Stadt Willebadessen überlegt, was mit einem ausrangierten Feuerwehrauto geschieht
Neues Leben für alte Technik?

Willebadessen -

Was macht man mit einem alten Feuerwehrauto? Darüber denkt die Stadt Willebadessen nach.

Dienstag, 26.01.2021, 06:00 Uhr
Seit 1999, also 21 Jahre lang, hat das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF, rechts) beim Löschzug Willebadessen seinen Dienst getan. Nun ist es vorerst außer Dienst gestellt worden. Seine Zukunft ist ungewiss.
Seit 1999, also 21 Jahre lang, hat das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF, rechts) beim Löschzug Willebadessen seinen Dienst getan. Nun ist es vorerst außer Dienst gestellt worden. Seine Zukunft ist ungewiss. Foto: Daniel Lüns

Im Mai 2020 hatte der Löschzug Willebadessen Ersatz für sein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) bekommen. Nun wird sein Vorgänger zunächst außer Dienst gestellt.

Die vielen Geräte wurden vom HLF entfernt. Während über seine Zukunft entschieden wird, soll das Fahrzeug leer in einer Garage unterkommen. Viele Wehren würden den „Alten“ nun verkaufen. Das wird auch in diesem Fall überlegt, erklärt Bürgermeister Norbert Hofnagel. Es gebe aber auch noch andere Ideen.

So sei das Fahrzeug zwar schon 21 Jahre alt – im Oktober 1999 hatte der Löschzug es abgeholt – und habe entsprechende Alterserscheinungen. So sei etwa der Aufbau leicht abgängig.

„Aber das Fahrwerk zum Beispiel ist noch top in Schuss“, sagt Hofnagel. Womöglich könne man dem alten Wagen mit einem neuen oder aufbereiteten Aufbau neues Leben einhauchen – und so für einen überschaubaren Betrag eine andere Feuerwehreinheit glücklich machen.

Der Bedarf wäre da: Im Haushaltsentwurf für 2021 hat die Stadt ungefähr 160.000 Euro eingeplant, um das Auto der Löschgruppe Schweckhausen ersetzen zu können. Auch seien manche Funktionen des Wagens für die Wehr wichtig, erklärt der Bürgermeister. „Das Auto hat zum Beispiel eine Seilwinde. In der Egge ist das eine tolle Sache.“

Bisher sind das alles aber nur Ideen, betont Hofnagel. Entschieden sei noch nichts: „Da man im Moment auch keine Veranstaltung ausrichten kann, bei der man das Thema mit den Feuerwehrleuten besprechen könnte, haben wir es erst einmal auf Halde gelegt. Wir wollen da auch keine Schnellschüsse machen.“

Neues Leben für alte Feuerwehrautos – diese Idee gibt es schon länger.

Sie kann sich aus mehreren Gründen lohnen: Wer ein Bestandsfahrzeug überholen lässt, spart sich den Neukauf. Zudem ist der Wagen in der Wehr bekannt und erprobt. Und er ist schon da: Bei Neukäufen hingegen drohen, je nach Modell, Lieferzeiten von bis zu 24 Monaten. Oder mehr. Auch können die Einheiten so noch auf alte Technik zurückgreifen, was Vorteile mit sich bringen kann.

So sind Wagen wie das HLF aus Willebadessen noch nicht vollgestopft mit Elektronik und neuester Abgastechnik. Das macht sie in diesen Bereichen weniger stör- und wartungsanfällig, aber auch leichter und kompakter. Entscheidend ist, wie die Substanz des Wagens ist. Und wie lange er noch wofür eingesetzt wird.

Das Fahrzeug aus Willebadessen steht bei Einsätzen an vorderster Front und hat daher schon viel mitgemacht. Da wäre eine neue Karriere in zweiter Reihe, etwa im Dienste einer Löschgruppe, die deutlich weniger Einsätze hat, zumindest denkbar.

Der Markt für gebrauchte Feuerwehrfahrzeuge ist groß. Für die „Second Hand“-Ware gibt es auch eigene Verkaufsplattformen im Internet.

Andere Wehren im Altkreis setzen bereits auf Ware aus zweiter Hand. Als etwa bei der Feuerwehr Warburg ein Wagen ausfiel und kurzfristig Ersatz nötig war, suchte die Wehr bei einer Fachfirma einen Gebrauchten. Die Wahl fiel auf ein Löschgruppenfahrzeug 8/6, das ebenfalls schon 21 Jahre auf dem Buckel hat.

„Wir waren mit der Sub­stanz des Wagens sehr zufrieden“, erklärt Jürgen Rabbe, Leiter der Feuerwehr Warburg. Zudem sei das Auto generalüberholt worden: Sitze und Beleuchtung seien getauscht, Fahrgestell und Pumpen geprüft und instand gesetzt worden.

Die Wehr schlug für 110.000 Euro zu – deutlich weniger, als das, was für einen vergleichbaren Neukauf fällig wäre, erklärt Rabbe.

Zehn Jahre müsse das Auto halten, damit sich der Kauf gerechnet hätte. Gelohnt habe er sich allemal. Die Feuerwehr kaufte bei der Fachfirma sogar noch einen zweiten Gebrauchten. Auch der soll bald nach Warburg gebracht werden.

Alter Wagen, neu gekauft: Dieses 21 Jahre alte, neu aufbereitete Auto hat sich die Feuerwehr Warburg geholt.

Alter Wagen, neu gekauft: Dieses 21 Jahre alte, neu aufbereitete Auto hat sich die Feuerwehr Warburg geholt. Foto: Feuerwehr Warburg

 

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