Katharina Kleinschmidt aus Willebadessen-Peckelsheim feiert an diesem Samstag ihren 100. Geburtstag
„Wer zusammenhält, braucht nicht viel“

Willebadessen -

Ihren 100. Geburtstag feiert Katharina Kleinschmidt aus Willebadessen-Peckelsheim an diesem Samstag. Wobei: Die große Feier fällt aus, was die Jubilarin sehr bedauert.

Samstag, 19.12.2020, 05:53 Uhr aktualisiert: 19.12.2020, 06:01 Uhr
Im heimischen Wohnzimmer freut sich Käthe Kleinschmidt immer, wenn sie Besuch empfangen kann. An diesem Samstag wird die Peckelsheimerin 100 Jahre alt.
Im heimischen Wohnzimmer freut sich Käthe Kleinschmidt immer, wenn sie Besuch empfangen kann. An diesem Samstag wird die Peckelsheimerin 100 Jahre alt. Foto: Astrid E. Hoffmann

„Es ist für alle eine schwere Zeit“, sagt sie und erinnert sich an einen Spruch, den ihr Lehrer in der Volksschule in Siddessen vor 90 Jahren schon prägte: „Wer den Regenwald nicht in Ruhe lässt, der kommt in schwere Zeiten.“

Katharina Kleinschmidt hat gerne Besuch und hat auch kleine Ausflüge am Sonntag zum Kaffee oder zum Altennachmittag immer genossen. Noch mit 85 Jahren fuhr sie mit ihrem „Flitzepe“, wie sie das Fahrrad nennt, zum Lebensmittelgeschäft um die Ecke. Einen Oberschenkelhalsbruch vor drei Jahren hat sie gut überstanden. Doch beim Spazierengehen wird sie nun im Rollstuhl geschoben.

Von Siddessen nach Peckelsheim

Katharina, die alle nur Käthe nennen, wurde am 19. Dezember 1920 in Siddessen als fünftes von elf Kindern der Familie Meier geboren. Sie besuchte die Volksschule in ihrem Geburtsort und war nach der Schule bei einem Bauern im Haushalt tätig. In ihrer Nachbarschaft wohnte Herbert Dohmann, der später Lehrer an der Realschule in Peckelsheim war und als Autor mehrerer Heimatbücher bekannt wurde. In einem seiner Bücher ist auch ein Foto von Käthe. Sie ist dort mit anderen Kindern beim Transport von Milchkannen zu sehen.

Käthe Meiers Berufswunsch war Schneiderin oder Krankenschwester, sie entschied sich für Letzteres und begann eine Ausbildung im Krankenhaus Steinheim. Nach nur einem Jahr musste sie abbrechen, ihrem Vater ging es nicht gut und die Mutter schaffte den Haushalt alleine nicht. So kehrte Käthe Meier nach Siddessen zurück und kümmerte sich um den Haushalt und die kleine Landwirtschaft.

Zwischendurch arbeitete sie auch bei der Firma Baugeschäft-Sägewerk-Zimmerei Heinrich Behler in Niesen. Dort lernte sie Johannes Kleinschmidt kennen und lieben. 1947 wurde geheiratet und das Paar zog in das elterliche Haus des Bräutigams nach Peckelsheim. Zwei Söhne wurden geboren und Käthe Kleinschmidt in Peckelsheim heimisch.

„Habe immer gern gearbeitet“

Neben dem Haushalt bewirtschaftete sie mit großer Freude ihren Garten, in dem sie viele Obst- und Gemüsesorten anbaute. Die Arbeit im Haushalt, aber auch in der Landwirtschaft begleitete sie ihr ganzes Leben. „Ich habe auch immer gern gearbeitet“, sagt die 100-Jährige.

Wenn es das Wetter erlaubt, sitzt sie heute viel im Garten und freut sich, wenn jemand über den Zaun zuruft. Nach der Arbeit mit Freunden plaudern oder gemeinsam singen, das hat sie immer genossen. Und wenn es mit dem DRK auf Fahrt ging, dann machte sie zu Hause alles noch fertig, bevor sie den Ausflug genießen konnte. Manchmal kam sie so erst auf den letzten Drücker zur Abfahrtsstelle. „Dann riefen schon alle, wo bleibt Käthe denn“, berichtet das Geburtstagskind.

„Wenn man zufrieden ist und zusammen hält, dann braucht man nicht viel“, weiß die Jubilarin, die sich am wohlsten im Kreis der Familie fühlt und sehr dankbar für die große Unterstützung durch ihren Sohn Friedhelm und dessen Frau ist. Und vielleicht kann auch recht bald, der Geburtstag noch gebührend gefeiert werden. Käthe Kleinschmidt würde es freuen, wenn ihre Enkel und Urenkel und Freunde sie bald wieder besuchen können.

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