Norbert Hofnagel (CDU) ist neues Stadtoberhaupt in Willebadessen
Der dritte Bürgermeister in der Familie

Willebadessen (WB). Für Norbert Hofnagels Mutter war der Sonntagabend ein ganz besonderer. „Nicht noch einer“, scherzte sie, als sie das Wahlergebnis sah. Mit 60,6 Prozent wurde ihr Sohn Norbert Hofnagel zum neuen CDU-Stadtoberhaupt für Willebadessen gewählt – damit ist der 54-jährige Löwener der dritte Bürgermeister in der Familie.

Montag, 14.09.2020, 22:00 Uhr
Bürgermeister trifft Nachfolger: Hans Hermann Bluhm (links) war nach Löwen ­gekommen, um dem künftigen Amtsinhaber Norbert Hofnagel zu ­gratulieren. Über den Wahlsieg freute sich auch Hofnagels Frau Gisela (links, im Hintergrund). Foto: Jörg Henze
Bürgermeister trifft Nachfolger: Hans Hermann Bluhm (links) war nach Löwen ­gekommen, um dem künftigen Amtsinhaber Norbert Hofnagel zu ­gratulieren. Über den Wahlsieg freute sich auch Hofnagels Frau Gisela (links, im Hintergrund). Foto: Jörg Henze

Sein Bruder Michael Hofnagel war zwölf Jahre lang Stadtoberhaupt. Von 2002 bis 2014 war er für die CDU Bürgermeister der Stadt Taunusstein (Rheingau-Taunus-Kreis).

Auch Norbert Hofnagels Onkel, der Bruder seiner Mutter, war bereits Bürgermeister. Heinz Steingröver regierte von 2004 bis 2015 insgesamt elf Jahre lang in Ibbenbüren (Kreis Steinfurt) – für die SPD.

Christdemokraten steigern Ergebnis

Norbert Hofnagel war sich aber sicher, dass seine Mutter mit der neuen Nachricht gut leben kann. Im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 konnten sich die Christdemokraten nämlich steigern. Mit 60,6 Prozent (2014, Hans Hermann Bluhm: 59,8) setzte sich Hofnagel gegen SPD-Kandidat Mario Schmidt mit 39,4 Prozent (2014, Paul Arens: 40,2) durch.

Bei der Ratswahl entfielen 60,3 Prozent der Stimmen auf die CDU (2014: 56,2) und 39,7 Prozent (43,8) auf die SPD.

CDU gewinnt ein Ratsmandat, SPD verliert einen Sitz

Damit baut die CDU im Stadtparlament ihre absolute Mehrheit aus. Sie gewinnt im Willebadessener Zwei-Parteien-Rat noch einen Sitz dazu. Die Union bekommt 16 Sitze (2014: 15), die SPD zehn (elf). Auch in den einzelnen Stimmbezirken kam es zu Verschiebungen.

CDU nimmt der SPD vier Stimmbezirke

Die CDU gewann von der SPD die Stimmbezirke Willebadessen II (58,5 Prozent, 2014: 49,5 Prozent) und III (59,11, 2014: 45,5), Peckelsheim II (53,1, 2014: 38,7) und Altenheerse (52,7, 2014: 33,5). Dort setzten sich die Direktkandidaten Matthias Ewers gegen Jürgen Prochnow, Maria Albrecht gegen Nadine Becker, Viktoria Baacke gegen Sigrid Ihmor und Raimund Rehermann gegen Ralf Hake durch.

SPD nimmt der CDU drei Stimmbezirke

Dafür gewann die SPD von der CDU die Stimmbezirke Willeba­dessen I (61,9, 2014: 34,9), IV (58,4, 2014: 46,1) und V (57,1, 2014: 42,6). Dort setzten sich die Direktkandidaten Mario Schmidt gegen Markus Jeziorek, Guido Gell gegen Tatjana Dik und Sascha Sauerland gegen Johannes Diekmann durch.

Die beiden neu geschaffenen Wahlbezirke gingen an die CDU. In Niesen/Helmern siegte Markus Hagemann, in Altenheerse/Fölsen siegte Raimund Rehermann.

Wahlbeteiligung höher als 2014

In der Eggestadt durften 6517 Menschen ihre Stimme abgeben. 4219 Wahlberechtigte (64,7 Prozent) haben das getan. Damit war die Wahlbeteiligung dieses Mal höher als bei der Kommunalwahl 2014. Damals wurden 6652 Bürger an die Urnen gerufen. 3963 (59,6 Prozent) nahmen das Recht wahr.

