Vor allem CDU und Grüne sehen sich in Ostwestfalen-Lippe im Aufwind
Stimmen der Parteien zur Wahl

Bielefeld (WB/in). Zu den Stimmergebnissen ihrer Parteien bei der Kommunalwahl am Sonntag sagten ihre OWL-Bezirksvorsitzenden und führenden Politiker:

Montag, 14.09.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 14.09.2020, 11:30 Uhr
Die Parteien haben in Ostwestfalen-Lippe einen wegen der Einschränkungen durch die Pandemie schwierigen Wahlkampf hinter sich – hier die CDU mit ihrem Bezirksvorsitzenden Ralph Brinkhaus in Steinhagen. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold
Die Parteien haben in Ostwestfalen-Lippe einen wegen der Einschränkungen durch die Pandemie schwierigen Wahlkampf hinter sich – hier die CDU mit ihrem Bezirksvorsitzenden Ralph Brinkhaus in Steinhagen. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Ralph Brinkhaus (CDU): „In den Kreisen Gütersloh, Höxter und Paderborn haben unsere Landratskandidaten die Wählerinnen und Wähler überzeugt. Das zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger der CDU in der Corona-Krise und bei ihren Sorgen vor Ort vertrauen. In den drei Stichwahlen für die Landräte in Lippe und Minden-Lübbecke sowie bei der Oberbürgermeisterwahl in Bielefeld werden wir alles dafür tun, um auch dort die Menschen zu überzeugen.“

Stefan Schwartze (SPD): „In Bielefeld angesichts der Vielzahl der Kandidaten und im Kreis Lippe haben wir fast damit gerechnet, dass es zu Stichwahlen um das Amt des Oberbürgermeisters beziehungsweise Landrats kommen wird. Umso mehr freuen wir uns, wenn es Jürgen Müller im Kreis Herford schon im ersten Wahlkampf schaffen wird. Und danach sieht es zum jetzigen Zeitpunkt aus. Der Wahlkampf war diesmal besonders von lokalen Themen bestimmt. Überregionale Themen spielten fast keine Rolle.“

Ute Koczy (Grüne): „Schon die Europawahlen haben gezeigt, dass die Grünen im Aufwind. Und dass uns dies auch bei den Kommunalwahlen gelungen ist, zeigt, wie wichtig den Bürgerinnen und Bürgern auch vor Ort die Themen Klimaschutz und Zusammenhalt der Bevölkerung sind. Sie wollen, dass sich die Dinge ändern. Und sie trauen uns zu, dass wird das auf den Weg bringen.”

Frank Schäffler (FDP): „Mit der Wiederwahl von Kai Abruszat in Stemwede mit über 90 Prozent und dem möglichen Einzug in die Stichwahl durch Christian Sauter in Extertal zeigt die FDP in OWL, dass sie kommunalpolitisch tief verankert ist und gegen den Bundes- und Landestrend gewinnen kann. Das zeigen auch die Wahlergebnisse für die Rats- und Kreistagswahlen, wo wir fast überall gegen den Trend zugelegt haben. In Vlotho liegt die FDP bei 10 Prozent, im Extertal liegt die FDP bei 15 Prozent und in Stemwede sogar bei 19,9 Prozent.“

Udo Hemmelgarn (AfD): „Wir freuen uns über das relativ gute Ergebnis im Kreis Minden-Lübbecke. Ansonsten tun wir uns als junge Partei bei Kommunalwahlen noch schwer. Noch sind wir personell nicht gut genug in der Kommunalpolitik verankert.“

Friedrich Straetmanns (Linke): „Wir sind unserem Ziel, in OWL überall mit eigenen Kandidatinnen und Kandidaten anzutreten, bei dieser Kommunalwahl näher gekommen. Ergebnisse wie die von Onur Ocak in Bielefeld und Ursula Jacob Reisinger in Lippe sind, wenn sie sich bestätigen, für uns mehr als Achtungserfolge. Überrascht bin ich von dem guten Ergebnis der Grünen in Bielefeld, die hier für die verfehlte Verkehrs- und Wohnungspolitik genauso verantwortlich sind wie ihre Koalitionspartner.”

Axel Lehmann (SPD), Landrat in Lippe; er muss am 27. September in die Stichwahl: „Bei fünf Kandidaten war es von Anfang an schwer, schon im ersten Wahlgang über die fünf Prozent zu kommen. Insofern bin ich mit dem relativ deutlich Vorsprung vor dem nächsten Herausforderer zufrieden. Ich hoffe, dass sich die SPD in Lippe jetzt nicht schon zu sicher fühlt. Wir müssen jetzt alle Kräfte mobilisieren, um die fehlenden Stimmen noch für uns zu gewinnen – übrigens nicht nur beiden Grünen, sondern weit darüber hinaus.“

Sven-Georg Adenauer (CDU), als Landrat im Kreis Gütersloh wiedergewählt: „Auch wenn ich auf dieses Ergebnis gehofft hatte, bis ich sehr glücklich. Schließlich musste ich während des Ausbruchs der Corona-Pandemie in unserem Kreisgebiet vor allem den Eltern von Kita-Kindern und den Landwirten viel zumuten. Überrascht bin ich von den zehn Prozent, die „Die Partei“ und ihre Kandidatin Monika Vorberg hier errungen haben. Ich vermute, dass es sich dabei zum größten Teil um Protestwähler handelt. Aber das wird man erst noch genau analysieren müssen.“

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