»Welt«: Vier mutmaßliche Dschihadistinnen kommen aus NRW und Baden-Württemberg
Bericht: In Mossul gefasste Frau war in Detmold gemeldet

Berlin/Detmold (dpa/WB). Bei der Befreiung Mossuls von der IS-Terrormiliz haben die irakischen Streitkräfte 20 ausländische Dschihadistinnen gefangen genommen. Darunter auch vier Deutsche. Außer der 16-jährigen Linda aus Sachsen soll eine Frau aus Detmold unter ihnen sein, das hatte die »Welt« berichtet.

Mittwoch, 26.07.2017, 07:28 Uhr aktualisiert: 26.07.2017, 13:07 Uhr
Ein Luftaufnahme vom 28. Juni 2017 in Mossul, zeigt den Ort der zerstörten Al-Nuri-Moschee. Foto: dpa
Ein Luftaufnahme vom 28. Juni 2017 in Mossul, zeigt den Ort der zerstörten Al-Nuri-Moschee. Foto: dpa

Neben der mutmaßlichen Dschihadistin Linda kommen die drei anderen im Irak festgenommenen deutschen Frauen nach einem Bericht der »Welt« (Mittwoch) aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Unter Berufung auf Sicherheitskreise schreibt die Zeitung, es handele sich um eine gebürtige Marokkanerin und ihre erwachsene Tochter aus Mannheim sowie eine Frau, die in der russischen Teilrepublik Tschetschenien geboren wurde und zuletzt in Detmold gemeldet gewesen sei.

Dies haben Sicherheitskreise am Mittwoch gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur (dpa) bestätigt. Die Frau habe im Raum Detmold/Herford gelebt, bevor sie sich in den Irak abgesetzt habe, heißt es.

Salafisten-Szene in Herford

Bekannt ist bereits, dass es eine Salafisten-Szene in Herford gibt, die bereits in den Fokus der Behörden geraten war. So hatte es im Fall des terrorverdächtigen Salafisten Sascha L., der im Februar in Northeim festgenommen wurde, auch in Bünde (Kreis Herford) einen SEK-Einsatz gegeben.

Zuvor hattes bereits Razzien in Herford und Gütersloh gegeben. In Ostwestfalen-Lippe sind vier Moscheen im Visier des Staatsschutzes.

Deutsche Staatsbürgerschaft

Alle vier Frauen, die Mitte Juli von irakischen Streitkräften bei der Befreiung Mossuls von der Terrormiliz Islamischer Staat festgenommen wurden, besitzen nach offiziellen Angaben die deutsche Staatsbürgerschaft.

Die mutmaßlichen IS-Anhängerinnen befänden sich in Bagdad in Haft. Deutsche Behörden bemühten sich, die Frauen nach Deutschland zurückzuholen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wurde alle vier Frauen inzwischen von Mitarbeitern der deutschen Botschaft im Gefängnis besucht.

Bundesanwaltschaft ermittelt gegen die Frauen

Gegen die vier ermittelt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe nach Angaben eines Sprechers wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

Zur Frage einer möglichen Auslieferung der Inhaftierten nach Deutschland sagte eine Sprecherin des Justizministeriums am Montag, mit den irakischen Behörden werde »über Möglichkeiten der Zusammenarbeit« gesprochen. Ein Auslieferungsabkommen mit dem Irak gebe es aber nicht.

20 Prozent Frauen

In den vergangenen Jahren waren mehr als 930 Islamisten aus Deutschland Richtung Syrien und Irak ausgereist, um sich dort dem IS anzuschließen. 20 Prozent der bislang Ausgereisten waren nach Angaben des Verfassungsschutzes Frauen, 5 Prozent Minderjährige. Von den Unter-18-Jährigen war die Hälfte weiblich. Inzwischen sind von den ausgereisten Islamisten 145 tot – sie starben etwa bei Kämpfen oder sprengten sich bei Attentaten in die Luft.

Kommentare

Jörn  schrieb: 26.07.2017 19:11
Rechtsstaatlich?
@all: Wenn ich die Nachricht richtig gelesen und verstanden habe, dann handelt es sich bei den Frauen um deutsche Staatsbürgerinnen. Von daher verbietet sich meines Erachtens jedwede Diskussion darüber, OB diese Frauen sich ihres Tuns bewusst waren oder nicht. Sie gehören nach Deutschland zurück! Und dort sollte ihnen dann der (rechtsstaatliche bzw. rechtsstaatskonforme) Prozess gemacht werden...
Alles andere ist populistisch und unrealistisch!!!
sievers  schrieb: 26.07.2017 12:48
Import von terroristen
Lasst die Terroristinnen mal schön ihre Strafe im Irak absitzen. Damen sind ja auch freiwillig ,mit dem Wissen um mögliche Gefangennahme, zu ihren Terrorfreunden gezogen. Und das der Knast im Irak nicht so schön ist wie bei uns, tja Augen auf bei der Wahl des Terrorziels. Da haben es die festgenommenen LInksterroristen der G20 Krawalle schlauer angestellt.
Hans Müller  schrieb: 26.07.2017 09:44
WARUM
"Die mutmaßlichen IS-Anhängerinnen befänden sich in Bagdad in Haft. Deutsche Behörden bemühten sich, die Frauen nach Deutschland zurückzuholen."

Warum denn das ...?

Diese sind doch dort straffällig geworden und werden deshalb gemäß der dortigen Rechtslage bestraft! Warum bemüht man sich, diese "Musterbeispiele" gelungener Integration nach Deutschland zurückzuholen!?
S. Grünewald  schrieb: 26.07.2017 08:58
Was soll die falsche Gnade?
Alle die in Terrorgebiete einreisen haben sich vorher gegen unseren Staat entschieden! Sie wollten morden und Terror verbreiten. Oder waren zumindest bereit dazu. Ich würde diesen Terroristen die Staatsbürgerschaft entziehen und ihrem Schicksal überlassen. Das sind die zukünftigen Attentäter in der BRD. Bestens ausgebildet und ideologisiert. Denkt jemand der IS weiß nicht wie man in kurze deutsche Haft kommt? Die können sich doch schon wieder verlässlich freuen.
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