Kripo Bielefeld findet aber keinen Beweis für seine Täterschaft
Häftling prahlt mit Mord an Anhalterin

Bad Salzuflen (WB). 24 Jahre nach dem Mord an der Kindergartenpraktikantin Sandra Zimmermann (17) aus Bad Salzuflen soll sich ein verurteilter Mörder in der JVA Bielefeld der Tat bezichtigt haben.

Freitag, 21.10.2016, 13:00 Uhr
Dirk I. sitzt wegen Mordes in Haft. Foto: Oliver Schwabe
Dirk I. sitzt wegen Mordes in Haft. Foto: Oliver Schwabe

Sandra Zimmermann hatte ihren Freund besucht und wollte am 14. März 1992 von Bünde nach Hause trampen. Zwei Monate später wurde ihre Leiche an der Freilichtbühne »Kahle Wart« in Hüllhorst entdeckt – die Anhalterin war Opfer eines Sexualmörders geworden. Der Täter wurde nie gefasst, bis heute fehlen Sandras rechter Schuh und ihr Rucksack.

2011 wurde in der Nähe der Freilichtbühne eine weitere Frauenleiche entdeckt, doch dieser Fall wurde schnell geklärt: Arbeiter Dirk I. (47) und seine Freundin Christiane M. (37) aus Bünde hatten gemeinsam eine frühere Freundin von Dirk I. umgebracht, »weil sie zu sehr klammerte«. Das Opfer, eine Frau aus Herford, wurde bewusstlos gewürgt und dann mit Benzin angezündet.

Paar aus Bünde zu lebenslanger Haft verurteilt

Das Paar aus Bünde wurde 2011 vom Landgericht Bielefeld wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und sitzt in der JVA Bielefeld. Vor seiner damaligen Festnahme soll Dirk I. zu seiner Komplizin gesagt haben, er habe auch Sandra Zimmermann getötet. Die Komplizin vertraute sich anderen Menschen an und erzählte ihnen davon, wollte ihre Angaben damals aber nicht vor der Staatsanwaltschaft wiederholen.

Nun soll sich Dirk I. erneut des Mordes bezichtigt haben. Ein Mithäftling sagte aus, Dirk I. habe ihm verraten, wo er die verschwundenen Sachen von Sandra Zimmermann versteckt habe. Der Schuh und der Rucksack sollten sich in einem Tresor im Keller des Hauses befinden, in dem Dirk I. bis zu seiner Festnahme gewohnt hatte. Beamte der Kripo Bielefeld sahen dort gestern nach. Sie fanden allerdings keinen Tresor, sondern nur eine Blechkiste, die dem Vermieter gehörte. Weil es offenbar keinen Schlüssel mehr gab, wurde die Kiste aufgebrochen. Sie enthielt nichts, was man dem Fall Zimmermann hätte zuordnen können.

Sonderschüler gitl als Angeber

Für die Polizei, die das Verbrechen an der 17-Jährigen nach wie vor klären will, ist unklar, warum sich Dirk I. wiederholt mit dem Fall Zimmermann in Verbindung gebracht hat. Der frühere Sonderschüler gilt zwar als Angeber, aber das schließt nach Ansicht von Ermittlern nicht aus, dass er nicht doch der Mörder sein könnte.

Die 17-Jährige liegt auf einem Friedhof in Bad Salzuflen, nicht weit von der Wohnung ihrer Eltern entfernt. Ihr Vater starb 2014. Auch der Kriminalbeamte, der 1992 die Mordkommission geleitet hatte, ist lange tot. Sandras Mutter hofft weiterhin, dass sie irgendwann erfährt, was mit ihrer Tochter geschehen ist.

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