Kreis ist mit acht Prozent beteiligt – Gesellschafter müssen entschädigt werden
Flughafen Paderborn: Kreis Lippe steigt aus

Detmold (WB/ca). Der lippische Kreisausschuss hat am Donnerstag den Ausstieg des Kreises aus der schwer defizitären GmbH des Flughafens Paderborn-Lippstadt beschlossen. Lippe ist mit acht Prozent an dem Airport beteiligt, diesen Anteil möchte der Kreis jetzt abstoßen.

Freitag, 28.08.2020, 07:14 Uhr aktualisiert: 28.08.2020, 09:04 Uhr
Der Flughafen Paderborn-Lippstadt. Foto: Jörn Hannemann
Der Flughafen Paderborn-Lippstadt. Foto: Jörn Hannemann

Er teilte mit, er sei seinerzeit Gesellschafter geworden, um den Flughafen im Interesse der Wirtschaft zu unterstützen. Inzwischen diene der Flughafen allerdings vor allem der Touristik. Der Ausstieg wird den Kreis Lippe Geld kosten, denn er muss die verbliebenen Gesellschafter dafür entschädigen, dass er zugesagte Hilfen künftig nicht mehr zahlt. Zuvor hatte schon der Kreis Gütersloh den Ausstieg aus der GmbH beschlossen. Auch im Bielefelder Rat gilt eine solche Entscheidung als möglich.

Kommentare

Christian Bruckschen  schrieb: 28.08.2020 12:32
Armutszeugnis für die Politik in der Region OWL
Sehr geehrte Damen und Herren der Politik in OWL,

mit Verwunderung/Entsetzen muss ich zur Kenntnis nehmen, dass sich diverse Kreise/Gesellschafter des Flughafens Paderborn dazu entschieden haben, ihre Anteile am Flughafen zu veräußern.

Die vielfältigen oberflächlichen Begründungen zum Ausstieg zeigen einmal mehr, wie inkompetent die Politik auf Krisen reagiert. Der Flughafen Paderborn ist neben der Beförderung von Passagieren in Touristik-Zielen viel mehr ein Zeichen des Wirtschaft-Standortes OWL mit seinen großen und weltweit bekannten und führenden Unternehmen, die eine direkte Anbindung zu den Drehkreuzen Frankfurt und München benötigen.

Die Kommunen geben jedes Jahr Millionen für sehr fragwürdige/irrsinnige Investitionen aus, nur um weitere Fördermittel vom Land/Bund zu erhalten (siehe Schwarzbuch der Steuerzahler), sei es für Brücken oder Ampelanlagen, etc. im Nirvarna des Hochstiftes.

Eine Erhöhung der Ticketpreise um z.B. € 5,00 als Subventions-Umlage für den Erhalt des Standortes würde sicherlich keinem Reisenden stören, aber der heimischen Wirtschaft sehr zu gute kommen. Reisebüros, Dienstleister und der Arbeitgeber Flughafen spülen Steuergelder direkt und indirekt in die Kassen der kommunalen Gesellschafter, die im Falle einer Schliessung total wegbrechen würden. Dies hätte auf Jahre Mehrbelastungen der Allgemeinheit zur Folge (Arbeitslosengeld, Hartz IV, etc), welche in Summe wesentlich höher sind, als die Subvention des Flughafens. Ebenso hätte die Schliessung auch eine erhebliche Abwanderung von Familien zur Folge, die sich neue Beschäftigungen suchen müssten. Auch dies würde die hiesige Wirtschaft dauerhaft schwächen, was mit deutlichen Steuerminderungen in den öffentlichen Kassen einher gehen würde.

Daher mein Appell an die Kommunen in OWL, sich sehr genau zu überlegen, welche Konsequenzen eine Schliessung des Airports Paderborn nach sich führen würde.

Übrigens sind die Studien diverser Umwelt-Verbände, welche die Schliessung mehrerer Regional-Flughäfen in Deutschland fordern, nicht zu missachten. Natürlich müssen wir im Zuge des Klimawandels unsere Reisegewohnheiten auf Emissions optimierte Beförderungsmittel konzentrieren. Innerdeutsche Flüge gehören sicherlich dazu. Aber die Verlagerung von Gütern von der Strasse auf die Schiene ist wesentlich effizienter als die Verlagerung von Touristen aus der Luft auf die Strasse.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Bruckschen
1 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7554412?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198397%2F2949417%2F
Rolle rückwärts beim Kreis Höxter: Corona-Einschränkungen gelten doch schon ab Montag
Von Montag an gelten verschärfte Regeln im Kreis Höxter. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker