Verlegung von US-Soldaten nach Osteuropa: Station in Augustdorf
Truppen ziehen auch durch OWL

Augustdorf (dpa/WB). Es ist die größte Verlegung von US-Truppen nach Europa seit 25 Jahren. Tausende Soldaten und Material ziehen bei der Militärübung „US Defender Europe 2020“ durch Nordrhein-Westfalen Richtung Osten. Auch in OWL wird Station gemacht: am Bundeswehrstandort in Augustdorf (Kreis Lippe).

Montag, 17.02.2020, 02:09 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 12:58 Uhr
Auch solche Panzerhaubitzen der US-Armee werden auf Schwerlasttransportern der Bundeswehr transportiert. Foto: dpa
Auch solche Panzerhaubitzen der US-Armee werden auf Schwerlasttransportern der Bundeswehr transportiert. Foto: dpa

Das Unternehmen ist geheime Kommandosache. In den kommenden Monaten werden zahlreiche Militärkonvois durchs Land rollen und Soldaten marschieren. Rund 20.000 Soldaten werden aus den USA quer durch Deutschland nach Osteuropa verlegt, um die Einsatzfähigkeit an der Nato-Außengrenze zu trainieren. Darüber hinaus sind mehrere Übungen in Deutschland, Polen, Georgien und dem Baltikum geplant. Insgesamt 37.000 Soldaten aus 18 Nationen sind beteiligt.

Personal und Material aus den USA kommen mit Schiffen und Flugzeugen in den Niederlanden und Belgien an und werden auf Schiene und Straße weiter nach Polen und ins Baltikum verlegt. Eine Hauptroute durch Deutschland führt nach Angaben von Bundeswehr und US-Army über Aachen, Mönchengladbach, den Niederrhein, Dortmund, Hannover, Berlin und Frankfurt (Oder). Am Standort der Bundeswehr in Augustdorf im Kreis Lippe ist nach Angaben der Bundeswehr ein Rastraum für Pausen und Versorgung von marschierenden „Truppenteilen“ vorgesehen.

Bundeswehr unterstützt Übung

Weiter südlich soll es nach Angaben des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Tauber (CDU) über Düsseldorf, Mannheim, Nürnberg und Dresden Richtung Görlitz gehen. Die Bundeswehr unterstützt die Übung mit bis zu 1500 Soldaten. Aber wenn es um Details geht, hat die US Army Europe in Wiesbaden das Sagen. Die schweigt sich zu Details aus: „Aus Gründen der operativen Sicherheit geben wir keine spezifischen Zeiten oder Routen der US-Truppenbewegungen im Voraus bekannt.“

Die Amerikaner öffnen ein Zeitfenster. Erste Aktionen in NRW sollen demnach zwischen Ende Februar und Ende März stattfinden. Um die Auswirkungen auf den Verkehr so gering wie möglich zu halten, seien alle Konvois für die Nacht geplant. Über Ostern gebe es keine „Bewegungen“.

Logistische Drehscheibe

Die Häfen in Duisburg und Krefeld werden nach Angaben Taubers eine wichtige Bedeutung haben: Sie werden zum Umschlagplatz von militärischem Gerät. Die „WAZ“ berichtete, dass Ausrüstung und Fahrzeuge aus dem niederländischen Vlissingen Mitte März auf Binnenschiffen den Duisburger Hafen erreichen. Die Fracht werde dort auf Güterzüge oder einzelne Trucks verladen.

Deutschland diene aufgrund seiner Mittellage als logistische Drehscheibe für das Manöver, erklärt das Netzwerk Friedenskooperative auf seiner Internetseite. Die Bewegung formiert sich auch in NRW. An die Stelle von Kriegsübungen müsse ein Neustart der Beziehungen mit Russland gesetzt werden, fordern die Aktivisten. Auch die Friedensbewegung plant Proteste gegen „Defender“.

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