Mo., 08.04.2019

Auch von Häftling aus Werl fehlt nach Flucht in Bad Salzuflen weiter jede Spur Psychisch kranker Straftäter nach Freigang weiter auf der Flucht

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Köln (dpa). Nachdem im März ein verurteilter Gewalttäter während eines Besuchs in Bad Salzuflen geflüchtet ist, sucht die Polizei nun einen weiteren Straftäter, der nach einem Freigang aus der geschlossenen Psychiatrie in Köln verschwunden ist.

Der 67-jährige Otto K. war am Sonntag nach dem Ausgang nicht in die geschlossene Psychiatrie zurückgekehrt. »Wir ermitteln weiter«, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. »Wer ihn sieht, sollte ihn auf keinen Fall ansprechen, sondern direkt die Polizei rufen.«

Die Polizei hatte am Sonntag ein Fahndungsfoto des Mannes veröffentlicht, nachdem er nicht in den Maßregelvollzug zurückgekehrt war. Der Mann könne insbesondere unter Alkoholeinfluss sehr aggressiv auftreten, hatte die Polizei mitgeteilt.

Der Gesuchte verfügt Polizeiangaben zufolge über Bargeld, ist auf Medikamente angewiesen und hat sich in der Vergangenheit mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt. Meistens hielt er sich demnach im Bereich Bonn, Bornheim oder Troisdorf (Rhein-Sieg-Kreis) auf.

Bereits 2014 geflohen

Der Mann hatte 1998 in Bad Godesberg seine 78-jährige Nachbarin totgetreten. Er wurde 1999 vom Bonner Schwurgericht in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht. Bereits im Dezember 2014 war der Mann schon einmal für mehrere Tage geflohen. Damals war er bei einem begleiteten Besuch auf einem Weihnachtsmarkt verschwunden. Nach zwei Wochen auf der Flucht wurde der Gesuchte wieder festgenommen.

Träger sieht keine Gefahr

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR), Träger der Psychiatrie in Köln, geht aber von keiner akuten Gefahr durch den Patienten aus.

Der Mann hatte die Klinik unbegleitet verlassen dürfen. »Dafür müssen viele Besserungsschritte vollzogen worden sein«, sagte Karin Knöbelspies vom LVR am Montag. Der Patient sei zuverlässig gewesen, habe sich an Absprachen gehalten. Er sei im Dezember 2014 zwar schon einmal für mehrere Tage geflohen, habe damals aber keine Straftaten begangen. »Er ist nicht mal schwarz gefahren«, sagte Knöbelspies.

Daniel Vojnovic weiter auf der Flucht

Weiter auf der Flucht: Daniel Vojnovic.

Unterdessen fehlt auch von Daniel Vojnovic (31) jede Spur. Der Gewalttäter gilt als gefährlich und war am 20, März während eines Familienbesuchs im lippischen Bad Salzuflen geflüchtet. Europaweit wird nach dem 31-jährigen gefahndet.

Laut JVA Werl hatte er 2014 einem Türsteher ins Bein geschossen. Das Landgericht Bielefeld verurteilte ihn Anfang 2015 »wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Führen einer halb automatischen Kurzwaffe« zu drei Jahren und acht Monaten Haft. Weil er danach weiter als Gefahr galt, kam er nicht frei. Im September 2017 wurde Sicherungsverwahrung angeordnet, es ging in die JVA Werl.

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