Anzahl der Briefzähler verdoppelt sich

Nahezu verdoppelt hat sich dieses Mal die Anzahl der Briefwähler. 1308 Bürger haben nun per Briefwahl abgestimmt (19,9 Prozent), 2014 waren es 778 Willebadessener (11,7 Prozent). Ungültig waren bei dieser Kommunalwahl 104 der abgegebenen Stimmen (2,5 Prozent). 2014 waren 129 Stimmen ungültig (3,3 Prozent).

Neue Sitzverteilung im Stadtrat

26 Sitze gibt es im Willebadessener Stadtrat. 16 davon gehen an die CDU (Kommunalwahl 2014: 15 Sitze), zehn Sitze (elf Sitze) gehen an die SPD.

Direkt gewählt wurden für die CDU : Matthias Ewers (Wahlbezirk 20), Maria Albrecht (30), Peter Legge (60), Viktoria Baacke (70), Norbert Stiene-Nymphius (80), Petra Engemann-Ludwig (90), Markus Hagemann (100), André Tewes (110), Sabine Kleinschmidt (120) und Raimund Rehermann (130). Über die Reserveliste ziehen diese CDU-Kandidaten ein: Hubert Gockeln, Frank Scheele, Stefan Berendes, Matthäus Nutt, David Georg und Dominic Gehle.

Direkt gewählt wurden für die SPD: Mario Schmidt (Wahlbezirk 10), Guido Gell (40) und Sascha Sauerland (50). Über die Reserveliste ziehen diese SPD-Kandidaten ein: Sigrid Ihmor, Paul Arens, Johannes Wiedom, Franz-Josef Kusch, Christian Schumacher, Daniel Rodenberg und Ralf Hake.

So wurde gewählt

So haben die Willebadessener bei der Kommunalwahl in den jeweiligen Stimmbezirken abgestimmt (in Prozent):

  • Willebadessen I: CDU 38,1 (Kommunalwahl 2014: 65,1); SPD 61,9 (2014: 34,9)
  • Willebadessen II: CDU 58,5 (49,5); SPD 41,5 (50,5)
  • Willebadessen III: CDU 59,1 (45,5); SPD 40,9 (54,6)
  • Willebadessen IV: CDU 41,6 (53,2); SPD 58,4 (46,8)
  • Willebadessen V: CDU 42,9 (57,4); SPD 57,1 (42,6)
  • Peckelsheim I: CDU 71,5 (53,9); SPD 28,5 (46,1)
  • Peckelsheim II: CDU 53,1 (38,7); SPD 46,9 (61,4)
  • Peckelsheim III: CDU 73,5 (67,6); SPD 26,5 (32,4)
  • Schweckhausen: CDU 56,3 (58,7); SPD 43,7 (41,3)
  • Willegassen: CDU 80,4 (76,6); SPD 19,6 (23,4)
  • Eissen: CDU 68,9 (59,8); SPD 31,2 (40,2)
  • Niesen: CDU 71 (69,6); SPD 29,1 (30,5)
  • Borlinghausen: CDU 54,1 (52,3); SPD 45,9 (47,7)
  • Ikenhausen: CDU 83,5 (95,0); SPD 16,5 (5,0)
  • Engar: CDU 66,7 (65,6); SPD 33,3 (34,4)
  • Löwen: CDU 73,9 (65,1); SPD 26,1 (34,9)
  • Altenheerse: CDU 52,7 (33,5); SPD 47,3 (66,5)
  • Fölsen: CDU 57,6 (51,9); SPD 42,4 (48,1)
  • Helmern: CDU 60,3 (50,4); SPD 39,7 (49,6).

Kommentar

Die CDU kann zufrieden sein: Absolute Mehrheit im Rat ausgebaut, mit deutlicher Mehrheit einen neuen Bürgermeister platziert und beide neu geschaffenen Wahlbezirke gewonnen. Auf diesem Erfolg ausruhen kann sie sich aber nicht. Denn noch am Wahlabend kündigte SPD-Bürgermeisterkandidat Mario Schmidt an: „Der Kuschelkurs ist vorbei.“ Gemeint war damit die Zusammenarbeit mit der Union. Dass die Politiker ihre Beschlüsse künftig weiterhin zum Großteil harmonisch und einstimmig fällen, könnte also der Vergangenheit angehören. Daniel Lüns

 

 

 

 

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