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Sa., 15.04.2017

52-Jähriger soll Killer für seine geschiedene Frau gesucht haben Häftling kommt vor Gericht

Jörg K. und die Waffen, mit denen er seiner getrennt lebenden Frau 2013 aufgelauert hatte.

Jörg K. und die Waffen, mit denen er seiner getrennt lebenden Frau 2013 aufgelauert hatte. Foto: Christian Althoff

Von Christian Althoff

Bad Salzuflen (WB). Ein Häftling soll einen Killer gesucht haben, der seine geschiedene Frau töten sollte. Vom 5. Mai an muss sich der Mann deshalb vor dem Landgericht Detmold verantworten.

Jörg K. (52) sitzt seit 2014 in der Justizvollzugsanstalt Detmold. Damals hatte das Landgericht den städtischen Gärtner aus Bielefeld wegen versuchten Mordes zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt.  Der extrem eifersüchtige Mann hatte seiner getrennt lebenden Ehefrau nachts vor ihrem Haus in Bad Salzuflen aufgelauert.

»Ich hatte mit meinen Freundinnen gefeiert«, erzählte die Krankenschwester seinerzeit im Prozess. »Er sprang mit einem Schrei aus einer Koniferenhecke und schlug mir eine Stange auf den Kopf. Immer wieder, mit voller Wucht. Das hat richtig gekracht. Das Blut nahm mir die Sicht. Ich dachte nur: Du darfst nicht ohnmächtig werden, sonst ist es vorbei.«

Der 17-jährige Sohn, der die Schreie hörte, lief nach draußen und rettete seine Mutter. Am Tatort fanden Polizisten ein Fleischerbeil, eine Mistgabel, die Eisenstange und weitere Waffen. Das Gesicht der Frau musste mit 33 Stichen genäht werden.

Belastende Aussage eines Mithäftlings

In der Haft soll Jörg K. einen Mithäftling gedrängt haben, ihm einen Auftragsmörder zu beschaffen. Doch der Häftling offenbarte sich den Behörden. »Mein Mandant bestreitet, dass er die Absicht hatte, seine Ex-Frau töten zu lassen«, sagt Verteidiger Torsten Giesecke. Oberstaatsanwalt Christopher Imig glaubt jedoch, genug in der Hand zu haben, um Jörg K. wegen versuchter Anstiftung zum Mord verurteilen zu lassen – eine Tat, die genauso bestraft wird wie versuchter Mord.

Belastet wird Jörg K. nicht nur durch die Aussage des Mithäftlings, sondern auch durch sehr detailgenaue Lageskizzen, die er für den Killer angefertigt haben soll und auf denen seine Fingerabdrücke sind. Unter anderem sollen auf den Zeichnungen die Bewegungsmelder am Haus der geschiedenen Frau zu erkennen sein.

Gutachter: Gefahr für die Allgemeinheit

2012, Monate vor dem Angriff mit der Eisenstange, soll der gewalttätige und eifersüchtige Mann versucht haben, seiner Frau das Genick zu brechen. Damals kam er mit einer Bewährungsstrafe davon.

Jörg K. könnte am Ende des Prozesses, der kommenden Monat beginnt, neben einer Verurteilung auch die Verhängung der Sicherungsverwahrung drohen, sollte ein Gutachter in ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit sehen. Der Bundesgerichtshof hat bereits in mehreren Fällen entschieden, dass unter dem Begriff Allgemeinheit auch ein einzelnes Opfer zu verstehen ist, in diesem Fall die geschiedene Frau.

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