Ein Behinderter gibt an, geschlagen worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Vorwürfe gegen Polizisten

Bad Salzuflen (WB). Wurde ein Schwerbehinderter (35) aus Bad Salzuflen von einem Polizisten mit einem Faustschlag zu Boden gebracht? Die Polizei behauptet, die Gewalt sei von dem Mann ausgegangen. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Montag, 06.02.2017, 05:06 Uhr aktualisiert: 06.02.2017, 05:10 Uhr
Ein Behinderter gibt an, geschlagen worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. : Vorwürfe gegen Polizisten
Nazir A. hat Kinderlähmung. Sein linkes Bein kann er überhaupt nicht bewegen. Foto: Christian Althoff

Als Sechjähriger kam Nazir A. mit seinen Eltern aus Afghanistan . Er leidet an Kinderlähmung. »Mein rechtes Bein ist zu 50 Prozent gelähmt, mein linkes komplett«, sagt der 35-Jährige, der in einem Autohaus arbeitet. Am linken Bein trägt er eine Schiene, die am Knie ein Gelenk hat. Wenn Nazir A. aufsteht, rastet er das Gelenk ein, so dass das Bein gestreckt und steif ist und er nicht umkippen kann. Mit dem so versteiften Bein bewegt er sich dann mehr schlecht als recht fort. Will er sich setzen, zieht er in Hüfthöhe an einem Bowdenzug, und das Kniegelenk rastet wieder aus.

Sein rechtes Bein ist gelähmt.

Sein rechtes Bein ist gelähmt. Foto: Althoff

Bei einem Besuch in Hagen soll ein Polizist den Bad Salzufler mit einem Faustschlag niedergestreckt haben – möglicherweise, weil Nazir A. die Straße für einen Zivilwagen blockierte. Die Polizei bestreitet das und behauptet, Nazir A. habe den Beamten gedroht. Sein Anwalt Dr. Detlev Binder : »Mein Mandant hat große Schwierigkeiten, freihändig zu stehen. Ich halte es für ausgeschlossen, dass er versucht haben soll, einen deutlich größeren Polizisten anzugreifen, zumal er keinen Grund hatte und zwei Zeugen das Gegenteil aussagen.«

Mehr lesen Sie am Montag, 6. Februar, im WESTFALEN-BLATT.

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