Do., 08.11.2018

Maschinenbaumesse FMB: Branche erwartet nur noch leichtes Wachstum Herausfordernde Zeiten

Roboter werden immer präziser. Die Firmengruppe Freise aus Quickborn präsentiert in Bad Salzuflen »Saw­yer«, der außer Gläser mit farbigen Flüssigkeiten auch Maschinen und Leiterplatten bestückt.

Roboter werden immer präziser. Die Firmengruppe Freise aus Quickborn präsentiert in Bad Salzuflen »Saw­yer«, der außer Gläser mit farbigen Flüssigkeiten auch Maschinen und Leiterplatten bestückt. Foto: Bernhard Hertlein

Von Bernhard Hertlein

Bad Salzuflen (WB). Der Maschinenbau-Verband VDMA erwartet in NRW im nächsten Jahr nur noch ein Wachstum von einem Prozent. Im Vergleich zu 2018, für das drei Prozent prognostiziert sind, ist das ein Rückgang.

Wie Landesgeschäftsführer Hans-Jürgen Alt gestern zur Eröffnung der 14. Zuliefermesse FMB-Nord in Bad Salzuflen erklärte, bleibt die Branche in NRW damit hinter der Voraussage des Bundesverbandes zurück, der für Deutschland zwei Prozent plus erwartet. Angesichts einer Exportquote von fast 80 Prozent könnten sich die Unternehmen nicht von Entwicklungen in wichtigen Absatzmärkten abkoppeln.

Die Zeiten seien herausfordernd. So würden die USA als Nummer 1 unter den Absatzmärkten in diesem Jahr wieder von China überholt. Der angekündigte Brexit habe bereits Auswirkungen auf die Geschäfte in Großbritannien: Im ersten Halbjahr 2018 sei das Vereinigte Königreich von Platz 4 auf 5 abgerutscht. Zusätzlich leide die Branche unter den Einschränkungen des Freihandels einschließlich der Sanktionen gegen Iran und Russland.

562 Aussteller in zwei Messehallen

Insgesamt erzielt der NRW-Maschinenbau 2018 mit den 196.400 Beschäftigten einen Umsatz von 43,9 Milliarden Euro. Auch bei einem Zuwachs um nur ein Prozent würde die Branche 2019 den bisherigen Rekordwert von 44,1 Milliarden in 2012 übertreffen. Aktuell sei die Produktion zu über 90 Prozent ausgelastet, sagte Alt.

Wie schon 2017 sind zwei Messehallen in Bad Salzuflen bei der FMB-Nord ausgebucht. Die Zahl der Aussteller hat sich nach Angaben von Christian Enßle, Manager des Veranstalters Clarion, noch geringfügig von 553 auf 562 erhöht. Ein Drittel hätte den Sitz in OWL. Das stärkste ausländische Kontingent stellten Zulieferer aus den Niederlanden. Erwartet werden bis kommenden Freitag etwa 7000 Fachbesucher.

Mitarbeiterstärkste Branche in OWL

In Ostwestfalen hat der Maschinenbau seine Position als mitarbeiterstärkste Branche in den ersten acht Monaten 2018 noch verstärkt. Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen stieg die Zahl der Beschäftigten von 28.056 auf 29.354. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die Maschinenbauer einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro und belegten damit hinter der Ernährungsindustrie Platz 2.

Über aktuelle Forschungsergebnisse berichten die Fraunhofer-Institute in Lemgo und Paderborn und das Citec der Uni Bielefeld am Stand von It’s OWL. Citec zeigt den Miniroboter Amito, der Ge­genstände zu wechselnden Zielen befördert. Die Paderborner Fraunhofer-Experten erklären, warum sich ein 3D-Druck vor allem bei komplexen Produkten in sehr geringer Auflage bezahlt macht. Dagegen projizieren die Lemgoer Arbeitsvorgänge konkret auf die Arbeitsplatte. Bevorzugt eingesetzt werden könne die Technologie in Ausbildungswerkstätten und an Arbeitsplätzen, wo auch Ungelernte eingesetzt werden.

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