Fr., 13.04.2018

Mit Marihuana Ferienwohnung auf Amrum finanziert? Vorwurf lässt sich nicht beweisen Professioneller Drogenanbau im Keller: Rentner-Ehepaar verurteilt

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Christian Althoff

Bad Salzuflen (WB). Dass die beiden Marihuana verkauft haben sollen, um ihre Ferienwohnung auf Amrum abzuzahlen – diesen Vorwurf konnte der Staatsanwalt letztlich nicht beweisen.

Ein gut situiertes Rentner-Ehepaar aus Bad Salzuflen ist vom Amtsgericht Lemgo wegen Drogenanbaus verurteilt worden. Gegen den Mann (69) wurde eine Haftstrafe von neun Monaten verhängt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss er 2500 Euro an eine wohltätige Organisation zahlen. Seine Frau (65) wurde zu 2400 Euro Strafe verurteilt.

Plantage nach Einbruch entdeckt

Im November vergangenen Jahres, als die beiden in ihrer Ferienwohnung auf Amrum waren, war eine Reihenhaussiedlung in Bad Salzuflen das Ziel von Einbrechern. Ein Opfer rief die Polizei, und die Beamten folgten den Fußspuren des Täters zum Haus des Ehepaares. Die Polizisten entdeckten ein aufgebrochenes Fenster, sahen nach – und stießen im Keller auf eine professionelle Marihuanaplantage mit 28 Pflanzen, Be- und Entlüftung sowie speziellen Leuchten.

Als die Eheleute nach ihrer Rückkehr damit konfrontiert wurden, soll die Frau zu einem Polizisten gesagt haben, man brauche den Erlös aus dem Drogenverkauf, um die Ferienwohnung abzuzahlen. Davon war vor Gericht keine Rede mehr, und eine angespannte finanzielle Situation des Ehepaares gab es wohl auch nicht.

Als Schmerzmittel genutzt?

Zunächst schwiegen die Angeklagten. Ihre Anwälte meinten, die Polizisten seien illegal in das Haus gegangen, weshalb der Zufallsfund dem Ehepaar nicht zur Last gelegt werden dürfe. Das sehe er nicht so, sagte der Vorsitzende Richter Dr. Florian Hobbeling.

Die Ehefrau sagte schließlich, sie habe gar nichts gemacht. Und ihr Mann erklärte, er habe Arthrose in den Knien und das Marihuana als Schmerzmittel angebaut. Das ließ sich nicht widerlegen, zumal die Ermittler keine Abnehmer der Drogen gefunden hatten.

Dass die angeklagte Ehefrau an der Herstellung beteiligt war, ließ sich nicht nachweisen. Weil sie aber um den Anbau im Keller wusste und ihren Mann machen ließ, wurde sie wegen Beihilfe verurteilt.

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