Mo., 04.03.2019

Bad Salzufler tourt mit Rad und Hund durch Europa Mit »Woody« auf Reisen

Golden Retriever »Woody« bekommt die Welt zu sehen, wenn er mit Herrchen unterwegs ist,

Golden Retriever »Woody« bekommt die Welt zu sehen, wenn er mit Herrchen unterwegs ist, Foto: Kai Grefe

Von Angelina Zander

Bad Salzuflen (WB). Wenn Kai Grefe (29) Urlaub macht, dann mit Hund und Fahrrad. Am Montag starten die beiden nach Barcelona.

Eigentlich sei er kein passionierter Radfahrer, sagt der gebürtige Bad Salzufler, der in Bochum Sozialwissenschaften studiert. »Aber ich wollte schon immer die Welt sehen.« Und weil das mit einem Studentenbudget nicht so leicht ist, erkundet er Europa auf seinem Mountainbike. Die Reisen unternimmt der 29-jährige mit »Woody«, seinem fünf Jahre alten Golden Retriever. Von seinen Erlebnissen berichtet der Student auf www.bike-out.com .

Heute fahren die beiden mit dem Zug nach Freiburg, von wo sie ihre 1250 Kilometer lange Tour nach Barcelona antreten werden. Erst am 6. April will Kai Grefe wieder zurück sein. Was er mitnimmt? »Ein Zelt, einen Schlafsack, einen Rucksack mit Klamotten, ein Tablet, Powerbanks, eine Actionkamera, ein Handy und den Anhänger fürs Fahrrad. Da sind Tupperdosen drin, eine Regen- und eine Fleecejacke und eine Matratze für Woody.«

Mit dem Fahrrad bis nach Dänemark

Gezogen wird das alles von einem »reiseuntauglichen Fahrrad«, wie Grefe sein herkömmliches Mountainbike bezeichnet. Die Bereifung sei nicht perfekt für so lange Strecken und auch die Ausstattung ließe zu wünschen übrig. Aber: »Ich vertraue dem Fahrrad.« Schließlich hat es ihn und »Woody« bisher nach Dänemark und Holland gebracht.

»Woody« nimmt seinen Platz im Anhänger nicht häufig in Anspruch. »Er läuft bis zu 40 Kilometer am Tag, mit vielen Pausen. Er ist dann abends super früh müde aber der erste, der morgens wach ist«, sagt der stolze Hundebesitzer.

Warum er mit seinem Hund reist? »Seine Glückseligkeit färbt auf mich und andere ab. Wenn er läuft, richtet er kilometerweit seinen Blick nach vorne, und ich hab das Gefühl, wir können bis nach Nepal durchlaufen.«

»Ruhig ist er eigentlich nur, wenn er 30 Kilometer gerannt ist«

Vor dreieinhalb Jahren war »Woody« ins Leben von Grefe und seiner damaligen Freundin getreten. »Als Scheidungshund hatte er es nicht einfach. Er war abgemagert und man konnte jede Rippe sehen. Mit der Zeit hat Woody sich aber ziemlich gut gemacht. Man sieht ihm an, dass er jetzt sehr kraftvoll ist. Richtig ruhig ist er eigentlich nur, wenn er 30 Kilometer gerannt ist.«

Zu dritt wollten sie die Welt bereisen. Von der Freundin hat sich Grefe inzwischen getrennt, der Traum von der großen Reise ist aber geblieben. In zweieinhalb Jahren soll es so weit sein. Dann will er sein Studium beendet haben, Geld gespart haben und alles verkaufen.

Dass man aber nicht unbedingt weit fahren muss, um interessante Erlebnisse zu machen, weiß Kai Grefe seit seiner Tour nach Holland – seiner ersten Reise mit Hund und Rad, die im März vergangenen Jahres startete. »Wir waren kurz davor, die Reise abzubrechen, weil es nur geregnet hat. Es waren Minusgrade und bitterkalt. Ich hatte Probleme mit den Bremsen und wollte eigentlich am Tag 40 bis 60 Kilometer schaffen.« Die Socken, der Schlafsack, die Kleidung – alles sei nass gewesen. Also habe er begonnen, in Holland, 70 Kilometer vor Rotterdam, »irgendwo im Nirgendwo« an Türen zu klopfen und zu fragen, ob er sich aufwärmen dürfe. »Die Anstrengungen waren vergebens.« Hund und Herrchen wurden im Regen stehengelassen, Bis ein älterer Mann auf die beiden aufmerksam wurde. Auf die Frage »Kann ich in eurem Garten mein Zelt aufschlagen?« antwortete der ältere Mann »Klar. Ist ja nicht mein Garten.«

Kai Grefe schlug sein Zelt also auf dem Nachbargrundstück auf. »Ich habe dann nochmal bei dem mann geklopft, und wurde mit Bier, Essen und Wärme versorgt.«

Gastfreundschaft habe er auf seinen Reisen immer wieder erlebt, auch in Dänemark, wo er plötzlich Teil einer Geburtstagsparty geworden sei, nachdem er an eine Tür geklopft habe. »Man muss einfach den Mut haben, zu fragen. Das macht es ja erst zum Abenteuer, dass man sich durchboxen muss«, sagt Grefe über die tägliche Herausforderung, einen trockenen Platz zu finden wenn es regnet.

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