Do., 25.07.2019

270 Soldaten kehren nach acht Monaten aus Afghanistan zurück Der Krieg ist allgegenwärtig

Von Renée Trippler

Augustdorf (WB). Acht Monate lang haben sie in der Bundeswehrbasis in Masar-e Scharif in Nordafghanistan verbracht, um das Camp und dessen Einsatzbereitschaft zu sichern . Am Mittwoch sind 270 Soldaten in Augustdorf zum feierlichen Rückkehrerappell angetreten.

Oberstleutnant Maik Cohrs betonte, dass entgegen mancher Erwartung alle Einsätze am Hindukusch nach wie vor gefährlich seien – auch in Provinzen wie Masar-e Scharif. »Wir vergessen oft, dass in Afghanistan unverändert ein Krieg tobt«, sagte der Bataillonskommandeur.

Nicht nur in Kabul sind Soldaten in Gefahr

Die Sicherheitslage habe sich während des Einsatzes weiter verschlechtert. Auch Presseoffizier Martin Waltemathe sagte, nicht nur an vermeintlich favorisierten Zielorten der Gegner wie Kabul seien die Soldaten in Gefahr. »Einige haben einen Raketenangriff miterlebt. Das zeigt, wie allgegenwärtig die Gefahr und der Krieg auch in Nordafghanistan sind«, sagte er. Von entsprechenden unschönen Erfahrungen berichtete Cohrs auch in seiner Ansprache an die Soldaten: »Das Erleben von Verwundungen von afghanischen Spezialkräften aber auch US-Verbündeten wird uns nicht loslassen.«

Grenadiere aus Augustdorf stellten Schutzbataillon

Das Camp Marmal in Masar-e Scharif ist die Basis, von der aus die deutschen Einsatzkräfte der Bundeswehr in Afghanistan operieren. Die zurückgekehrten Panzergrenadiere aus Augustdorf stellten vor Ort das Schutzbataillon.

Der monatelange Auslandseinsatz sei in der Planung und Umsetzung eine besondere Herausforderung gewesen, sagte Cohrs: »Schwierig an dem Einsatz war die Kurzfristigkeit.« Die Bundesregierung hatte im März 2018 beschlossen, das Truppenkontingent der multinationalen Nato-Unterstützungsmission »Resolute Support« (RS) aufzustocken. Im April seien zusätzliche Kräfte nach Afghanistan verlegt worden. Dadurch habe man die Truppe umstrukturieren müssen, um ausreichenden Schutz zu gewährleisten, erläuterte er. Im Mai habe er die Soldaten über den bevorstehenden Einsatz informiert.

Nächster Einsatz für fünf Soldaten schon im November

Der nächste Afghanistan-Einsatz steht den Soldaten in Augustdorf bereits bevor: Fünf von ihnen werden, wie berichtet, im November nach Kabul fliegen, um dort für die Sicherheit deutscher Offiziere zu sorgen.

Zu seinen Erwartungen an die am Mittag vereidigte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte Cohrs am Rande des Appells: »Ich würde mir wünschen, dass sie daraufhin arbeitet, dass wir ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung haben.« Außerdem müsse sie klar Stellung zum Auftrag der Truppe beziehen. Das sei auch für die Werbung entscheidend, um der Personalnot entgegenzuwirken.

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