Mi., 12.02.2020

LANUV-Experten prüfen die Videoaufnahmen, die eine Autofahrerin gemacht hat Wolf bei Blomberg gesichtet?

Ein Screenshot aus dem Video, das ein wolfsähnliches Tier in der Nähe von Blomberg zeigen soll.

Ein Screenshot aus dem Video, das ein wolfsähnliches Tier in der Nähe von Blomberg zeigen soll.

Von Paul Huxohl und Christian Bröder

Blomberg (WB). Läuft ein Wolf am hellichten Tag über eine Wiese in der Nähe von Blomberg (Kreis Lippe)? Diesen Eindruck erweckt ein kurzes Video, das in den sozialen Netzwerken aufgetaucht ist und auch dem WESTFALEN-BLATT vorliegt.

Experten aus Dresden helfen dem LANUV

Aktuell befassen sich die Experten des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und des Lupus-Institutes in Dresden mit den 18-sekündigen Aufnahmen, die einem Autofahrer zu Wochenbeginn in der Nähe des Blomberger Ortsteils Eschenbruch gelungen sein sollen. Es zeigt ein Tier, dass an einer Straße mit der Markierung „L 946“ über eine Wiese läuft. Ob es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf handelt, will das LANUV mit der Unterstützung der Experten aus Sachsen schnellstmöglich klären. Im besten Fall soll schon am Donnerstag das Ergebnis vorliegen.

Spurensuche bei Blomberg

Spurensuche vor Ort: Ob das besagte Video auch wirklich im ostwestfälischen Blomberg entstanden ist, sollte am Mittwochnachmittag Dieter Wortmeier ergründen. Der Luchs- und Wolfsberater hat sich im Auftrag des Landesamtes im Bereich der Straße bei Eschenbruch umgesehen. „Meine Aufgabe ist es, an Ort und Stelle zu verifizieren, ob die Aufnahmen auch wirklich am den angegebenen Ort entstanden sein könnten. Ich schaue auch nach, ob möglicherweise Spuren und Abdrücke zu finden sind“, erklärt der 56-Jährige. Und in dieser Hinsicht war er erfolgreich: „Das Video ist tatsächlich hier entstanden”, sagte Dieter Wortmeier. Fußabdrücke und Spuren fand er allerdings nicht: „Das ist sehr schade, aber es hat in der Nacht ja auch viel geregnet”.

Fachmann sieht wolfsähnliches Tier

Einer seiner Kollegen ist Thomas Pusch aus Oerlinghausen, der als Wolfsberater für den Kreis Lippe zuständig ist. Dem 55-Jährigen ist die Videosequenz ebenfalls am Dienstag zugespielt worden, auch er hatte sie an das LANUV weitergeleitet. Seine Expertenmeinung: „Man kann sicher ein wolfsähnliches Tier auf den Aufnahmen erkennen, aber es gibt nur wenige Fachleute in Deutschland, die auf einem Video wirklich zweifelsfrei einen Wolf identifizieren könnten. Deshalb sind die Aufnahmen auch zu den Experten des Lupus-Institutes nach Dresden geschickt worden.“

Das Wolfsgebiet Senne

Im Dezember 2018 hat das Landesamt das Wolfsgebiet Senne ausgewiesen. Das Wolfsgebiet Senne ist 922 Quadratkilometer groß und umfasst Teile der Kreise Gütersloh, Lippe und Paderborn sowie der Stadt Bielefeld. Das LANUV war davon ausgegangen, dass das dortige Tier standorttreu geworden war. Es war der erste territoriale Wolf in Ostwestfalen-Lippe.

Das Video

Das Video soll die Schülerin Emily Schulz (14) aus Barntrup gemacht haben, die mit ihrer Mutter auf der Landstraße im Auto unterwegs gewesen ist. Darüber hatte die Lippische Landes-Zeitung berichtet.

 

 

Kommentare

Das ist ganz eindeutig kein Fuchs ...

Wer den Grauen schon einmal wie ich in freier Wildbahn erleben musste, der vergisst so einen Anblick nicht mehr. Ein Fuchs hat einen buschigen Schwanz (Lunte in der Jägersprache) den/die er nahezu horizontral hoch trägt. Eindeutig Wolf oder Hybrid ...

Es ist ein Wolf!

Bei dem im obigen Artikel beschriebenen „ wolfsähnlichen Tier“ handelt es sich eindeutig um einen Wolf.
Deutlich sind die arttypischen Merkmale erkennbar. U.a. die im Vergleich zu den meisten Wolfshunden kleineren Ohren, Augenstellung, Fellzeichnung, Gesichtszeichnung etc.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass junge Wanderwölfe auch tagsüber in besiedelten Gebieten gesichtet werden.
Wir hatten in den vergangenen Jahren ja auch in OWL ähnliche Berichte.
Kenne mich als Biologe mit eigenen Wolfsbeobachtungen auf diesem Gebiet aus.

Der Kopf erinnert mich an einen Fuchs!

3 Kommentare

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