Mi., 18.09.2019

MOW: indische Möbel ohne Kolonialstil – 55 Aussteller aus OWL International und regional

Andreas Reibchen (links), Geschäftsführer der Messegesellschaft Bad Salzuflen, und MOW-Chef Bernd Schäfermeier am Stand eines indischen Möbelherstellers.

Andreas Reibchen (links), Geschäftsführer der Messegesellschaft Bad Salzuflen, und MOW-Chef Bernd Schäfermeier am Stand eines indischen Möbelherstellers. Foto: Hertlein

Von Bernhard Hertlein

Bad Salzuflen (WB). Was die Besucherzahl betrifft, so kann die MOW trotz voller Parkplätze und 85.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche nicht ganz mit den Hausmessen der großen Küchenhersteller mithalten. Trotzdem ist sie 35 Jahre nach dem Start nicht aus dem Konzert der Möbel-Herbstschauen in OWL wegzudenken.

Die MOW, eine Möbelmesse ausschließlich für Händler, ist in Bad Salzuflen noch bis Donnerstag geöffnet. Für sie sprechen aus der Sicht von Hauptgeschäftsführer Bernd Schäfermeier zwei Gründe: Zum einen zeige kein anderer Messeveranstalter in OWL das Möbelangebot in dieser vollen Breite. Zum anderen präsentierten sich 90 Prozent der Aussteller auf der MOW in Deutschland nur auf hier. Daher sei sie bei mittelständischen Möbelhäusern, die auf Neues aus seien, sehr beliebt.

18 Erstaussteller

Unter den 482 (Vorjahr: 462) Ausstellern sind immerhin 18, die schon bei der ersten »Möbelordermesse Westfalen« (MOW) 1984 dabei gewesen sind. Damals lag die Messe praktischer Weise für die Besucher auf dem Weg zu den Ausstellungshallen von Schieder und Kerkhoff sowie dem Messezentrum Barntrup, erinnert sich der heutige Eigentümer der Hallen, Andreas Reibchen. Alle drei haben inzwischen aufgegeben.

56 Prozent der Aussteller kommen 2019 aus dem Ausland. Neben Polen, den Niederlanden, Italien und Dänemark stellt Indien erstmals eine größere Delegation. Rohit Sharma vertritt die Marke »dMantra«, die in der Stadt Jodhpur mit etwa 600 Beschäftigten (inklusive Zulieferer) Möbel herstellt, die nichts mehr mit dem früheren wuchtigen Kolonialstil gemein haben. Bevorzugtes Material ist Holz vom Mangobaum, Akazie und Sheesham. Mango habe den großen Vorteil, dass es sehr hart sei und innerhalb von fünf bis sieben Jahren nachwachse. Seit 32 Jahren in den Niederlanden sehr erfolgreich, verkauften sich indische Möbel neuerdings auch in Deutschland sehr gut.

Eiche ist am beliebtesten

Was die neuen Möbel aus deutscher Produktion betrifft, so ist Eiche mit Abstand das beliebteste Holz. Die gefragteste Farbe für Polstermöbel scheint dagegen nach einem Rundgang bei der MOW Blau zu sein.

Heinz-Josef Antpöhler, geschäftsführender Gesellschafter des auf Schlafsofas spezialisierten Bad Lippspringer Unternehmens Bali, gehört zu den zehn Prozent, die nicht nur auf der MOW ausstellen. Aber die Messe in Bad Salzuflen ist auch ihm »sogar wichtiger als die Kölner Möbelmesse«. Bali, 1970 als Verarbeiter für Schaumstoff gegründet, beschäftigt heute etwa 120 Mitarbeiter. Gefragt sind die Schlafsofas Antpöhler zufolge vor allem bei Singles und in den Ballungszentren, wo Wohnraum teuer sei.

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