Do., 06.06.2019

Weitere Einsätze laut Oberst Ansgar Meyer aber bereits geplant – mit Video Augustdorfer Soldaten kehren im Juli aus Afghanistan zurück

Oberst Ansgar Meyer steht vor einem ausgemusterten Leopard I auf dem Gelände der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne im lippischen Augustdorf. Nach einem Jahr an der Spitze der Panzerbrigade beantwortet er Fragen zu den wichtigsten Themen.

Oberst Ansgar Meyer steht vor einem ausgemusterten Leopard I auf dem Gelände der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne im lippischen Augustdorf. Nach einem Jahr an der Spitze der Panzerbrigade beantwortet er Fragen zu den wichtigsten Themen. Foto: Jan Gruhn

Von Jan Gruhn

Augustdorf (WB). Seit etwa einem Jahr steht Oberst Ansgar Meyer an der Spitze der Panzerbrigade 21, deren Soldaten zum Großteil in Augustdorf (Kreis Lippe) stationiert sind. Das sagt er zu den derzeit wichtigsten Themen.

Einsätze

Aktuell befinden sich laut Meyer 263 Soldaten des Augustdorfer Panzergrenadierbataillons 212 im Auslandseinsatz in Afghanistan. »Kernaufgabe ist die Unterstützung der afghanischen Streitkräfte bei der Ausbildung«, erklärte Meyer am Mittwoch.

Die Einsatzkräfte aus OWL dienen Meyer zufolge aber vor allem im »Force Protection Bataillon«, das für Sicherheit sorgen soll. Einsatzorte seien die Städte Mazar-e Sharif und Kunduz. Im Juli sollen die Soldaten nach Deutschland zurückkehren. Anfang 2020 würden dann Kräfte des Jägerbataillons 921 Schwarzenborn, das ebenfalls zur Panzerbrigade 21 zählt, nach Afghanistan verlegt.

Zudem bereiteten sich momentan etwa 80 Soldaten der Brigade auf einen Einsatz im Irak vor, sagt Meyer. Im Schnitt seien jährlich 300 bis 400 Kräfte aus der gesamten Brigade, die Stützpunkte in Niedersachsen, Hessen und NRW hat, im Auslandseinsatz.

Bestand

Zur Brigade gehören etwa 5500 Soldaten, etwa 2000 von ihnen sind nach Angaben des Führungsstabs in Augustdorf ansässig. Wie Meyer berichtete, arbeitet die Bundeswehr an einer Weiterentwicklung des Kampfpanzers Typ Leopard II.

Die angestrebte Leitidee sei, »dass die Panzer digital untereinander vernetzt würden«, sagte der Oberst. Eine Art Smart-Tank also? »Es werde weiterhin vier Leute in den Gefährt sitzen müssen«, entgegnete Meyer.

Truppenübungsplatz

Nach Angaben von Ansgar Meyer wird sich die von den britischen Streitkräften angedachte verstärkte Nutzung des Truppenübungsplatzes Senne auch auf die Panzerbrigade auswirken – aus Sicht des Oberst eine positive Entwicklung. Denn es gebe Überlegungen, die Fläche an insgesamt zehn Wochen im Jahr für Übungen anderer Streitkräfte zur Verfügung zu stellen.

»Bislang war es so, dass wir den Platz nutzen konnten, aber die Briten immer Vorrang hatten«, erklärte Meyer. Die neue Regelung schaffe »für uns mehr Verlässlichkeit«. Der Kommandeur geht davon aus, dass seine Panzerbrigade Hauptnutzer sein wird.

Mike Whitehurst, Sprecher der Rheinarmee, konnte dazu am Mittwoch auf Anfrage noch nichts sagen: »Es ist noch viel zu früh, Aussagen dar­über zu treffen.« In etwa drei Monaten wisse man mehr.

Tag der Bundeswehr

Wer den Leopard II oder andere Waffen- und Einsatzsysteme der Panzerbrigade einmal aus nächster Nähe sehen will, hat dazu am »Tag der Bundeswehr« am Samstag, 15. Juni, Gelegenheit. Dann öffnen die Soldaten der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf der Öffentlichkeit die Tore. Erwartet werden laut Führungsstab bis zu 30.000 Besucher.

Chance für Zivilisten

Wegen des weitgehenden Abzugs der Briten hatte die Rheinarmee ihren oft deutschen Zivilbeschäftigten zum Ende des Jahres gekündigt – etwa 650 alleine im Kreis Paderborn. Jetzt gibt es für einige eine neue Chance auf eine Stelle: Die Rheinarmee hat die Dienststelle »Germany Central« geschaffen.

Sie sucht Zivilkräfte, die den Betrieb des Truppenübungsplatzes Senne aufrechterhalten – etwa als Bürokräfte oder Fahrer. Den Entlassenen wurde in dieser Woche mitgeteilt, sie könnten sich bewerben. »Wie viele Kräfte letztendlich gebraucht werden, können wir aber noch nicht sagen«, erklärte Rheinarmee-Sprecher Mike Whitehurst.

Die Army weist Interessenten darauf hin, dass ihnen im Falle einer Beschäftigung keine Wohnmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

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