Mi., 11.09.2019

Missbrauchsprozess: Vorwürfe gegen Vater – Mutter soll Handlungen geduldet haben Eltern vor Gericht

Die angeklagten Eltern mit ihren Anwälten Deborah Weinert und Christian Thüner.

Die angeklagten Eltern mit ihren Anwälten Deborah Weinert und Christian Thüner. Foto: Brekenkamp

Detmold (WB/lb). Über Jahre soll ein 51-Jähriger seine minderjährigen Stieftochter regelmäßig missbraucht haben. In manchen Zeiträumen zwei Mal im Monat. Die Mutter der mittlerweile 15-Jährigen soll derweil alles zugelassen haben und sogar an den Handlungen beteiligt gewesen sein.

Das Paar aus Horn-Bad Meinberg muss sich seit Dienstag wegen mehreren Fällen des Missbrauchs vor der Jugendschutzkammer des Detmolder Landgerichts verantworten.

Die 39-Jährige versteckt ihr Gesicht hinter ihren langen, dunklen Haaren, während sie den Gerichtssaal mit gesenktem Kopf betritt und auf der Anklagebank Platz nimmt. Auch der 51-jährige Angeklagte blickt immer wieder ausdruckslos zu Boden, während die Anklage verlesen wird: Zwischen Sommer 2017 und Frühling 2019 soll es zu verschiedenen sexuellen Handlungen des Stiefvaters an der damals 13-Jährigen gekommen sein. Zum Teil soll aber auch die Mutter an den Handlungen beteiligt gewesen sein, diese sogar unterstützt haben.

Chatverläufe sollen Aufschluss geben

Die beiden Angeklagten sitzen seit ihrer Festnahme im März in Untersuchungshaft. Seither haben sie ihre Tochter nicht mehr gesehen.

Wie einem Antrag der Verteidigerin der Mutter, Deborah Weinert, zu entnehmen ist, gibt es eine große Anzahl an Chatverläufen zwischen den Beteiligten. Die sollen etwa 800 Seiten umfassen. »Es gibt umfangreiche Chatverläufe zwischen den Eltern und der Tochter, die aus unserer Sicht aufschlussreiche Informationen hinsichtlich der tatsächlichen Beziehung unter den Beteiligten liefern«, sagt Christian Thüner, Verteidiger des Angeklagten.

Aufgeflogen waren die Taten, weil sich die Mutter einem Bekannten anvertraut hatte, der dann zur Polizei ging. Am ersten Prozesstag wurde nur die Anklage verlesen. Der Prozess wird am 24. September fortgesetzt.

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