Do., 12.09.2019

Bahnkonzept sieht ab Ende 2023 zusätzliche ICE-Halte in OWL vor Mehr Plätze, mehr Fahrten

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Andreas Schnadwinkel

Detmold (WB). Ostwestfalen-Lippe soll mittelfristig von neuen Fernverkehrsplänen der Deutschen Bahn profitieren. Von Ende 2023 an soll sich zum Beispiel die Anzahl der ICE-Halte in Bielefeld auf 60 pro Tag verdoppeln.

Kapazität schlägt Schnelligkeit. »Wir brauchen mehr Sitzplätze und mehr Fahrten, denn die Nachfrage nimmt zu«, sagte Robert Ohler gestern im Regionalrat bei der Bezirksregierung in Detmold. Der Fernverkehrsplaner der Bahn erklärte, dass die Anzahl der Fahrgäste auf der Strecke Köln-Berlin vom 2013 bis 2017 um 20 Prozent gestiegen sei. »Dieser Zuwachs ist doppelt so hoch wie im bundesweiten Schnitt.« Wegen der vielen Pendler auf der West-Ost-Verbindung seien Freitage und Sonntage besonders stark frequentiert.

»Die Ausweitung der Kapazitäten im schnellen ICE-Verkehr ist dringend nötig«, sagte Ohler und erläuterte seine Pläne konkret: bis 2023 mehr als 100 ICE 4 für fünf Milliarden Euro; Verlängerung der ICE-Teilflotte auf 13-Teiler und 918 Sitze pro Zug; 18 zusätzliche 7-Teiler speziell für die Strecke Köln-Berlin.

»Keine Gewinner und keine Verlierer«

Auf der grenzüberschreitenden Strecke Amsterdam-Hannover-Berlin sollen Ende 2023 ECx-Lokzüge zum Einsatz kommen und die Verbindung beschleunigen. In 23 dieser neuen Züge mit WLAN und Gastronomie will die Bahn rund 600 Millionen Euro investieren. Wichtig dabei für OWL: Die ECx aus Amsterdam halten alle zwei Stunden in Bünde, die Stopps in Minden fallen ebenso weg wie die Einzelhalte in Bad Oeynhausen. Laut Ohler sollen die beiden Bahnhöfe neue Halte bekommen: Bad Oeynhausen werde wieder zweistündlicher IC-Halt auf der Linie 55 von Dresden nach Köln und Minden zweistündlicher ICE-Halt auf der Linie 10 von Berlin nach Düsseldorf.

»In dem Konzept gibt es keine Gewinner und keine Verlierer. Wir haben für Ihre Region Kompromisse gemacht«, sagte Ohler den Mitgliedern des Regionalrats. Damit meinte er auch die ICE-Sprinter-Verbindung, die ebenfalls ab Ende 2023 die Fahrt von Köln nach Berlin schneller machen soll, und zwar um zehn Minuten auf vier Stunden und zehn Minuten.

Zustimmung in der Politik

Ursprünglich hatte die Bahn nur Halte in Hamm und Hannover geplant, Wuppertal, Hagen und Bielefeld sollten durchfahren werden. Politischer Druck sorgte dafür, dass die ICE-Sprinter in den Bahnhöfen der drei Großstädte halten werden – und nicht in Hamm. »Dadurch bekommt Bielefeld 50 Prozent mehr ICE-Halte, also künftig mehr als 60 Halte im Fernverkehr pro Tag«, sagte Ohler. Der Sprinter werde zehn bis 15 Minuten vor dem regulären ICE in Bielefeld stoppen.

Auf politischer Ebene stoßen die Pläne der Bahn auf Zustimmung. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Achim Post (Minden-Lübbecke) sagte dem WESTFALEN-BLATT: »Uns Abgeordneten aus OWL ging es nicht nur um den Erhalt der bisherigen IC- und ICE-Halte, sondern auch um zusätzliche Halte. Ich begrüße daher jeden Schritt in die richtige Richtung außerordentlich.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6919732?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198397%2F2949417%2F