Trotz Pandemie steigt Zahl der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr
Trend zum Mehrfamilienhaus

Düsseldorf/Bielefeld (WB). Mit der Bauwirtschaft kann es in Nordrhein-Westfalen auch nach der Corona-Krise weiter aufwärts gehen. Die Zahl der Baugenehmigungen ist im ersten Halbjahr 2020 nach den Angaben, die das Statistische Landesamt am Dienstag veröffentlicht hat, nach oben gegangen. Danach können nun landesweit 28.744 Wohnungen neu gebaut werden. Das ist ein Plus von 7,0 Prozent. Im ersten Halbjahr 2019 waren es 26.862.

Mittwoch, 19.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 19.08.2020, 05:02 Uhr
Beim Wohnungsbau verlagert sich der Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen hin zu Miets­häusern sowie zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums in bestehenden Immobilien. Foto: dpa
Beim Wohnungsbau verlagert sich der Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen hin zu Miets­häusern sowie zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums in bestehenden Immobilien. Foto: dpa

Auffällig ist dabei vor allem der Zuwachs in neu zu bauenden Mehrfamilienhäusern (plus 7,8 Prozent) sowie durch Um- und Ausbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden (plus 10,0). Dagegen lagen die Genehmigungen für den Bau neuer Einfamilienhäuser Ende Juni sogar um 0,2 Prozent unter Vorjahresniveau. Insgesamt gibt es bei Wohnungen in Neubauten landesweit ein leichtes Plus von 1,8 Prozent.

Wohnungsbau im Bestand

Der landesweite Trend spiegelt sich teilweise auch in Ostwestfalen-Lippe. Als eine Besonderheit melden die Statistiker dabei die Genehmigung für neue Wohnungen in Gebäuden, die bisher für andere Zwecke genutzt wurden. Ihre Zahl stieg von 37 auf 63 – ein Zuwachs von 70,3 Prozent. Insgesamt haben die Baubehörden im Regierungsbezirk Detmold 3792 (Vorjahr: 3487) Wohnungen durch Umbau von Gebäuden genehmigt – plus 8,7 Prozent.

Bei neuen Mehrfamilienhäusern gibt es in OWL einen Zuwachs bei den Genehmigungen von 6,3 Prozent auf 219 – im Vergleich zu 206 im ersten Halbjahr 2019. Dass die Gesamtzahl der Genehmigungen bei Neubauten von 1307 auf 1298 und damit um 0,7 Prozent zurückging, liegt insbesondere am Rückgang bei Einfamilienhäusern: minus 2,7 Prozent.

Höxter vorn – insbesondere bei Einfamilienhäusern

Dabei ist die Entwicklung innerhalb der Region sehr unterschiedlich. Prozentual den größten Zuwachs gibt es mit 50,4 Prozent im Kreis Höxter; dort genehmigten die Behörden 203 (Vorjahr: 135) neue Wohnungen. Bei Neubauten stieg die Zahl der Genehmigungen um ein Drittel.

Einen Rückgang melden das Landesamt für den Kreis Minden-Lübbecke (minus 17,1 Prozent) und, stärker noch, für Lippe (minus 30,0). Dabei sprengt Lippe sogar den Trend bei den neuen Einfamilienhäusern mit einem Zuwachs von 54,6 Prozent. Auch insgesamt liegen die Neubauten mit 29,1 Prozent im Plus. Hier liegt stattdessen der Ausbau in bestehenden Gebäuden brach.

Genau umgekehrt ist die Entwicklung in der Stadt Bielefeld. Hier wurden von Januar bis Juni nur noch 75 (122) Bauanträge für Einfamilienhäuser genehmigt – ein Minus von 38,5 Prozent. Insgesamt kann Bielefeld gleichwohl um 12,8 Prozent zulegen.

Die meisten Baugenehmigungen in OWL im Kreis Gütersloh

Gut 23 Prozent aller genehmigten neuen Wohnungen in OWL entfallen auf den Kreis Gütersloh – insgesamt 890 (743), ein Plus von 27,2 Prozent. Noch mehr Wohnungen, nämlich 917 (763, plus 20,2 Prozent) wurden im Kreis Paderborn genehmigt – und das trotz eines Rückgangs bei Neubauten insgesamt (minus 12,7 Prozent) und besonders bei Einfamilienhäusern (minus 21,2). Im Kreis Herford – plus 11,3 Prozent – boomt vor allem der Mehrfamilienhausbau mit plus 56,3 Prozent bei den Genehmigungen. Insgesamt legte der Wittekind-Kreis im Vergleich zum Vorjahr um 27,2 Prozent zu.

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