltung daraufhin einstimmig damit, so ein Gerät zu kaufen. Bluhm erklärte den Ratsmitgliedern zudem, dass am Ortseingang von Willebadessen in vier Wochen ein Gerät aufgestellt werde, welches den Fahrern ihr Tempo anzeige.

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