Gesellschaft mit OWL-Kommunen gegründet – Kooperation mit Regierungsbezirk Arnsberg und Niedersachsen
Klärschlamm wird gemeinsam verwertet

Detmold (WB). 57 Kommunen, Verbände und Gesellschaften aus den Regierungsbezirken Detmold und Arnsberg sowie aus Niedersachsen haben am Freitag in Detmold den Vertrag zur Gründung der Klärschlammkooperation Ostwestfalen-Lippe unterzeichnet.

Samstag, 15.02.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 15.02.2020, 10:01 Uhr
In den 100 Kläranlagen in OWL fallen pro Jahr mehr als 180.000 Tonnen Klärschlamm an. Foto: dpa
In den 100 Kläranlagen in OWL fallen pro Jahr mehr als 180.000 Tonnen Klärschlamm an. Foto: dpa

Die zukünftigen Gesellschafter der Klärschlammverwertung OWL GmbH vertreten 78 Gemeinden, Städte, Kreise, Wasser- und Zweckverbände, bei denen jährlich 186.000 Tonnen Klärschlamm (44.000 Tonnen Trockensubstanz) anfallen. Die Kooperation wird nun mit der europaweiten Suche nach einem strategischen Partner beginnen. Der Partner muss über ein geeignetes Grundstück für die Errichtung einer Klärschlammverbrennungsanlage verfügen oder eine solche Anlage schon haben, die von der Kooperation dann genutzt werden kann. Die gemeinsame Entsorgung beginnt 2024, zu diesem Zeitpunkt werden dann 156.000 Tonnen Klärschlamm über den Partner entsorgt.

Ab 2029 sind alle Kooperationspartner an der Klärschlammlieferung beteiligt. Die gemeinsame Entsorgung erfolgt dann mindestens bis Ende 2043. Initiiert und unterstützt wurde die Initiative von der Bezirksregierung Detmold. Umweltabteilungsleiter Lutz Kunz begrüßte die Kooperationspartner in Vertretung der Regierungspräsidentin Judith Pirscher in der Detmolder Behörde. „Die Klärschlammkooperation OWL zeigt, dass Zusammenarbeit das ist, was die Region stark macht. Die Bezirksregierung hatte die Idee entwickelt, auf den Weg gebracht und die Partner auf ihrem Weg begleitet. Und es ist sehr erfreulich, dass es in so kurzer Zeit gelungen ist, die gesamte Region für dieses wichtige Ziel zu gewinnen“, sagte Kunz.

In OWL werden rund 100 Kläranlagen betrieben, die mittelbar oder unmittelbar in kommunaler Hand liegen. In den Kläranlagen fielen 2017 etwa 186.000 Tonnen Klärschlamm an. Diese Klärschlämme enthalten eine ganze Reihe wertvoller Pflanzennährstoffe. Daher konnten in der Vergangenheit rund zwei Drittel als Dünger auf den Feldern der Region genutzt werden, die verbleibende Restmenge wurde in Kraftwerken und Zementwerken eingesetzt. Da der Klärschlamm neben wertvollen Bestandteilen jedoch auch einige umwelt- und gesundheitsgefährdende Schadstoffe enthalten kann, wurde in der neuen Klärschlammverordnung (AbfKlärV) die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung eingeschränkt.

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