So., 17.02.2019

Im Gespräch: Musiker und Produzent Patrick Winzler über aktuelle Trends »Ein Song muss schnell zum Punkt kommen«

Immer mehr Studiotechnik schafft es mittlerweile auch auf die Konzertbühne

Immer mehr Studiotechnik schafft es mittlerweile auch auf die Konzertbühne Foto: dpa

Von Ann-Christin Lüke

Bad Salzuflen/Bielefeld (WB). Kurze Intros, das sei heute gefragt, sagt Patrick Winzler. Der 31-Jährige aus Bad Salzuflen ist Mitglieder der sechsköpfigen Metalband »Soulbound« und arbeitet als Musik- und Videoproduzent.

Patrick Winzler aus Bad Salzuflen ist Musik- und Videoproduzent.

»Nicht nur die Art, wie wir Musik hören, ändert sich, auch die Art, wie Musik gemacht wird«, sagt Winzler. Er produziert die Songs seiner Band in seinem Heimstudio in Bielefeld. Auch »Soulbound« sind bei Spotify und Co. zu finden. »Ohne geht es nicht«, sagt er.

Beim Streaming entschieden oft schon wenige Sekunden, ob ein Zuhörer dranbleibe. Und genau darauf stellen sich auch die Musiker ein: »Deshalb muss ein Song schnell zum Punkt kommen.«

Weniger Gitarren, mehr Elektro

Und: »In den 90ern und den 2000er Jahren war es noch viel gitarrenlastiger. Mittlerweile nehmen immer mehr elek­tronische Einflüsse Einzug, und das in fast jedem Genre«, sagt er. Der Anspruch beim Zuhörer sei mit zunehmenden technischen Möglichkeiten aber auch gestiegen: »Wir wollen den perfekten Sound.« Und dafür bräuchten Musiker keine großen Tonstudios mehr. »Die Produktion und das Songwriting finden am Computer statt.«

Musik immer und überall

Noch nie wurde in Deutschland so viel Musik über das Internet gehört wie 2018. Großen Anteil daran dürfte Marktführer Spotify haben. Musik immer und überall: Was macht das eigentlich mit der Branche, dem Sound und unseren Hörgewohnheiten? Antworten darauf gibt es auch von einem Experten und einer jungen Band.

Und was ist mit Konzerten? »Auch da hat sich die Technik verbessert. Immer mehr Computer kommen mit auf die Bühne. Viele große Stars haben einen DJ dabei«, sagt Patrick Winzler, der bei »Soulbound« Gitarre spielt und an den Synthesizern steht. So sei es technisch etwa möglich, während eines Konzertes Sound und Stimme des Musikers »anzudicken«.

Andere Energie bei Konzerten

Die Gefahr, Konzertgänger zu enttäuschen, sieht Winzler aber nicht. Bei Liveauftritten gebe es eine ganz andere Erwartungshaltung des Publikums an die Musik: »Da entsteht eine Energie, die es nur live geben kann. Die Lautstärke, das ganze Drumherum und die Emotionen sind was anderes«, findet Winzler, der heimische Events wie die »Metal Christmas« in Bielefeld mit etwa 800 Besuchern organisiert.

Beim Konzert zählten nicht nur die ersten Sekunden eines Songs, sondern vielmehr das »audiovisuelle Gesamtwerk«.

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