So., 17.02.2019

Im Gespräch mit »Hey Miracle«: So wichtig ist der Streaming für diese junge Band aus Lippe »Spotify – das ist der erste Punkt, an dem wir neue Zuhörer finden«

Das sind »Hey Miracle« (von links): Debbi Tibbe, Vivi Schmidt, Lukas Schmidt und Alexander Nolte.

Das sind »Hey Miracle« (von links): Debbi Tibbe, Vivi Schmidt, Lukas Schmidt und Alexander Nolte. Foto: Lukas Schmidt

Von Ann-Christin Lüke

Detmold/Bielefeld (WB). US-Rapper Drake ist der erfolgreichste Musiker des Jahres 2018 auf Spotify. Sein Song »God’s Plan« wurde 1,1 Milliarden Mal abgerufen. Von solchen Zahlen sind »Hey Miracle« noch entfernt. Die Band aus dem Kreis Lippe veröffentlichte am 1. Februar ihr Debütalbum »Lost Together« – nicht nur auf CD.

Musik immer und überall

79,5 Milliarden Audio-Streams zählte der Bundesverband Musikindustrie. Noch nie wurde in Deutschland so viel Musik über das Internet gehört wie 2018. Großen Anteil daran dürfte Marktführer Spotify haben. 207 aktive Millionen Nutzer weltweit verzeichnet der Streaming-Dienst nach eigenen Angaben, davon 96 Millionen zahlende Abonnenten. Musik immer und überall: Was macht das eigentlich mit der Branche, dem Sound und unseren Hörgewohnheiten? Antworten darauf gibt es auch von einem Experten und einem Produzenten.

Auch bei Amazon und iTunes ist die Platte zu finden, und natürlich bei Spotify: »Geld verdient man mit Streaming in unserer Größenordnung nicht. Aber die Reichweite ist wichtig«, sagt Alexander Nolte, Gitarrist der Band. Der Detmolder betreut die Social-Media-Kanäle der Gruppe.

Und er weiß: Auf Spotify sind die Chancen größer, als unbekannter Musiker gehört zu werden – dem Algorithmus sei dank. »Die Plattform schafft es, dass Nutzer über ihren Horizont gucken«, sagt Nolte. Spotify analysiert die Vorlieben seiner Nutzer und bietet danach ausgelegte Hörvorschläge. »Das ist der erste Punkt, an dem wir neue Zuhörer finden.«

Damit die Musik gestreamt werden kann, müssen die Anbieter sie erst mal in ihr Angebot aufnehmen. »Wir nutzen dafür Tune-Core«, erklärt Alexander Nolte. Dabei handelt es sich um einen Vertriebsdienst, der sich um die Veröffentlichung und Lizenzierung digitaler Musik kümmert. Für eine jährliche Gebühr sorge der TuneCore dafür, dass die Musik von »Hey Miracle« im Internet zu finden sei.

Große Auswahl im Netz

Der Zugang zur Musik wird zwar immer einfacher, für aufstrebende Musiker bleibe es aber schwer. »Es gibt eine Menge Konkurrenz – oder besser gesagt eine große Auswahl im Netz«, sagt Nolte. Präsent sein sei deshalb wichtig: Youtube, Instagram, Facebook. »Wir haben ein Konzept erarbeitet, was wir vor dem Album-Release bei Instagram veröffentlichen«, verrät der Berufsmusiker.

Jeden Tag ein Posting. »Das ist der Schlüssel nach draußen.« Ein Musikvideo zur Single »Jupiter« gibt’s auf Youtube, bei Facebook hält die Band über Auftritte auf dem Laufenden.

Viel Aufwand – aber das gehöre mittlerweile dazu, haben die vier Bandmitglieder von »Hey Miracle« festgestellt, die, abgesehen von Nolte, studieren oder einem normalen Job nachgehen. »Das ist absolute Fleißarbeit. Manchmal habe ich das Gefühl, mit dem Musikmachen am wenigsten Zeit zu verbringen«, räumt Nolte ein. Umso mehr freuen er und seine Bandkollegen sich darauf, mit ihrem Album auftreten zu können.

»Greenday-Einfluss ist definitiv hörbar«

2011 haben sich »Hey Miracle« durch eine Zeitungsannonce gefunden. Die Band hat ihre Wurzeln im Lippischen, zwei der Mitglieder studierten an der Uni Bielefeld, die anderen beiden an der Uni Paderborn.

Die Band beschreibt ihren Musikstil als eine Mischung aus Alternativ-Rock und Pop. »Der Greenday-Einfluss ist definitiv hörbar«, sagt Alexander Nolte. Der 26-Jährige ist Gitarrist der Band, zu der neben ihm auch Schlagzeuger Lukas Schmidt (25) und Bassistin Vivi Schmidt (24) gehören – und Sängerin Debbi Tibbe (25), die 2016 dazustieß.

Mit Nena auf der Bühne

Der bisher größter Erfolg der Band? Im August 2015 durften »Hey Miracle« als Vorgruppe bei einem Konzert von Nena im Gerry-Weber-Stadion auftreten. Dafür hatte die Sängerin (»99 Luftballons«) gemeinsam mit dem WESTFALEN-BLATT einen Voract gesucht. Die Entscheidung fiel auf die Lipper. »Vor so vielen Leuten zu spielen, das war schon besonders. Und Nena kannte sogar all unsere Namen«, erinnert sich Nolte gerne daran zurück.

Mit dem neuen Album »Lost Together« hat die Band binnen eines Jahres neun neue Lieder geschrieben und produziert. Geplant für 2019 sind eine Tour sowie Auftritte bei Festivals.

Mehr zur Band gibt es auf der Homepage.

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