Theater-AG Peckelsheim besteht seit 25 Jahren – Keine Planungssicherheit bei der Aufführung des neuen Stückes
Der Vorhang bleibt geschlossen

Willebadessen -

Mit einem neuen Stück wollte die Theater-AG „Vorhang auf“ Peckelsheim in diesem Jahr ihr 25-jährges Jubiläum feiern, aber Corona beherrscht die Bühne, der Vorhang bleibt zu.

Mittwoch, 27.01.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 27.01.2021, 08:26 Uhr
Schauspieler und Regie der Theater-AG „Vorhang auf“ Peckelsheim, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert, wünschen sich, sobald wie möglich wieder auf der Bühne zu stehen und ihr neues Stück präsentieren zu können.
Schauspieler und Regie der Theater-AG „Vorhang auf“ Peckelsheim, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert, wünschen sich, sobald wie möglich wieder auf der Bühne zu stehen und ihr neues Stück präsentieren zu können. Foto: P. Heim

“Wir können uns nicht treffen, nicht proben. Wann das wieder möglich sein wird, ist nicht vorherzusehen“, bedauert der ehemalige Regisseur und jetziges Mitglied im Lenkungsteam, Daniel Rodenberg. Deshalb sei auch noch völlig unklar, wann und ob das neue Stück im Jubiläumsjahr aufgeführt werde oder erst im kommenden Jahr.

Jedes Jahr studieren die Laienschauspieler mit viel Herzblut ein neues Stück ein, das dann traditionell in den Weihnachtsferien aufgeführt wird. Erst zwei Mal in der 25-jährigen Geschichte der Theater-AG musste ein Stück ausfallen. „2006/2007 mussten wir leider eine Pause einlegen. Unsere Regisseurin Annegret Berwinkel (Gröppel) heiratete und zog nach Gütersloh. Alle Bemühungen – selbst in den Zeitungen der Region -, eine Nachfolge für Regie und künstlerische Leitung zu finden, führten zu keinem Erfolg. Das Leitungsteam entschloss sich, eine Spielpause einzulegen und die Zeit für eine intensive Suche zu nutzen. 2007 waren unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt“, ist in der Chronik des Vereins auf der Homepage zu lesen. „2010/2011 mussten wir wieder eine Zwangspause einlegen. Nachdem einige langjährige Akteure aus den verschiedensten Gründen kurzfristig absagen mussten, mangelte es uns an Schauspielerinnen und Schauspielern, die nicht ersetzt werden konnten. Die Familien der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler forderten, insbesondere um die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel herum, nach soviel Jahren auch mal ihr Recht. Oft war es so: neue Stücke, ein paar neue Gesichter beziehungsweise das eingespielte Ensemble wurden durch neu hinzukommende Spieler ergänzt, das klappte aber in diesem Jahr auch nicht“, schreibt der 2019 verstorbene ehemalige Vereinsintendant und Regisseur Klaus-Dieter Lenz in seiner Chronik.

Dass ausgerechnet im Jubiläumsjahr der Theater-AG nicht sicher ist, ob überhaupt ein Stück auf die Bühne gebracht werden kann, bedauert Daniel Rodenberg sehr. Er kam 2007 als Regisseur zu der Truppe. „Ich wollte eigentlich nie auf der Bühne stehen, aber dann war Not am Mann“, erinnert er sich. Da es an männlichen Darstellern mangelte, ließ er sich überreden und stand im Jahr 2009 in dem Stück „Verrückte haben’s auch nicht leicht“ erstmals auf der Theaterbühne. „Ab da war es schwierig, mit den Schauspielern zu schimpfen, wenn sie ihre Rolle nicht konnten, wenn ich meine selbst nicht konnte“, erinnert er sich schmunzelnd.

Von Beginn an war das Niveau bei der Theater-AG Peckelsheim hoch. Nicht nur, was die schauspielerischen Leistungen anbelangt, sondern auch beim Bühnenbau, den Kostümen, Frisuren, der Maske und der Requisite. Etwa 40 Mitglieder sorgen auch hinter den Kulissen, etwa bei Pausenbewirtung, an der Kasse, als Beleuchter oder bei der Reinigung ehrenamtlich für einen reibungslosen Ablauf. Was sich ebenfalls in den vergangenen 25 Jahren nicht geändert hat, ist der große Ansturm auf die Eintrittskarten. Alle Spieltermine waren immer restlos ausverkauft, sodass auch Zusatztermine angeboten wurden. Auch, dass alle Einnahmen aus den Aufführungen stets einem sozialen Zweck zugute kommen, haben die Laienschauspieler in all den Jahren beibehalten.

Während vielerorts Laientheater aus Mangel an interessierten Darstellern schließen mussten, gibt es in Peckelsheim keine Pro­bleme. „Wir haben eine gute Mischung an Schauspielern zwischen 20 und 65“, freut sich Daniel Rodenberg insbesondere darüber, dass auch junge Leute Lust am Theaterspielen haben.

Mit den Planungen für ein neues Stück wird immer vor den Sommerferien begonnen. Ist das Stück ausgewählt, werden die Rollen und die Texte verteilt. Die Proben, die einmal in der Woche stattfinden, beginnen dann im September. „Erfahrungsgemäß wird es ab Mitte November immer stressig. Wenn man dann bemerkt, dass das Stück nicht bühnenreif ist, gerät man schon mal ins Schwitzen. Aber bisher hat es immer funktioniert, dass zur Premiere alles passt“, erzählt Daniel Rodenberg. Das ist nicht selbstverständlich, denn eine Doppelbesetzung der Rollen gibt es nicht. „Da wir auf Lücke setzen, kommt es schon mal vor, dass ein Schauspieler auch mit einer leichten Erkältung auf die Bühne geht, damit das Stück nicht ausfallen muss“, sagt Daniel Rodenberg, der hofft, dass es in Peckelsheim bald wieder heißt: „Vorhang auf!“

theater-peckelsheim.de

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