Di., 23.07.2019

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert bessere Arbeitsbedingungen Immer weniger Kneipen in OWL

Der Kneipenkult stirbt in OWL langsam aus.

Der Kneipenkult stirbt in OWL langsam aus. Foto: dpa

Bielefeld/Höxter (WB/fs). In Ostwestfalen-Lippe sterben immer mehr Kneipen weg. Jede achte Kneipe ist seit 2007 in OWL laut der Gewerkschaft-Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die sich auf eine Studie des Statistischen Landesamtes beruft, geschlossen worden. Insgesamt gibt es nur noch 2751 Gaststätten in der Region – Tendenz sinkend.

Besonders hart hat es laut der NGG den Kreis Höxter getroffen. Dort hätten zwischen 2007 und 2017 insgesamt 71 Gastronomien ihren Betrieb aufgegeben. Im Schnitt ist das jede vierte Gaststätte. Nur noch 189 Lokale gibt es aktuell im gesamten Kreis Höxter.

Die NGG sieht diese Zahlen als deutliches Signal und warnt vor einem Aussterben der Kneipenkultur. »Mit den Betriebsschließungen steht nicht nur ein wichtiger Teil der Alltagskultur auf dem Spiel. Es sind auch etliche Arbeitsplätze in der Region in Gefahr«, teilt die Gewerkschaft mit.

Überall schließen Gastronomien

Auch in den Kreisen Minden-Lübbecke, Lippe und Paderborn seien jeweils etwas mehr als 40 Betriebe in den vergangenen Jahren geschlossen worden. Schlusslichter der Erhebung für OWL sind Bielefeld mit 33 und der Kreis Herford mit 31 geschlossenen Kneipen , Gaststätten oder Eisdielen. Innerhalb von zehn Jahren ist somit in Ostwestfalen-Lippe der Betrieb in insgesamt 393 Gastronomien eingestellt worden.

NGG-Geschäftsführer Armin Wiese macht für diesen Negativtrend unter anderem die Arbeitsbedingungen in der Branche verantwortlich: »Nachts und am Wochenende hinterm Tresen zu stehen, das wollen viele nicht mehr. Deshalb hat die Branche schon heute mit Fachkräftemangel zu kämpfen.« Zudem hätten viele Wirte Probleme, Nachfolger für ihre Betriebe zu finden.

Als Maßnahme gegen das Aussterben der Kneipen sei es laut NGG notwendig, die Löhne und Arbeitsbedingungen in der Gastro-Branche attraktiver zu machen. Der NRW-weite Tarifvertrag für alle Restaurants und Gaststätten wurde im August 2017 bereits zugunsten der Arbeitnehmer erhöht. »Allerdings müssten sich noch viel mehr Gastronomen daran halten«, heißt es von Seiten der NGG.

Letztlich seien aber auch die Verbraucher in der Verantwortung, sagt NGG-Geschäftsführerin Gaby Böhm: »Statt das Feierabendbier zuhause zu trinken, kann man einfach mal wieder in die Kneipe gehen.«

Kommentare

Schön gesprochen tuba-Trottel,...

...obwohl ich mit der Verschaerfung des Nichtraucherschutzgesetzes zum Schutz des arbeitenden Personals (was fuer ein Quatsch) auch als Raucher ganz gut leben kann, ist genau diese, die sich zu allem Überfluss auf eine Studie begründet, die jeder Grundschüler zerlegen kann, ein Hauptgrund.

Mit gleichen bzw. analogen Begruendungen (z.B. Anzahl der Toten in irgendeinem Zusammenhang mit Feinstaub) müsste man sofort den kompletten Strassenverkehr beenden, oder aber das Autofahren nur noch zuhause in den eigen vier Waenden erlauben; aber das ist ja etwas anderes, weil z.B. der Strassenverkehr eine unvermeidbare (wie war das oben, auch das ist Quatsch) Belastung ist. Wie sang Frau Nahles in Anlehnung an Pippi Langstrumpf? „Ich mache mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefaellt.“ Oder auch: was (mir) nicht passt, wird (meinen Vorstellungen entsprechend) passend gemacht.

Kann man auf jedes Thema anwenden.

Schöne neue (?) Welt ¿

Kneipensterben

Keine unwesentlichen Faktoren hierbei sind aber auch:
- nichtraucherschutzgesetz (was ich als legitim ansehe) aber dafür sorgt, dass Leute auch spät nachts noch vor den Läden stehen
- immer strengere Auflagen insbesondere vom Ordnungsamt
ABER ALLENVORAN:
- Menschen die in Städte ziehen, über Kneipen, über Bars oder sonstige Lokalitäten. Dann wiederum anfangen zu klagen, wegen Lärmbelästigungen. Und es tatsächlich auch noch schaffen Kneipen zu verdrängen, die seit Jahrzehnten existieren. Ein sehr gutes Beispiel ist hier „Theresa“ in der Altstadt in Bielefeld gewesen (persönlich kein großer Fan gewesen, aber Bielefelder Kulturgut). Generell der Klosterplatz in Bielefeld der inzwischen, bis auf den Abendmarkt, komplett ausgestorben ist.

Es sollte zumindest gewisse Erleichterungen für Kneipiers geben, eben Menschen die einfach nur kommen, klagen und zerstören, sollten einfach kein Gehör finden oder aber gemeinsame Lösungen erarbeiten. So funktioniert es leider nur bedingt. Und Sonst wird in nicht allzulanger Zeit alles ausgestorben sein und man wundert sich warum die Stadt permanent so leer ist.

Und zum Rauchen "ohne Bier!" vor die Tür

Es will immer noch keiner offen aussprechen, aber wenn ich ein Bier in Personalunion mit einer Zigarette genießen will, bleibe auch ich lieber zuhause.

3 Kommentare

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