„Glückstour“ trotz Corona erfolgreich: Insgesamt 225.000 Euro an Spenden gesammelt
Schornsteinfeger sorgen für Geldsegen

Willebadessen (WB). Bereits seit 2006 radeln Schornsteinfeger aus ganz Deutschland mit der „Glückstour“ durch die Republik und sammeln Spenden für karitative Einrichtungen und Institutionen. In einer Woche fahren etwa 40 Teilnehmer normalerweise rund 1000 Kilometer. In diesem Jahr sah die Glückstour allerdings ein wenig anders aus.

Montag, 21.09.2020, 21:32 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 22:00 Uhr
Vor dem Hotel Jägerhof in Willebadessen (hinten, von links): Dr. Joachim Avenarius und Therese Benken (beide Hotel Jägerhof), Jutta Köllinger und Alfred Kerlin (beide Von-Galen-Schule), Jan van Eijk, Oliver Überdick, Marita Neumann (Hilfe für krebs- und schwerstkranke Kinder), Lars Peter, Lutz Hund (Raiffeisen Lichtenau), Sebastian Hund, Roswitha Schopohl (Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Paderborn-Höxter), Werner Überdick mit (vorne, von links) Anna und Nele Überdick, Helene Tisius, Olaf Meiners und Hartmut Schlüter. Aufgrund der Corona-Situation konnten nicht alle Unterstützer zur Spendenübergabe eingeladen werden. Foto: Bettina Peters
Vor dem Hotel Jägerhof in Willebadessen (hinten, von links): Dr. Joachim Avenarius und Therese Benken (beide Hotel Jägerhof), Jutta Köllinger und Alfred Kerlin (beide Von-Galen-Schule), Jan van Eijk, Oliver Überdick, Marita Neumann (Hilfe für krebs- und schwerstkranke Kinder), Lars Peter, Lutz Hund (Raiffeisen Lichtenau), Sebastian Hund, Roswitha Schopohl (Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Paderborn-Höxter), Werner Überdick mit (vorne, von links) Anna und Nele Überdick, Helene Tisius, Olaf Meiners und Hartmut Schlüter. Aufgrund der Corona-Situation konnten nicht alle Unterstützer zur Spendenübergabe eingeladen werden. Foto: Bettina Peters

„Durch die Corona-Krise mussten wir uns etwas Neues einfallen lassen“, erklärte Olaf Meiners aus Paderborn, welcher für den Verein „Glücktour – Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern“ zum Hotel Jägerhof in seine Heimatstadt Willebadessen gekommen war. „Da die Radtour nach Lübeck in diesem Jahr leider nicht stattfinden konnte, haben wir die Institutionen und Vereine, die wir eigentlich besucht hätten, gebeten, uns ein paar Fotos oder ein Vorstellungsvideo zu schicken.“

Drei Spenden über 3000 Euro

Diese Bilder haben die Aktiven dann an den Tagen, an denen sie eigentlich mit dem Rad unterwegs gewesen wären, über die sozialen Medien geteilt. Eine Aktion, die Anklang fand. „Da die Menschen unsere Aktion erstmals direkt verfolgen und damit alle Begegnungen und Erinnerungen miterleben konnten, war die Spendenbereitschaft groß“, freute sich Olaf Meiners.

Stolze 225.000 Euro – deutlich mehr als erwartet – sammelten die Schornsteinfeger vor allem für krebskranke Kinder. Sie entschieden sich dazu, den Überschuss durch mehrere Spenden an lokale Vereine und Institutionen weiterzureichen. Der Schornsteinfegermeister überreichte nun jeweils eine Spende über 3000 Euro an Jutta Köllinger und Alfred Kerlin von der Von-Galen-Schule aus Frohnhausen, Silke Kleber und Marita Neumann von der Hilfe für krebs- und schwerstkranke Kinder und an Roswitha Schopohl vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Paderborn-Höxter.

Verkauf beim Weihnachtsmarkt

Olaf Meiners freute sich aber auch über gesammelte Spenden und das Engagement weiterer Unterstützer. Zum Beispiel hatten Anna (13) und Nele Überdick (11) auf dem Willebadessener Weihnachtsmarkt gebastelte Deko-Artikel von Irene van Eijk verkauft – und ihre Einnahmen in Höhe von 290 Euro der Glückstour gespendet.

Nele Überdick (von links), Lisa Bannenberg und Anna Überdick hatten beim Willebadessener Weihnachtsmarkt gebastelte Deko-Artikel verkauft. Die Einnahmen hatten sie der Glückstour gespendet.

Nele Überdick (von links), Lisa Bannenberg und Anna Überdick hatten beim Willebadessener Weihnachtsmarkt gebastelte Deko-Artikel verkauft. Die Einnahmen hatten sie der Glückstour gespendet. Foto: Bettina Peters

Anna Überdick überzeugte auch ihre Klassenkameraden davon, sich für die Aktion der Schornsteinfeger einzusetzen. So sammelten die Schüler des Gymnasiums St. Kasper mehr als 650 Euro, die sie bei der vergangenen Glückstour 2019 in Bad Driburg überreicht hatten. Ihr Großvater, Schornsteinfegermeister Werner Überdick, war sichtlich stolz auf seine Enkelinnen: „Die Akzeptanz und Unterstützung in der Bevölkerung ist enorm groß und macht uns froh. Ich freue mich, dass Anna und Nele mich unterstützen.“

Aktion ist bundesweit bekannt

Hartmut Schlüter aus Paderborn war lange Zeit als Schornsteinfeger unterwegs und fertigt jetzt in seiner Freizeit kleine Deko-Holzbesen an, die er der Glücktour zur Verfügung stellt: „Meine Kinder und Enkelkinder sind gesund. Meiner Frau und mir geht es gut. Da kann ich doch gern etwas abgeben“, erklärte er.

„Es ist schön zu sehen, dass wir so viel Vertrauen aufgebaut haben und die Leute wissen, wofür wir stehen. Die Glückstour ist zwar in OWL geboren, doch mittlerweile bundesweit bekannt. Wenn wir mit unserer Aktion nur einem kranken Kind helfen, haben wir schon gewonnen“, ergänzte Olaf Meiners.

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