Fr., 02.08.2019

Missbrauchsprozess Lügde: Angeklagter Andreas V. (56) wird im Krankenwagen gebracht und hat eine Verletzung am Arm – mit Video Siebter Prozesstag dauert fünf Minuten

Der Angeklagte Andreas V. ist am Freitagvormittag mit Anwalt Johannes Salmen und medizinischem Personal aus dem Justizkrankenhaus Fröndenberg im Gerichtssaal erschienen.

Der Angeklagte Andreas V. ist am Freitagvormittag mit Anwalt Johannes Salmen und medizinischem Personal aus dem Justizkrankenhaus Fröndenberg im Gerichtssaal erschienen. Foto: Christian Althoff

Detmold (WB/ca). Der siebte Verhandlungstag im Missbrauchsprozess Lügde hat am heutigen Freitag stattgefunden. Er dauerte allerdings nur fünf Minuten. Der Angeklagte Andreas V. wurde im Krankenwagen zum Landgericht Detmold gebracht und wies eine Verletzung am Arm auf. Update: 11.42 Uhr.

Mit Anwalt Johannes Salmen und medizinischen Personal aus dem Justizkrankenhaus Fröndenberg erschien der 56-Jährige dann im Gerichtssaal. Die Vorsitzende Richterin Anke Grudda verlas zwei Anzeigen, mit denen der Angeklagte Kontakte gesucht hatte. Nach fünf Minuten war der siebte Verhandlungstag dann beendet.

Im Video berichtet sein Anwalt Johannes Salmen über den Gesundheitszustand von Andreas V.:

Angeklagter hat Verletzung am Arm

Hintergrund: Wie berichtet ging es nur darum, Fristen zu wahren, damit der Prozess nicht platzt. Richterin Anke Grudda hatte deshalb im Vorfeld bereits angekündigt, allenfalls eine Viertelstunde zu verhandeln.

Hintergrund: Der Angeklagte Andreas V. (56) hat eine schwere Viruserkrankung und liegt im Justizkrankenhaus Fröndenberg. Er soll aus ärztlicher Sicht nicht verhandlungsfähig sein, aber darauf bestanden haben, trotzdem mit einem Krankenwagen nach Detmold gebracht zu werden.

Wäre Andreas V. heute nicht vor Gericht erschienen, wäre der Prozess gegen ihn geplatzt und müsste von vorne beginnen. Das wollte der Angeklagte aber vermeiden. Die Strafprozessordnung schreibt vor, dass der Prozess zum jetzigen Zeitpunkt nicht länger als drei Wochen unterbrochen werden darf. Diese Frist läuft an diesem Freitag ab.

Am Donnerstag beim sechsten Verhandlungstag hatten sich die Prozessbeteiligten zum ersten Mal Videos angesehen . Zudem hatte es eine Mahnwache vor dem Landgericht gegeben. Etwa 100 Menschen haben sich auf der Straße vor dem Detmolder Landgericht versammelt. Die Demonstranten kritisierten die kürzlich verhängte Bewährungsstrafe gegen einen der drei Angeklagten. Und sie forderten die Abschaffung von Verjährung bei Kindesmissbrauch.

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